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Erfahrungen im Bundeswettbewerb 2016

Januar 2017 Zum vierten Male durfte ich im vergangenen Jahr als Jurymitglied an einem Bundeswettbewerb teilnehmen. Und wie bei den vergangenen Wettbewerben war mein Bewertungsbereich die Gärten der Mitglieder, zusammengefasst unter der Überschrift "Klimaschutz und Ökologie".


Diese Überschrift zeigt, dass es um viel mehr geht als um einen exakten Heckenschnitt, eine gepflegte Rasenfläche oder ein sauber geharktes Staudenbeet. Artenvielfalt, Förderung des Naturschutzes und ein Beitrag zum Klimaschutz sind die Schwerpunkte. Daneben werden aber auch Ideen zum barrierearmen Gärtnern, zur Gestaltung von Grundstücksgrenzen oder bauliche Anlagen bewertet.

nach obenKlimaschutz durch Bepflanzung

Bild 1: Kleinbäume in Hausnähe
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 1: Kleinbäume in Hausnähe
Bild 2: Fassadenbegrünung
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 2: Fassadenbegrünung
Bild 3: Verunkrautung auf einer Kiesschüttung
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 3: Verunkrautung auf einer Kiesschüttung
Dass der Klimaschutz auch im Hausgarten unterstützt werden kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Es gab viele positive Beispiele für Kleinbäume in Hausnähe Bild 1 oder Dach- und Fassadenbegrünungen Bild 2. Doch leider werden immer noch allzu häufig Bäume und Großgehölze vor allem aus Vorgärten entfernt, und auch in den Gärten der Mitglieder hält der große Gartentrend der vergangenen Jahre Einzug: Steinbeete, oder besser gesagt Kiesschüttungen mit einer sehr geringen Anzahl an Pflanzen. In nicht wenigen Fällen ließ sich eine Hauptproblematik dieser Gartengestaltung erkennen: Eine Verunkrautung Bild 3, der man mit herkömmlichen Methoden wie hacken oder auch mit thermischen Verfahren nicht mehr Herr wird. Hier bleibt zu hoffen, dass bei Neuanlagen wieder die Pflanze in den Vordergrund der Gestaltung rückt.

nach obenKlimaschutz durch Entsiegelung

Bild 4: Entsiegelung
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 4: Entsiegelung
Im vergangenen Wettbewerb wurde seitens der Bewertungskommission moniert, dass viele Verkehrsflächen auf den Grundstücken vollflächig versiegelt waren. Hier zeigt sich eine leicht positive Entwicklung. Verstärkt werden Bodenbeläge verwendet, bei denen das Wasser in breiten Fugen versickern kann. Darüber hinaus fanden sich viele nachahmenswerte Beispiele, wie breite Zufahrten durch Grünstreifen zwischen den Fahrspuren Bild 4 aufgebrochen werden können. Auch die Versickerung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück, aber auch in entsprechenden Mulden im Straßenbereich, waren recht häufig zu sehen. Vielleicht wirken hier die mittlerweile verbreitet erhobenen Gebühren der Kommunen im Rahmen des Gebührensplittings beim Thema Abwasser und fördern so einen sinnvollen Umgang mit dem Regenwasser.

nach obenBiodiversität − Vielfalt des Lebens

Bild 5: Bunte Stauden-Gehölz-Kombinationen
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 5: Bunte Stauden-Gehölz-Kombinationen
Der Begriff Biodiversität steht als Sammelbegriff für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Für den Wettbewerb bedeutet dies, inwieweit bei der Gartengestaltung und -nutzung Vielfalt und Artenreichtum der Pflanzenwelt berücksichtigt werden. In diesem Bewertungsbereich gab es viele vorbildliche Beispiele: Bunte Stauden-Gehölz-Kombinationen Bild 5, großzügige Teichanlagen, bunt blühende Trockenmauern, aber auch vielfältige Nutzgartenbereiche mit üppigen Gemüsebeeten inkl. Hochbeeten und Gewächshäusern sowie Obstgehölzen in allen Variationen konnten begutachtet werden. Gerade junge Familien entdecken den Nutzgarten wieder neu, auch um ihren Kindern einen natürlichen Bezug zu Obst und Gemüse näher bringen zu können.

nach obenFörderung des Naturschutzes

Bild 6: Insektenhotel für Nützlinge
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 6: Insektenhotel für Nützlinge
Zu einem funktionierenden Garten gehört auch die Förderung des Naturschutzes. Diesen Aspekt haben sich die Teilnehmer sehr zu Herzen genommen − so sahen wir viele Gärten, in denen Vogelkästen in diversen Variationen an Häusern oder in den Bäumen angebracht waren. Aber damit endet der Naturschutz nicht: Unterschlupfmöglichkeiten für Ohrwürmer, Blumenwiesen und Insektenhotels für Nützlinge Bild 6, sogar Laufenten konnten in einem Garten bewundert werden. Wer schon eigenes Obst und Gemüse anbaut, möchte im eigenen Garten möglichst auf chemischen Pflanzenschutz verzichten und holt sich Hilfe durch eine entsprechende Gartengestaltung.

nach obenBarrierearmes Gärtnern

Bild 7: Klassisches Hochbeet mit stabiler Holzkonstruktion
© Verband Wohneigentum/Breidbach
Bild 7: Klassisches Hochbeet mit stabiler Holzkonstruktion
Ohne Zweifel haben die Varianten des barrierearmen Gärtnerns in den vergangenen Jahren zugenommen. Dies ist allerdings nicht nur dem Altersdurchschnitt der Mitglieder geschuldet. Auch jüngere Mitgliedern entdecken die Vorteile dieses Anbauverfahren und bauen Hochbeete in verschiedenen Ausführungen: klassisch mit stabilen Holzkonstruktionen Bild 7 oder auch aus Gabionen. Einige haben ihr Hochbeet sogar mit einer Abdeckung versehen, um das Bearbeitungsfenster im Frühjahr und im Herbst zu verlängern.

In der Summe der Kriterien lässt sich sagen, dass eine Vielzahl der Teilnehmer ihren Garten abwechslungsreich und vielfältig gestalten und somit im Bundeswettbewerb 2016 einen guten, teils auch hochwertigen Beitrag im Bereich Klimaschutz und Ökologie liefern konnten. Darüber hinaus − und bisher unausgesprochen − begeistern sich viele Besitzer für eine passende Dekoration und Beleuchtung in ihrem Garten und machen ihn damit zu einem ganz persönlichen Schmuckstück.

Ihr Bundesgartenberater
Martin Breidbach

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