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Krankes Gemüse? − Nein, danke!

Juli 2017 Von Pflanzen ernähren sich Tiere, Insekten und Weichtiere, aber auch viele Schadorganismen wie Pilze, Viren und Bakterien. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Gemüsekrankheiten erkennen und was Sie dagegen tun können.


Pflanzen haben durchaus ihre Abwehrmechanismen und wissen sich zu wehren. Leiden sie jedoch unter Kulturfehlern wie unzureichender Ernährung (oder von allem zu viel), einem ungeeigneten dunklen oder zugigen Standort, verdichtetem Boden, Trockenheit oder Vernässung, so werden sie anfällig. Es lassen sich allerdings viele Probleme vermeiden, zum einen durch den richtigen Standort, genügend Nährstoffe und eine gute Pflege, zum anderen durch resistente (immune) oder tolerante (widerstandsfähige) Sorten. Hier haben die Pflanzenzüchter in den letzten Jahren einiges erreicht − und zwar nicht durch Gentechnik, sondern mit dem Einkreuzen gewünschter Eigenschaften aus Wildpflanzen in hochwertige Kultursorten.

nach obenMadige Möhren

Bild 1: Möhrenfliege an Möhren
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Bild 1: Schadbild Möhrenfliege an Möhren
Das Problem: Die Wurzeln sind von Fraßgängen durchzogen. Die Möhren werden ungenießbar und faulen 1.

Die Lösung: Die Maden schlüpfen aus Eiern, die Möhrenfliegen an windgeschützten Stellen ablegen. Richten Sie daher Ihre Möhrenbeete in Windrichtung aus und säen Sie nach Möglichkeit auf freiem Feld. Das Abdecken der Möhren mit feinmaschigen Gemüsefliegennetzen hält die Schädlinge meist zuverlässig ab. Außerdem gibt es wohlschmeckende, gegen Möhrenfliegen tolerante Sorten wie 'Flyaway' und 'Tozresis', die von den Insekten weitgehend gemieden werden.

nach obenVerkrüppelte Salatköpfe

Bild 2: Virusinfizierter Salat
© Stein
Bild 2: Virusinfizierter Salat
Das Problem: Salatpflanzen werden von Läusen befallen und anschließend mit einem Virus infiziert. Sie verkrüppeln zusehends 2.

Die Lösung: Leider sind die Pflanzen nach einer Virus-Infektion nicht mehr zu retten. Vorbeugend können Sie jedoch den Läusebefall durch das Abdecken der Pflanzen mit Vlies oder einem Kulturschutznetz verhindern. Das Problem tritt nur bei älteren Sorten auf. Sorten wie Kopfsalat 'Dynamite', 'Fiorella' oder Eissalat 'Barcelona' und 'Fortunas' sind nicht nur resistent gegen Viren, sondern auch gegen die Grüne Salatblattlaus.

nach obenMehltau, echt und falsch

Das Problem: Mehltau ist eine weit verbreitete Pilzerkrankung, die in über 100 Arten auftreten kann. Man unterscheidet vor allem zwischen dem Echten und dem Falschen Mehltau.

Der Echte Mehltau 3 bildet sich bei starker Wärme und Trockenheit. Er wird daher auch "Schönwetterpilz" genannt. Zu sehen ist dann ein feiner weißer Belag auf den Blattoberseiten und Blüten der befallenen Pflanzen, die nach und nach braun werden und vertrocknen. Echter Mehltau tritt vor allem an Gurken und Möhren auf.

Bild 3: Echter Mehltau
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Bild 3: Echter Mehltau
Bild 4: Falscher Mehltau
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Bild 4: Falscher Mehltau

Der Falsche Mehltau 4 dagegen bildet sich bei viel Feuchtigkeit. Vor allem Erbsen, Kopfsalat, Kohl, Radieschen, Spinat, Kürbisse und Zucchini werden von ihm befallen. Das Schadbild unterscheidet sich grundlegend von dem des Echten Mehltaus, da beide Blattseiten befallen sind: Die Blattunterseite zeigt einen weißen Belag, der später auch grau werden kann. Die Blatt­oberseite zeigt Aufhellungen und gelbe Flecken. Befallene Blätter, Blüten und Früchte sterben ab.

Die Lösung: Rechtzeitig erkannt, können Sie Mehltau gut behandeln. Schreitet die Krankheit fort, kann allerdings die ganze Pflanze absterben. Entfernen und entsorgen Sie befallene Blätter, damit sich der Pilz nicht ausbreitet. Dann können Sie die Pflanzen mit Pflanzenschutzmitteln behandeln. Beim Echten Mehltau hilft auch das Behandeln mit verdünnter Frischmilch. Bei Falschem Mehltau verwenden Sie einen Sud aus Ackerschachtelhalm, Rainfarn oder Knoblauch.

Der beste Schutz sind tolerante Sorten wie die Zucchini 'Mastil' oder 'Zodiac', die Erbsen 'Zufalo', 'Zuccola' oder 'Vitara' und die Gurken 'Dominica', 'Sudica' oder 'Diamant'.

nach obenTomaten-Krankheiten

Bild 5: Kraut- und Braunfäule an Tomate
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Bild 5: Kraut- und Braunfäule an Tomate
Das Problem: Bei Tomaten ist vor allem die Kraut- und Braunfäulekrankheit 5 gefürchtet. Sie wird durch Pilzsporen hervorgerufen, die sich in der Erde rund um die Tomaten befinden. Beim Gießen und durch Regen gelangen diese durch Spritzer von der Erde an die Blätter der Pflanze und infizieren sie. Einzelne Blattteile, Früchte und schließlich die ganze Pflanze sterben ab. Befallene Früchte bekommen orange-braune Flecken und werden ungenießbar.

Die Lösung: Gießen Sie vorsichtig, am besten nicht von oben herab, sondern ganz nah an der Pflanze. Bewährt hat sich das Gießen der Tomatenpflanzen auch über einen kleinen Pflanztopf, der vor der Pflanze in der Erde eingegraben wird − am besten leicht schräg. Die Bodenlöcher des Topfes sollten zur Wurzel der Tomatenpflanze führen. Idealerweise entfernen Sie die untersten Blätter der Pflanze. So erhalten die Pflanzen Wasser, ohne selbst nass zu werden. Lassen Sie Ihre Tomaten nicht im Regen stehen: Ein geschützter Standort unter einem Dach ist sinnvoll.

Außerdem gibt es Sorten wie 'Philovita', 'Phantasia' oder 'Fantasio', die sehr widerstandsfähig sind.

Das Problem: Bei Tomaten tritt manchmal auch die Blütenendfäule auf. Dabei bekommen die Tomatenfrüchte platte, schwarze Faulstellen, die sich vergrößern. Das ist ein Zeichen für Kalimangel, verursacht durch Wassermangel. So wird der Nährstoff in der Pflanze nicht transportiert.

Die Lösung: Immer reichlich, aber vorsichtig gießen und Tomaten nicht welken lassen.

Tipp: Wenn Sie Fragen zu Gemüsekrankheiten oder zur Pflege von Gemüse haben, wenden Sie sich gerne an Ihre Gartenberater.
Weitere Infos: www.gartenberatung.de
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Schlagworte dieser Seite:

Braunfäulekrankheit, Gemüse, Krankheit, Maden, Mehltau, Salatköpfe, widerstandsfähig

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