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Der große Erntesegen

Juli 2016 Selbstgeerntetes Gemüse kommt am besten frisch auf den Tisch. Knackig frische Salate und sonnenreife Tomaten, süße Melonen und herzhafte Kräuter sind der verdiente Lohn fürs Säen, Pflanzen und Betreuen. Den vollen Genuss bekommt freilich nur, wer auch bei der Ernte weiß, worauf es ankommt.


Für den optimalen Gehalt an Inhaltsstoffen und den besten Geschmack von Gartenfrüchten wirken mehrere Faktoren zusammen. Jedes Gemüse hat seine Reifezeit. Bei unreifen Früchten fehlen noch viele Geschmackskomponenten, Überreifes wird schon abgebaut und kann sogar widerlich schmecken.

© Gpoint Studio

nach obenErntezeitpunkt

Vielen Früchten sieht man schon von außen den besten Erntezeitpunkt an:

Grüner Paprika ist keine Sorteneigenschaft, sondern solche Früchte sind ganz einfach noch nicht reif. Ein paar Tage zu warten lohnt sich, dann färben sie sich rot, schmecken obstartig süß, viel aromatischer und nicht bitter − Paprika ist erst in ausgereiftem Zustand eine echte Delikatesse.

Eissalat und Kopfsalat bilden jeweils einen dicht geschichteten Kopf. Erst wenn sich die Innenblätter überdecken und beim vorsichtigen Drücken mit der Hand Widerstand spürbar wird, lohnt sich die Ernte.

Pflücksalate dagegen erntet man Blatt für Blatt, das Herz bleibt stehen und regeneriert sich immer wieder.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Tomaten gibt es in Gelb, Orange, Schokoladenbraun, Gestreift und sogar in Weiß. Am meisten verbreitet ist jedoch die rote Farbe. Nicht grün ernten! Lassen Sie die Früchte an der Pflanze ausreifen. Platzfeste Sorten wie z. B. 'Vanessa', die Fleischtomate 'Pyros' oder die Cocktailtomate 'Picolino' können bis zu zwei Wochen an der Pflanze reifen. Erst gut gefärbte Früchte, von der Sonne verwöhnt, enthalten das volle Aroma. Frisch und gegrillt schmecken sie am besten.

Für Salate nach Mittelmeerart (in Italien sind sie weit verbreitet) braucht man jedoch schnittfeste Früchte. Auch wenn sie noch weitgehend geschmacklos sind, werden dafür grünrote Fleischtomaten bevorzugt. Im übrigen: Tomaten immer zimmerwarm lagern zum Ausreifen, dann entwickeln sie sogar im Herbst noch Geschmack.

Bei Zuckermelonen der Sortengruppe 'Cantaloup Charentais' erkennt man die Reife am intensiven Duft. Also ruhig mal schnuppern! Überreife Früchte lösen sich vom Stiel und fallen ab − ein Netz beugt dem vor. Netzmelonen, die in Italien als optimal zum Parmaschinken gelten, zeigen den Reifezustand durch einen deutlichen Farbumschlag in der Schale an. Wenn diese sich von Cremeweiß ins Ockergelbe wandelt, sind die Melonen optimal.

Kartoffeln sind reif, wenn sich das Laub allmählich gelb färbt und zu welken beginnt.

Brokkoli erfordert im Sommer viel Aufmerksamkeit. Fein genarbt und voller winziger Knospen sollen die Köpfe sein - wenn sie sich mit gelber Blüte öffnen, ist es bereits zu spät. Dann nicht verzagen, sondern die Köpfe abschneiden und die Pflanze stehen lassen. Brokkoli entwickelt bald wieder neue Triebe − bis zu dreimal kann man ernten. Mehr Zeit zur Ernte als im Sommer hat der Gartenbesitzer im Herbst. Also später pflanzen (im Juni), dann reift Brokkoli in bester Qualität.

Zucchini schmecken am besten, wenn sie noch jung und nur 20 bis 25 cm lang sind. Eine laufende Ernte fördert den Ertrag − wachsen die Früchte zu Riesen aus, unterbleibt der weitere Nachwuchs. Das lässt sich für den Urlaub nutzen: Nicht mehr ernten, dann hört der Segen auf. Nach dem Urlaub alle Früchte ernten und etwas schnell wirkenden Dünger geben (z. B. Kalkammonsalpeter), dann geht die Ernte bald weiter. Auch Gurken wollen laufend beerntet werden, dann erhöht sich der Ertrag beträchtlich.

nach obenLagerung

Kräuter einfrieren
Noch können die vielen Würz- und Heilkräuter mit ihrem vollen Aroma aufwarten, ebenfalls ihre prachtvollen essbaren Blüten (z. B. himmelblaue Borretschblüten), die jeden Cocktail zu einer originellen Augenweide machen. Sichern Sie sich einen erntefrischen Vorrat für die kalte Jahreszeit. Gut bewährt hat sich das Einfrieren in Eiswürfeln. Zum Auftauen gibt man sie ins Glas oder fügt sie Suppen oder Fleischgerichten hinzu. Noch einfacher geht ein anderer Trick mit frischen Kräutern: die Blätter kleinschneiden und noch frisch in kleine Schraubgläser füllen. Dann ab in den Gefrierschrank damit! Bei Bedarf werden die Gefäße herausgeholt, so viele Kräuter wie benötigt entnommen und der Rest wieder eingefroren.

