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Garten-Kur: Gründüngung

Gründüngung für die Humusversorgung des Gartembodens
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Gründüngung für die Humusversorgung des Gartembodens

August 2017 In der Landwirtschaft wird Gründüngung zunehmend als Nachfrucht und zur Erholung ausgelaugter Böden genutzt. Die natürliche Methode zur Humusversorgung hat sich auch im Hausgarten bewährt.


Der Boden und die darin wirksamen Kleinlebewesen brauchen Nahrung. Sie verwerten Grünmasse aus speziellen Pflanzen und wandeln sie in Humus um. Dabei werden Nährstoffe frei, die wiederum den Kulturpflanzen als Dünger gelegen kommen. So schließt sich der natürliche Kreislauf. Gründüngung liefert eben diese Grünmasse. Als Gründüngung eignen sich Pflanzen, die schnell wachsen und viel Biomasse produzieren, die den Boden beschatten, ihn auch in der Tiefe lockern und für ein gut belüftetes, fruchtbares Erdreich sorgen. Sie werden bei Blühbeginn oder nach den Frösten abgemäht und in den Boden eingebracht, wo sie den Bodenlebewesen als Nährhumus dienen.

Gründüngung säen Sie idealerweise im Spätsommer und Herbst aus − im August oder Anfang September, wenn die Gartenbeete bereits reiche Ernte getragen haben und neue Nährstoffe für die nächste Gartensaison benötigen. Spätere Saattermine haben keinen Zweck, denn das täglich abnehmende Licht lässt wenig Pflanzenwachstum zu. Wer möchte, kann Gründüngung auch schon im Frühjahr oder Sommer säen und die Pflanzenmasse kurz nach Beginn der Blüte einarbeiten. Säen Sie den Samen breitwürfig oder in Reihen von 20 cm Abstand aus. Dann harken Sie alles flach ein und halten es gut feucht.

nach obenNektar für Nützlinge

Viele Gründüngungspflanzen sind auch für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Insekten von größtem Nutzen. Ihr Vorrat an Nektar scheint unerschöpflich. Das ist besonders in den Herbstmonaten wichtig, wenn andere Blüten immer weniger zur Verfügung stehen.

Bild 1: Bienenfreund (Phacelia)
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Bild 1: Bienenfreund (Phacelia)
Zunehmend Liebhaber in Garten und Landwirtschaft findet der Bienenfreund (Phacelia) 1, eine nordamerikanische Pflanze mit zartblauen Blüten und eine Attraktion für die Insektenwelt. Phacelia bedeckt mit zarten, schirmartigen Blättern sehr schnell den Boden und schützt ihn so vor dem Austrocknen. Die Pflanze wird 60-80 cm hoch, friert leicht und sicher ab. Zu hiesigen Kulturpflanzen besteht keine Verwandtschaft, sodass die Pflanze gern zur Unterbrechung der Fruchtfolge und für die Bodengesundung genutzt wird. Säen Sie Phacelia von März bis Ende August. 2 g Saatgut je Quadratmeter.

Für frühe Saattermine eignet sich hervorragend der Buchweizen, eine alte Kulturpflanze, die vor allem auf leichten, sandigen Böden gedeiht. Dieses Knöterichgewächs verträgt keinerlei Frost, entwickelt sich jedoch schnell und blüht rosarot mit zahlreichen kleinen Blüten. Darauf "fliegen" im wahrsten Sinne des Wortes alle Arten von Insekten, besonders die Bienen. Frühester Saattermin ist Ende April, spätester Anfang August.

Auch der prächtige Inkarnatklee 2 wird von Insekten häufig besucht. In Garten und Feld sind seine leuchtend roten Blüten eine wunderbare Zierde. Als Stickstoffsammler bildet er viel Grünmasse. Gesät wird von März bis Juni (3-4 g/m2).

Bild 2: Inkarnatklee
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Bild 2: Inkarnatklee
Bild 3: Ölrettich
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Bild 3: Ölrettich

Zahlreiche weiße Blüten entwickelt der Ölrettich 3. Neben Blütenreichtum besitzt er eine lange, kräftige Pfahlwurzel, die auch schwere, lehmige Böden bis in die Tiefe lockern kann. Als Kreuzblütler ist er für sandige Böden weniger geeignet, sondern gedeiht besser auf Lehmböden. Saatzeit ist von August bis Anfang September (4 g/m2).

nach obenStickstoffsammler

Bild 4: Knöllchen an den Wurzeln einer Lupine
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Bild 4: Knöllchen an den Wurzeln einer Lupine
Mitglieder der Schmetterlingsblütler-Familie (Leguminosen) können noch mehr: Wie kleine Düngerfabriken entziehen sie der Luft Stickstoff, den sie mit Hilfe von Bakterien umwandeln und in zahlreichen Knöllchen 4 an den Wurzeln einlagern. Stirbt die Pflanze nach dem Frost ab oder wird sie kleingehäckselt und in den Boden eingearbeitet, wird der Stickstoff durch die Tätigkeit der Bodenbakterien allmählich frei. Aussaaten, heranwachsende Gemüse und Blumen profitieren nach dem Winter davon. Durch eine Gründüngung mit Lupine, Luzerne oder einer der stickstoffsammelnden Gründüngungsmischungen (z. B. 'Rotenburger Gemenge') finden Salat, Möhren, Zwiebeln, Radieschen, Rettiche, Erbsen und Bohnen ausreichend Nahrung. Nur Starkzehrer wie Kohl oder Porree benötigen noch eine Zusatzdüngung.

Bild 5: Perserklee
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Bild 5: Perserklee
Auch der bis 40 cm hohe Perserklee 5 sammelt viel Stickstoff aus der Luft. Mit seinen feinen Blättchen und den zartrosa Blüten sieht er eher unscheinbar aus, doch er bedeckt den Boden dicht, schattiert und unterdrückt zuverlässig Unkraut. Die Pflanzen frieren komplett ab und bedecken den Boden im Winter mit einer dichten, schützenden Schicht Pflanzenmasse, die den Boden sauber hält. Im Frühjahr zerfällt sie leicht und kann eingearbeitet werden.

nach obenGründüngung für späte Aussaaten

Die Aussaatperiode für Gelbsenf 6 reicht von März bis Mitte September. Die Pflanzen blühen noch spät im Herbst und entwickeln auf schweren Böden schnell sehr viel Grünmasse, die einen milden, mürben Humus ergibt.

Bild 6: Gelbsenf
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Bild 6: Gelbsenf
Bild 7: Winter-Roggen
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Bild 7: Winter-Roggen

Noch bis kurz vor dem Frost können Sie Winter-Roggen 7 als Gründüngung einsäen, der den Boden bis zum Frühling bedeckt und organische Masse in den Boden bringt. Er ist allerdings nur für leichte sandige Böden empfehlenswert, auf Lehmböden entwickelt sich zu viel Wurzelmasse, die das Einarbeiten im Frühjahr erschwert.

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Bienenfreund, Bodenvorbereitung, Buchweizen, Gelbsenf, Gründüngung, Gründüngungspflanzen, Grünmasse, Herbst, Inkarnatklee, Leguminosen, Perserklee, Spätsommer, Winter-Roggen, Ölrettich

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