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Riesengemüse für Wettbewerbe

September 2016 Supergemüse sind nicht nur in England oder den USA eine Attraktion. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Wettbewerbe um die größten gezogenen Früchte. Welche Gemüse rekordverdächtige Früchte bilden, zeigen wir Ihnen hier.


Zu den bekanntesten Riesengemüsen zählen wohl die Kürbisse. Der alljährliche Kürbis-Wettbewerb im Schlosspark von Ludwigsburg in Baden-Württemberg hat sich mittlerweile zu einem bedeutenden, internationalen Ereignis entwickelt, das Tausende von Besuchern anzieht. Unglaublich, was dort für Früchte angefahren werden, denn selbst tragen kann sie niemand mehr: der größte Kürbis aus dem Wettbewerb 2015 brachte stolze 812,5 Kilogramm auf die Waage! In diesem Jahr findet das Ereignis am 2. Oktober statt. Wer also mit seinem Kürbis dabei sein möchte, hat noch Zeit, ihn ein wenig zu päppeln.

Kürbis der Sorte 'Dills Atlantic Giant'
© Stein
Bild 1: Kürbis der Sorte 'Dills Atlantic Giant'
Wer dagegen im nächsten Jahr mitmachen möchte, sollte spezielle Sorten anziehen, die besonders große Früchte bilden. 'Dills Atlantic Giant' Bild 1 oder 'Gran Gigante' (z. B. von Kiepenkerl, Volmary oder Sperli) sind auch bei uns erhältlich. Die Kulturrezepte der Gewinner bleiben meist geheim, doch Wettbewerbprofis geben ihren Pflanzen viel nahrhafte Erde, Gaben von Flüssigdünger (u. a. auch Bier oder Milch), viel Platz und kultivieren sie oft im warmen Folienhaus. Auch ist es ratsam, nur eine Frucht zu belassen, damit die Pflanze ihre ganze Kraft hineinstecken kann. Auch soviel sei verraten: Man muss schon früh aussäen (Anfang März) bei Wärme um 22 °C. Als guter Erfolg für "Normalbürger" gelten Gewichte um 80 bis 90 kg, für Profileistungen reicht das aber nicht. Normale Aussaatzeit ist April bis Anfang Mai unter Glas, im Freien genügt noch ein Termin Anfang Juni.

nach obenWahnsinn: mehr als 8 Kilo von einer ­Riesenzwiebel

Bild 2: Riesenzwiebel der Sorte 'Exhibition'
© Stein
Bild 2: Riesenzwiebel der Sorte 'Exhibition'
Die bislang größte Gemüsezwiebel der Welt wurde am 16. September 2011 auf der für Gemüse-Wettbewerbe berühmten Harrogate Flower Show in Nordengland vom Rentner Peter Gazebrook mit 8,150 kg erzielt. Mit der Riesenzwiebel-Sorte 'The Kelsae' aus dem schottischen Ort Kelso versuchte sich schon früher ein Klostergärtner aus Niederbayern, doch nimmt sich sein deutsches Rekordergebnis mit 2.250 Gramm eher bescheiden aus. Des Rätsels Lösung: Die Sorten 'The Kelsae' und 'Exhibition' Bild 2 (z. B. von Gärtner Pötschke oder Kiepenkerl) erhalten dank der im Norden längeren Sommertage viel mehr Tageslicht.

Schon 1 bis 1,5 Kilo für Exemplare der angenehm mild schmeckenden Gemüsezwiebeln erregen hierzulande Aufsehen, sind aber durchaus erreichbar. Hier das Rezept: Aussaat auf der Fensterbank bis Mitte März einzeln in Töpfchen, Mitte Mai an sonniger Stelle pflanzen, 25 bis 30 cm Abstand, viel Kompost und anfangs viel Feuchtigkeit in Form von Flüssigdüngung geben, Ernte August bis September.

