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Winterklar im Gemüsegarten

Gemüsegarten im Herbst
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Gemüsegarten im Herbst

November 2016 Bei schönem Herbstwetter können selbst Aufräumarbeiten Spaß machen. Ab und zu kommen ein paar Sonnenstrahlen durch feuchte Nebelwolken, und im Garten haben es die letzten Kohlköpfe, Topinambur oder Astern geschafft, noch etwas Farbe hervorzuzaubern. Es ist jedoch Zeit zum Ernten der letzten Gemüse, zum Aufräumen und zum Vorbereiten auf den bevorstehenden Winter.


Wer Wintergemüse gesät oder gepflanzt hat, kann sich noch über die letzten Ernten freuen: Grünkohl schmeckt erst so richtig gut, wenn er etwas Frost abbekommen hat, Porree und die letzten Kohlköpfe dürfen nun im Haus eingelagert werden, Pastinaken und Schwarzwurzeln kommen jetzt auf den Teller.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Feldsalat der Sorte 'Vit'
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Feldsalat der Sorte 'Vit'
Zuckerhut verträgt Fröste bis -8 Grad, unter einer schützenden Schneedecke übersteht es auch den härtesten Winter.

Auch Feldsalat überdauert den Frost. Nur die Sorte 'Holländischer großblättriger' erfriert, also muss man die Pflanzen rechtzeitig ernten. Andere Sorten wie 'Vit', 'Verte de Cambrai' oder 'Favor' können ihren Zellsaft stärker verdichten und mit zuckerhaltiger Lösung dem Gefrierprozess entgegensteuern.

Auf die gleiche Weise überdauern auch andere "winterharte" Gemüsepflanzen: spezielle Sorten von Wirsing, Lauch, Grünkohl, Rosenkohl, Salatrauke, Löffelkraut, Barbarakraut. Sie alle kann man noch bis Dezember oder Januar abernten, bevor die ganz große Kälte kommt.

nach obenSchutz vor Frost

Auch bei winterharten Gemüsesorten erleichtert das Abdecken mit Folie oder Vlies das Ernten.
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Auch bei winterharten Gemüsesorten erleichtert das Abdecken mit Folie oder Vlies das Ernten.
Doch im Gemüsegarten sind die wenigsten Pflanzen heimisch und damit ohne weiteres angepasst, den Winter zu überdauern. In Rillen, im Frühbeet oder im Gewächshaus − vor den beißenden Winden geschützt − trotzen Spinat, Wintersalat, Winterblumenkohl, Spitzkohl und Radicchio der Sorte 'Verona' der kalten Jahreszeit. Auch Petersilie und Kräuter wie Salbei und Thymian gehören in diese Kategorie.

Ein Schutz mit aufgelegter Schlitz- und Noppenfolie oder mit Vlies ist für alle überwinternden Gemüse trotzdem empfehlenswert − Schnee und Laub werden von den kleinen Blättern ferngehalten und erleichtern die Ernte.

Das dünne Material kann keine Wärme zaubern. Trotzdem ist eine Wirkung vorhanden, die auf folgenden Kriterien beruht: Tautropfen kondensieren an der dünnen Haut, wenn die Temperaturen in einer kalten Nacht unter den Gefrierpunkt fallen. Es bildet sich eine dünne, starre, aber isolierende Eisschicht, die bis zu -8 Grad von den empfindlichen Pflanzenzellen fernhalten kann. Windschutz und der leichte Schatten wirken sich zudem positiv aus, verhindern an sonnigen, kalten Tagen die enormen Temperaturunterschiede, die selbst abgehärteten Pflanzenzellen zu schaffen machen. 12 Grad Wärme auf der besonnten und 10 Grad Kälte auf der schattigen wurden bei einem Test in einem Wirsing-Kopf gemessen. Kein Wunder, wenn Baumstämme an entsprechenden Wintertagen mit lautem Knall zerbersten − die so entstehenden Spannungen sind zu groß. Das Weißen der Baumstämme mit umweltschonenden Mitteln lässt solche Unterschiede nicht entstehen, reflektiert die wärmenden Strahlen und rettet so den Bäumen das Leben.

nach obenBodenbearbeitung vor dem Winter

Besonders bei schweren, tonigen oder lehmigen Böden erleichtert das grobschollige Lockern des Bodens im Herbst die Bodenbearbeitung im Frühjahr.
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Besonders bei schweren, tonigen oder lehmigen Böden erleichtert das grobschollige Lockern des Bodens im Herbst die Bodenbearbeitung im Frühjahr.
Auch wenn man über die Notwendigkeit des Umgrabens unterschiedlicher Meinung sein kann: bei schweren, tonigen oder lehmigen Böden ist es empfehlenswert, den winterlichen Frost als Helfer einzusetzen. Dazu wird der Boden grobschollig gelockert. Regen und Frost sprengen die Erdbrocken auf, der Boden wird luftiger, lockerer und lässt sich im Frühjahr leichter bearbeiten. Außerdem können sich Unkräuter wie etwa Vogelmiere nicht über Winter ausbreiten. Zwar landen Bakterien und Bodenlebewesen anfangs in tieferen Schichten, doch sie erobern bald das neue Terrain und können sich eher kräftiger entwickeln.

