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Freimachung von Unterlagen vermeiden

Dieser Veredelungsknoten erfüllt voll seine Aufgabe.
© Wirth
Dieser Veredelungsknoten erfüllt voll seine Aufgabe.
Bei diesem Baum ist der Veredelungsknoten zu dicht über dem Boden, eine Freimachung vorprogrammiert.
© May
Bei diesem Baum ist der Veredelungsknoten zu dicht über dem Boden, eine Freimachung vorprogrammiert.

Dezember 2000 In der Wintersaison ist eine Kontrolle auf eine einwandfreie Funktion der Obstunterlagen notwendig. Insbesondere gilt das für Gehölze, die auf schwachwüchsigen Unterlagen veredelt sind, wie Apfel auf Typ M9, Birne auf Quitte und Süßkirsche auf Gisela oder Weiroot.


Gelingt es den Bäumen, sich im Laufe der Zeit auf sorteneigene Wurzeln zu stellen, ist die Unterlagenwirkung aufgehoben und ein stürmisches Wachstum setzt ein. Die Folgen sind, dass die Bäume mit dem zugewiesenen Standraum nicht mehr auskommen und Ertragsverzögerungen einsetzen. Außerdem ist die Qualität des Obstes in den starkwüchsigen beschatteten Gehölzen nicht mehr optimal.

Die Unterlagenwirkung beruht im wesentlichen auf der Ausbildung des sogenannten Veredlungsknotens, der infolge eines Assimilatsstaues entsteht, weil die schwachen Wurzeln der Unterlage das von den Blättern der Edelsorte produzierte Überangebot an Zucker und Stärke nicht verarbeiten können. Die Folge der gestörten Abnahme ist eine zunehmende Fruchtbarkeit.

Der Knoten muss völlig freistehen und ist um so stärker ausgebildet je schwachwüchsiger die Veredlungsunterlage ist. Um die Freimachung der Unterlage zu unterbinden, werden alle Obstgehölze in mindestens 15 cm Bodenhöhe veredelt.

Bei der Pflanzung ist zu berücksichtigen, dass der Baum am endgültigen Standort nicht tiefer zu stehen kommt, als er in der Baumschule gestanden hat. Dennoch kann er durch späteres Absinken oder Ansteigen der Bodenschicht (Mulchen mit Torf, Stroh, Heu usw.) Kontakt mit der Unterlage bekommen und der Freimachungsprozess setzt, wenn auch nur allmählich, ein. Es ist deshalb darauf zu achten, dass die Bodenverbindung nicht zustande kommt, indem man mit einer Hacke den Grund um die Unterlage stets so frei hält, dass sie immer 15 cm über dem Boden steht.

Eine fortgeschrittene Freimachung erkennt man durch das Verschwinden des Stauknotens und starker Wurzelbildung sowie an dem bereits erwähnten kräftig zunehmenden Baumwachstum. Haben sich stärkere Wurzeln gebildet, muss geprüft werden, ob das Obstgehölz noch stehen bleiben kann oder besser gerodet werden sollte.

Will man bei einem freigemachten Baum mit sehr großer Krone die starken Wurzeln mit der Axt durchtrennen, so kann er seine Standfestigkeit verlieren, weil ihm ein schwacher Pfahl bei einem Sturm nicht mehr den erforderlichen Halt gibt, so dass er umfällt.

Um die geschilderten Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollten die Bäume stets beobachtet werden, damit keine Freimachung stattfindet. Bei Gehölzen auf starkwüchsigen Unterlagen (Hoch-, Halb-, Viertelstämme) bestehen die geschilderten Schwierigkeiten nicht.

Falls nach einer Rodung ein Baum mit gleicher Sorte nachgepflanzt werden soll, muss das Problem der Bodenmüdigkeit einkalkuliert werden. Infolgedessen darf der neu zu pflanzende Baum nicht auf der gleichen Unterlage stehen wie sein Vorgänger, sondern sie muss eine Nummer größer gewählt werden, d. h. z. B. auf M9 muss M26 und auf Quitte C muss Quitte A folgen. Genaue Informationen sind beim zuständigen Fachberater einzuholen.

Schon bei der Pflanzung ist darauf zu achten, dass der Veredelungsknoten nicht in die Erde gerät.
Im Herbst ist Pflanzsaison
In Vollertragsjahren ist zur Vermeidung einer periodischen Fruchtbarkeit eine Ausdünnung des Fruchtansatzes vorzunehmen; Oben: vor der Ausdünnung. Unten: Die gleiche Triebpartie nach dem Ausdünnen. Lediglich die beste Frucht eines Blütenstandes wurde belassen.
Fruchtbehang regulieren!
Eigelege der Roten Spinne.
Rote Spinne unter Kontolle bringen!

Schlagworte dieser Seite:

Obstbaum, Obstgehölz, Unterlage

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