© Stein
Gemüse frisch ­halten und lagern
Damit Gemüse lange frisch bleibt, wird es so schnell es geht, kühl gelagert. Ob befeuchtet wie Salat oder trocken wie Kohl hängt von der Gemüseart ab. Ein Plastikbeutel schränkt die Verdunstung ein. So verpackt, können Chinakohl, Zuckerhut, Radicchio und Eissalat Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks verbringen. Steht ein kühler Keller zur Verfügung, können Sie Möhren, Rettiche, Schwarzwurzeln und Rüben, in feuchtem Sand in eine Kiste geschichtet, bis zum Frühjahr frisch halten. Die Kiste ist weit praktischer als die umständlichen und unsicheren Erdmieten von früher. Kartoffeln und Rote Bete werden trocken auf Haufen geschüttet. Eine einfache Methode für Salatgemüse wie Chinakohl oder Endivien ist das Einrollen gesunder Köpfe in Zeitungspapier, die aufrecht dicht an dicht in Kisten gestellt werden. So vor dem Austrocknen und Verfaulen geschützt stehen sie bei kühlen Temperaturen monatelang zum Verzehr parat.

Einmachgläser
© Tim Reckmann / PIXELIO
Einmachgläser
Nach Omas ­Rezepten: Einwecken
Was früher gang und gäbe war, ist heute vielfach in Vergessenheit geraten − das Einwecken. Damit können frisch geerntete Gemüse über Monate oder gar Jahre haltbar gemacht werden und liefern in der gemüsearmen Zeit frische Vitamine. Gut einwecken lassen sich zum Beispiel Rote Bete, kleine Gurken, Zucchini, Kürbisse oder Bohnen, aber auch Obst wie Erdbeeren, Kirschen, Birnen, Pflaumen oder Marillen. Sie brauchen dazu Einweckgläser, die sich luftdicht verschließen lassen, und einen Einkochtopf oder -automaten. Es gibt vielerlei raffinierte Rezepte, die für besonderen Geschmack sorgen, doch das Prinzip des Einweckens ist immer gleich: das frisch geerntete Gemüse oder Obst wird gründlich gewaschen, geputzt und ggf. von Schalen und Kernen befreit. Dann wird es in die gut gereinigten Gläser gefüllt, etwa 1 bis 2 cm unter den Rand. Gewürze, Essig (bei Gemüsen) oder Zucker (bei Obst) und etwas Wasser hinzufügen und die Gläser fest verschließen. Anschließend die Gläser in einen Topf stellen und ihn mit Wasser bis kurz unter den Rand der Gläser füllen. Dann 20 bis 30 Minuten kochen. Die Gläser herausnehmen und langsam abkühlen lassen. Bis zum Gebrauch kühl und dunkel lagern.

nach obenTipps zur Ernte

Die beste Erntezeit ist bei den meisten Gemüsen gegen Abend. Vollgetankt mit Sonne haben sich dann die Vitamin- und Aromagehalte erhöht, der Nitratgehalt befindet sich jedoch nach der Assimilationstätigkeit des Tages auf einem niedrigen Stand. Der Nährstoff Nitrat wird zum Aufbau von Pflanzenmasse gebraucht und ist in der Natur überall vorhanden. Kein Grund deshalb, sich vom saisongerechten Verzehr von Gemüse aus dem Freiland abhalten zu lassen. Die Umwandlung in Nitrit und dieses wieder in Nitrosamine (für Kleinkinder bedenklich) vollzieht sich allerdings bei Sommertemperaturen schnell. Also geerntetes Gemüse immer kühl aufbewahren, vor Sonnenlicht schützen und bald verbrauchen.

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Bild 1: Artischocke
Nutzpflanzen im Ziergarten
Aubergine auf Strohballen
Gärtnern auf Strohballen
Gemüse und Kräuter für das Grillfest
Gemüse für den Grill

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Brokkoli, Einwecken, Eissalat, Ernte, Erntezeitpunkt, Gemüseernte, Kartoffeln, Kopfsalat, Kräuter, Lagerung, Pflücksalat, Tomate, Zucchini, Zuckermelone

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