nach obenRiesen-Knoblauch/Elefanten-­Knoblauch

Bild 3: Riesen-Knoblauch
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Bild 3: Riesen-Knoblauch
Mit einem Knollen-Durchmesser von 7 bis 10 cm hat der Riesen-Knoblauch Bild 3 außergewöhnliche Qualitäten. Reinweißes Fleisch, angenehm mildes Aroma und schwächerer Geruch machen diesen Knobi bei Feinschmeckern zum Geheimtipp. Sie wissen auch zu schätzen, dass sich die großen Knollen und Teilstücke (die "Zehen") in der Küche wesentlich einfacher putzen und zubereiten lassen. Ansonsten ist er ein echter Knoblauch mit allen gesundheitlichen Vorzügen und mit dem typischen Geschmack. Auch beim Wachsen macht der Riesen-Knobi seinem Ruf alle Ehre: im Wuchs wesentlich kräftiger als normaler Knoblauch erinnern die winterharten Pflanzen mit ihren blaugrauen dicken Schäften eher an Porree. Sie werden im Spätsommer in ca. 90 cm Höhe gekrönt von einem runden Blütenball, der allerdings keinen Samen ergibt. Wie jeder echte Knoblauch sind die Pflanzen steril, sie lassen sich nur vegetativ über die Zehen vermehren. Erntezeit ist im August. Anschließend kann man pflanzen, entweder noch im Herbst oder im zeitigen Frühling. Gepflanzt werden die Zehen an sonniger Stelle ca. 10 cm tief in nährstoffreicher Erde. Ein guter Pflanzabstand für den Riesen-Knoblauch ist 20 × 25 bis 30 cm.

nach obenKohlrabi XXL

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Bild 4: Riesen-Kohlrabi der Sorte 'Superschmelz'
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Bild 4: Riesen-Kohlrabi der Sorte 'Superschmelz'
Auch mit Riesen-Kohlrabi der Sorten 'Superschmelz' Bild 4, 'Kossak' oder 'Gigant' wurden schon Rekorde erzielt. Er wächst langsam und steht erst ab Sommer bis zum Spätherbst zur Ernte an. Dafür kann er enorme Größe und bis zu 10 Kilo Gewicht erreichen, platzt nicht und ist schossfest. Trotz seines Umfangs bleibt das Fleisch butterweich zart und wird bei richtiger Pflege nicht holzig. Als Rohkost genossen, ist es knackig und schmeckt angenehm süß und saftig − ein idealer kalorienarmer Snack für die Mittagspause oder als gesunde Alternative zum Schokoriegel. Man kann diesen Kohlrabi auch kochen oder in Stifte oder Scheiben geschnitten als Wintervorrat einfrieren. Aussaatzeit ist von April bis Juni.

Die Pflanzen brauchen eine nährstoffreiche, humose und wasserspeichernde Erde, sowie einen sonnigen Standort im Freiland.

Tipp: Kohlrabis sind durch viele Schädlinge (wie z. B. Läuse, Kohlfliege, Tauben oder Kohlweißlingsraupen) gefährdet. Es lohnt sich deshalb, sie vom Auspflanzen bis zur Ernte mit einem Kulturschutznetz abzudecken. So ernten Sie appetitlichen schmackhaften Kohlrabi ohne Spritzmaßnahmen.

nach obenSpaghettibohne, ­Meterlange Bohne (Vigna unguiculata)

Bild 5: Spaghettibohne
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Bild 5: Spaghettibohne
Unter günstigen, warmfeuchten Bedingungen können die sehr feinen, schnurartigen Hülsen der in Asien weit verbreiteten Spaghettibohne Bild 5 60 bis 100 cm Länge erreichen. Ihr kerniger Geschmack ist aromatisch und angenehm − eine echte und ungewöhnliche Delikatesse, die man bei uns selten findet. Die schlingenden Triebe erreichen 2 bis 3 Meter Höhe und brauchen deshalb Halt an Schnüren oder Gittern. Die Ernte erfolgt zwischen Juli und September.

Fernöstliche Reis- oder Nudelgerichte sind ideal für diese Delikatesse, zubereitet in einem Wok oder gedünstet in Salzwasser. Gewürzt wird mit Salz und Pfeffer, Zwiebeln, Bohnenkraut, Petersilie oder Lauch. Auch die Zubereitung nach europäischer Art wie Busch- oder Stangenbohnen passt vorzüglich.

Kultur: Dieses Wärme liebende Gemüse gedeiht bei uns am besten in einem Gewächshaus, ähnlich Gurken, Paprika oder Melonen. Im Weinbauklima ist jedoch der Anbau auch im Freien möglich, doch sollte der Platz windgeschützt, warm und sonnig sein. Sehr früh ernten, denn spätere Reifestadien werden leicht hart.

Die Aussaat erfolgt Ende Februar − Mai im Gewächshaus oder auf der Fensterbank, jeweils 3 bis 5 Korn/Topf. Die Weiterkultur erfolgt ähnlich wie bei Stangenbohnen im Gewächshaus an Schnüren oder Gittern. Hohe Temperaturen von 25 bis 30 °C und ein Pflanzabstand von 60 × 100 cm sind optimal.

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Schlagworte dieser Seite:

Bohne, Flüssigdünger, Knoblauch, Kohlrabi, Kohlweißlingsraupe, Kürbis, Riesengemüse, Riesenzwiebel, Wettbewerb

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