Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Gemüse > Großmutters Schätze: Alte Gemüse
← vorheriger BeitragKrankes Gemüse? - Nein, danke!
nächster Beitrag → Bio-Gemüse

Großmutters Schätze: Alte Gemüse

Alte Gemüse in Mischkultur
© Stein
Alte Gemüse in Mischkultur

Juni 2017 Großmutters Küche war deftig und nahrhaft. Man kultivierte, was sich als praktisch erwies und gut gedieh. Viele Gemüsespezialitäten von damals entdecken wir heute wieder. Und manches kommt in veränderter Weise als Neuheit daher.


Meerkohl
© Stein
Meerkohl
Der Meerkohl (Crambe maritima) ist heute fast vergessen. Und doch hat man um die Jahrhundertwende davon an den Küsten rund um die Nordsee im Frühling wohlschmeckende fleischige, spargelähnliche Triebe geerntet.

Salatrauke 'Speedy'
© Stein
Salatrauke 'Speedy'
Ein anderes Wildgemüse wurde schon vor einiger Zeit wiederentdeckt: die Salatrauke (Rucola). Der nussig-pfeffrige, sehr angenehme Geschmack dieses uralten Würzkrauts hat im Sturm die italienischen Restaurants und danach die Herzen der Kräuterliebhaber erobert. Wir unterscheiden unter zwei botanisch ganz verschiedenen Arten: Während die Kultivierte Salatrauke (Rucola coltivata, Eruca sativa) so schnell wie Radieschen wächst, braucht die Wilde Rauke (Rucola selvatica, botanisch Diplotaxis tenuifolia) viel länger für ihre Entwicklung. Dafür kann man sie fast das ganze Jahr über ernten.

Rote Rübe 'Chioggia'
© Stein
Rote Rübe 'Chioggia'
In der Gegend um Venedig ist die herrlich süß schmeckende Rote Rübe 'Chioggia' schon lange beliebt. Inzwischen ist sie bei zahlreichen Samenanbietern im Angebot. Das Besondere daran: Beim Aufschneiden zeigen sich im Wechsel rote und weiße Ringe, was einen Rohkostsalat auch zu einem optischen Genuss macht.

nach obenAlte Gemüse für den Garten

Rote Gartenmelde (Atriplex hortensis 'Rubra')

Sie ist eine Bauerngartenpflanze mit langer Tradition. Leicht sät sie sich von selbst aus und taucht zwischen Gemüse oder Sommerblumen auf. Mit ihrem mattroten Laub und dem tannenähnlichen Wuchs ist sie so dekorativ, dass ihr Wert als spinatähnliches Gemüse leicht in Vergessenheit gerät − sie ist fast zu schade zum Verzehr.

Erdbeerspinat
© Stein
Erdbeerspinat

Erdbeerspinat (Blitum capitatum)

Probieren lohnt auch beim Erdbeerspinat. Er bringt zunächst spinatartige Blätter hervor, später dann Fruchtstände mit zierenden leuchtendroten Früchten, die aufgereiht an einem bis zu 30 cm langen Blütenstand prangen und wie Monatserdbeeren aussehen. Zur Kaiserzeit wurden damit festliche Tafeln dekoriert.

Dieser Vorläufer unseres heutigen Spinats stammt aus den Pyrenäen und war bis zur Verbreitung des aus Arabien stammenden Spinats weit verbreitet. Erst nach dem Ersten Weltkrieg verschwand der Erdbeerspinat von der Speisekarte. Er lohnt das Probieren, weniger als Nahrungspflanze, sondern zur Zierde.

Sauerklee (Oxalis deppei)

Als "Glücksklee" wird die raschwüchsige Pflanze aus Knöllchen herangezogen. Dass sie auch im Garten gedeiht, ist weniger bekannt und schon gar nicht, dass Sie im Herbst von ihr zarte, leckere weiße Rübchen ernten können. Gepflanzt wird im Freien von April bis Mai, gerne in Reihen um Beete als Einpflanzung.

Schweizer Stangenbohnen

Jahrhundertealt und trotzdem wieder heiß begehrt ist dieser alte Küchenschatz aus den berühmten Bauerngärten der Schweiz. 'Berner Landfrauen' bringt lange, fleischige Hülsen, die grün-braun gefleckt sind. Ihr Geschmack ist unvergleichlich kräftig und "bohnig". Die robuste Sorte gedeiht ab Mai auch gut in Höhenlagen, wo die Bedingungen nicht immer ideal sind und trägt reich.

