Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Obst > Obst - Pflanzenschutz > Archiv (2002 - 2005) > Blutlaus überwachen!
← vorheriger BeitragPflanzenschutz im Winter

Blutlaus überwachen!

© May
Weißer, flockiger Wachsbelag an Wunden mit bereits einsetzenden krebsartigen Wucherungen.
© May
Weißer, flockiger Wachsbelag an Wunden mit bereits einsetzenden krebsartigen Wucherungen.

Dezember 2000 Wohl jedem Gartenbesitzer mit Apfelbäumen wird das Schadbild vertraut sein. Im Sommer findet man sowohl an Jungtrieben als auch am älteren Holz einen weißen flockigen Belag. Unter diesem Wachsschutz sitzen zahlreiche Läuse, die beim Zerdrücken einen roten Saft absondern, der zur Namensgebung geführt hat. Den stärksten Befall weisen Krebsstellen und unbehandelte Schnittwunden auf.


Knollenartiger Wuchs an einem Jungtrieb. Die von der Zehrwespe hinterlassenen schwarzen Blutlausmumien sind deutlich sichtbar. Solche Zweige schnellstens entfernen.
© May
Knollenartiger Wuchs an einem Jungtrieb. Die von der Zehrwespe hinterlassenen schwarzen Blutlausmumien sind deutlich sichtbar. Solche Zweige schnellstens entfernen.
Im Winter zeigen sich vornehmlich an Jungtrieben knotenartige Gebilde. Sie ähneln dem durch einen Pilz verursachten echten Obstbaumkrebs, haben aber nichts mit ihm zu tun, da die Wucherungen durch die Saugtätigkeit der Blutlaus entstanden sind. Die Laus überwintert am Wurzelhals des Stammes; auch hier ist die Bildung von Krebsgeschwulsten möglich. Sind die Winter mild, können Kolonien in den Baumkronen überleben.

Die gegen Ende des 10. Jahrhunderts aus Nordamerika eingeschleppte Blutlaus hat sich zu einem bedeutenden Apfelschädling entwickelt. Erfolgen keine Gegenmaßnahmen, können die Bäume allmählich verkrüppeln und absterben.

Frei vom Befall ist keine Apfelsorte. Bevorzugt werden altbekannte Sorten wie 'Cox', 'Klarapfel', 'James Grieve', 'Goldparmäne' u. a. Bei Neuzüchtungen wird in Richtung Resistenz gearbeitet.

nach obenBiologie

Geflügelte Weibchen sorgen während des Sommers für die Weiterverbreitung, die zusätzlich durch den Wind unterstützt wird. Im Spätsommer (August/September) kommt es häufig zu einem Massenauftreten. Die Weibchen sind in der Lage, ohne Befruchtung Junge zur Welt zu bringen.

nach obenBekämpfung

© May
Zur Verfügung stehen biologische, mechanische und chemische Möglichkeiten. Zunächst wird auf die beiden erstgenannten eingegangen.

Die Blutlauszehrwespe sticht die Läuse an und ihre Larven fressen sie aus. Mit einer Lupe (zehnfache Vergrößerung) kann man feststellen, ob eine größere Anzahl Blattläuse gelöchert ist. Wenn ja, dann sollten weitere Maßnahmen unterbleiben.

Leider überlebt der Nützling häufig nasskalte Winter nicht, so dass mechanisch vorgegangen werden muss, indem stark befallene Zweige abgeschnitten und verbrannt werden.

Besser ist, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Eine altbekannte Bekämpfungsmaßnahme besteht im Einpinseln der kleinen Kolonien im Frühjahr mit einer Lösung aus Brennspiritus und Schellack. Der Spiritus löst den schützenden Wachsflaum der Läuse, der Schellack verschließt ihre Atemöffnungen, so dass sie abgetötet werden.

Sollte ein Massenbefall gegen Ende des Sommers bedrohliche Ausmaße annehmen, kann durch Spritzungen, z. B. mit Pirinor-Granulat, nach Gebrauchsanweisung eingesetzt, Abhilfe geschaffen werden. Das Präparat ist nützlingsschonend!

← vorheriger BeitragPflanzenschutz im Winter
Blutläuse am Stamm
Werden die Blutläuse zum Problem des Jahres?
Der größte Teil der Trauben vertrocknet am Rebstock.
gartenberatung.de: Sie fragen – unsere Gartenexperten antworten!
Züchterischer Fleiß brachte eine Vielfalt an frühjahrsblühenden Krokussen hervor. Blühfaule Sorten graben Sie alle vier bis fünf Jahre aus, sobald sie eingezogen haben. Trocknen lassen und im Oktober an einer anderen Stelle erneut einpflanzen.
Grüne Tipps im März

Schlagworte dieser Seite:

Apfelbaum, Blutlaus

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de