Auf leichten, sandigen Böden allerdings kann man über den Winter Gründüngung einsetzen, die abfriert und im Winter schützend liegen bleibt, bis man den Boden im Spätwinter abharkt und die Erde mit einem Sauzahn oder anderen Geräten lüftet und lockert. Gut bewährt hat sich für diesen Zweck der Stickstoff sammelnde Perserklee.

Gedüngt wird jedoch erst im Frühjahr, denn Nährstoffe, die jetzt in den Boden gelangen, werden nicht mehr von den Pflanzen aufgenommen.

nach obenGewächshaus ­reinigen

Die frostfreien Tage im Winter eignen sich gut zur Reinigung des Gewächshauses.
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Die frostfreien Tage im Winter eignen sich gut zur Reinigung des Gewächshauses.
Schneller, als man denkt, sind die Wintermonate vorbei. Da heißt es, die frostfreien Tage im Winter zu nutzen. Klar Schiff und blankes Glas sind nötig, damit sich auch der Aufwand für ein Gewächshaus lohnt. Licht bedeutet Energie für die grünen Zellen und Wachstumsschübe, die allerdings nicht kommen, wenn die Scheiben blind sind vom Schmutz.

Ein prüfender Strich mit dem Finger über blankes und genörpeltes Glas, über Kunststoff und Folie wird jeden Ungläubigen überzeugen. Es kommt hinzu, dass die Abdeckmaterialien selbst erhebliche Lichtmengen schlucken. Sind sie außerdem noch verschmutzt, kommt innen den Pflanzen leicht nur die Hälfte des ohnehin mageren Lichtangebotes zugute.

Zur Reinigung eignet sich ein frostfreier Tag, ein Eimer mit klarem, möglichst angewärmtem Wasser, dem ein handelsübliches Spülmittel beigefügt sein kann. Algen, Erdreste und Mooskrusten werden sich nach einer halben Stunde Vorweichen leichter lösen. Es kommt auf genaues und sorgfältiges Arbeiten an, auf etwas sanften Druck mit dem Schrubber, wenn sich an Stehwänden und Pfosten, an Türen und Stellagen die zahllosen Infektionsherde und Unterschlupfmöglichkeiten für Ungeziefer in saubere und glänzende Flächen verwandeln sollen.

Hygiene ist wichtig, nicht nur in Unratsecken, wo sich Ungeziefer verstecken kann. Die insektenfreie Zeit sollte auch genutzt werden, um die Sprossen, Pfetten, Türen und sonstige Gewächshausteile aus Metall oder Holz erst gründlich zu säubern und dann zu streichen. Aluminium-Konstruktionen sind davon ausgenommen, sie sind pflegeleicht.

nach obenMit Noppenfolie vor Frost schützen

In wintermilden Gebieten reicht ein mit Isolierfolie eingehülltes Gewächshaus mitunter, um den Inhalt frostfrei durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Noppenfolie führt jedes gute Gartencenter und Fachgeschäft. Der Isoliereffekt (Luftblase an Luftblase) hat sich als energiesparende Maßnahme auch bei Frühbeeten bewährt. Jeder Gärtner macht davon reichlich Gebrauch, denn 3 bis 4 Grad Unterschied können sich sehen lassen. Ob Gemüsekultur oder Kübelpflanzen, die überwintern, sie alle profitieren davon. Die isolierenden Folien gibt es mit dickeren und flacheren Bläschen.

nach obenTipp

Das Anbringen von Noppenfolie mit Hilfe von Halterungen ist leicht und lässt sich schnell durchführen. Allerdings muss das Ankleben der Halter auf das Glas oder Plastikmaterial mit Silikon schon vorbeugend bei frostfreiem Wetter geschehen.

Reicht das noch nicht, sind für die Überbrückung von wenigen kalten Nächten Elektrolüfter mit einem Frostwächter preiswerte Wärmequellen, die sich nur bei Bedarf einschalten, oder Heizgeräte auf Propangas- und Petroleumbasis.

Für empfindlichere Kulturen und Gewächshäuser in den weniger begünstigten Höhenlagen braucht es allerdings stabile und verläßliche Anschlüsse, zum Beispiel an die Hausheizung.

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