Spargel- oder Flügelerbse (Lotus tetragonolobus)

Die Spargel- oder Flügelerbse wird seit dem 17. Jahrhundert kultiviert. Obwohl der Name auf die erbsenähnlichen Samen und die Verwendung hindeutet, zählt dieses alte Gemüse eher zu den Kleearten. Die Pflanze ist mit bräunlich purpurfarbenen Blüten und dreigeteilten, graugrünen Blättern sehr attraktiv. Der Wuchs ist buschig, mit ca. 40 cm langen Trieben, die zum Teil hoch wachsen oder auf dem Boden kriechen. Interessant sehen die fast viereckigen, nach innen gewölbten und flügelartigen Hülsen aus.

Spargel- oder Flügelerbsen sind je nach Aussaat ab Juni reif, werden 5 bis 6 cm lang und müssen sehr jung geerntet werden. Bis September wachsen laufend Hülsen nach. In etwas Butter gedünstet erinnern sie im Geschmack an Spargel. Ältere Hülsen schmecken nicht mehr so gut und werden schnell hart. Die getrockneten Samen können sie rösten und als Kaffeeersatz verwenden.

Die Pflanzen gedeihen gut auf einem sonnigen, warmen Beet. Mitte April bis Anfang Juli sät man in 3 bis 4 cm tiefe Reihen dünn verteilt aus. Die später buschigen Pflanzen benötigen einen Reihenabstand von 50 bis 60 cm. Sie können sie auch an einem Spalier klettern lassen.

Pastinake
© Stein
Pastinake

Pastinaken (Pastinaca sativa)

Pastinaken gehören, wie die nahe verwandten Möhren oder Wurzelpetersilie, zur Familie der Doldenblütler. Die dunkelgrünen Blätter werden ca. 60 cm hoch, die dicken weißen Wurzeln erreichen 20 bis 25 cm Länge und schmecken süß-aromatisch.

Kultiviert werden sie wie Möhren. Die weißen, lange lagerfähigen Rüben waren in Ostpreußen und in vielen Gegenden Deutschlands sehr begehrt und sind es heute wieder bei Bio-Bauern. Sie schmecken möhrenähnlich und werden als Gemüse gegart serviert.

Tipp: Pastinaken sind als eines der wenigen frostbeständigen Gemüse, die Sie im Winter aus dem Boden immer frisch ernten können. Sie enthalten viel Carotin und werden wegen ihrer besseren Verdaulichkeit gern als Bestandteil von Babynahrung verwendet.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Blaue Kapuzinererbse
© Stein
Blaue Kapuzinererbse

Blaue Kapuzinererbsen (Pisum sativum)

Die "Blauen Erbsen" gehören zu den traditionellen Delikatessen in der Regionalküche Ostfrieslands und Hollands. Diese ungewöhnlichen Erbsen tragen 5 bis 6 cm lange blaue Hülsen mit hellgrünem Frischkorn an ca. 80 cm hohen Pflanzen. Die frischen Körner schmecken leicht süß. Begehrt sind eher die getrockneten Körner, die Sie aufquellen und mit Zwiebeln und Speck − ähnlich wie Linsen − als nahrhaftes, deftiges Wintergericht zubereiten können. Am ertragreichsten und beliebtesten ist die Sorte 'Blauwschokker Desiree'.

← vorheriger BeitragKrankes Gemüse? - Nein, danke!
nächster Beitrag → Bio-Gemüse
Tomaten sind gesund und geben viel Saft ab, der herrlich süß und tomatig-lecker schmeckt.
Gemüse für gesunde Smoothies
Speise-Süßkartoffel 'Erato®-Orange'
Neues Gemüse 2016
Spinat-Nocken mit Allgäutaler Käse
Junges Gemüse

Schlagworte dieser Seite:

Erdbeerspinat, Flügelerbse, Gemüse, Kapuzinererbse, Meerkohl, Pastinake, Rote Gartenmelde, Rote Rübe, Rucola, Salatrauke, Sauerklee, Spinat, Stangenbohne

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de