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Der Wachstumsturbo Vorkultur

Frühbeetkasten mit Aussaaten
© Stein
Frühbeetkasten mit Aussaaten

Februar 2016 Noch liegt der Garten unter winterlichen Temperaturen brach, doch wer frühzeitig ernten möchte, kann schon bald mit der Anzucht von Jungpflanzen anfangen. So manche Pflanze braucht eine Vorkultur im Warmen auf der Fensterbank, im Gewächshaus oder im Frühbeet und dankt den Temperatur-Vorsprung mit früherer Ernte.


Die Vorkultur in Schalen oder Töpfen beginnt auf der Fensterbank oder im Gewächshaus schon im Februar. Sie lohnt sich besonders für Wärme liebende Gemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Melonen oder Zucchini bis Mitte Mai, aber auch für Kräuter wie Basilikum. Danach säen Sie besser direkt ins Freie aus. Auch Kartoffeln gedeihen schneller, wenn man sie vorkeimt.

Ganz zu schweigen von Frühbeeten, in denen viele Gemüse wie Salate, Kohlrabi oder Radieschen um bis zu sechs Wochen schneller reif sind. Es lohnt sich, früh anzufangen!

nach obenVorkultur in Quellsubstrat

Zucchini, Gurken, Melonen und Zuckermais sind Wärme liebende Gemüse aus tropischen Gefilden. Die Vorkultur auf der Fensterbank oder im Gewächshaus verschafft ihnen einen Wachstumsvorsprung, der sich in besseren Erträgen und in früher Ernte zeigt. Saatzeit ist von Mitte März bis Ende April, so dass sich bis zum Pflanztermin nach den Frösten Mitte Mai schon kräftige Jungpflanzen entwickeln können.

Kürbisgewächse lassen sich gut in Torf-Quelltöpfen vorziehen. Dies schont die empfindlichen Wurzeln.
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Kürbisgewächse lassen sich gut in Torf-Quelltöpfen vorziehen. Dies schont die empfindlichen Wurzeln.
Alle Kürbisgewächse (dazu zählen auch Gurken und Melonen) haben empfindliche Wurzeln und dürfen deshalb nicht pikiert oder auseinander gerissen, sondern nur schonend mit Topfballen ausgepflanzt werden. Gut bewährt haben sich für Gemüse (und Blumen) mit gröberen Samen die praktischen Mini-Anzucht-Sets (von Kiepenkerl) mit schwach gedüngtem Quellsubstrat aus torffreien Kokosfasern. Getrocknet und auf wenig Volumen zusammengepresst, kann man sie lange lagern. Übergießen mit lauwarmem Wasser lässt sie innerhalb von wenigen Minuten zu ansehnlichen Blocks aufquellen. In die mit einem Beutel zusammengehaltenen Anzuchtblocks kann man säen oder pikieren. Sie werden umweltfreundlich mit ausgepflanzt und verbessern den Humusgehalt des Bodens.

nach obenTomaten, Paprika und Auberginen aussäen

Auch bei frostempfindlichen Tropenkindern wie Paprika, Auberginen und Tomaten lohnt die Vorkultur, denn sie brauchen bis zum Auspflanzen acht bis zwölf Wochen. Bei Zimmertemperaturen um 20 °C entwickeln sie sich schnell. Für sie ist Anfang März die richtige Aussaatzeit in Töpfen, Anzuchtsets oder in einer Aussaatschale. Schon bald nach dem Aufgang werden sie in nährstoffreiche Erde pikiert. Anschließend finden die Pflanzen an einem hellen Ost- oder Westfenster Platz. Pralle Sonne führt dagegen zu Verbrennungen. Erst nach den Frösten ab Mitte Mai dürfen sie draußen im Garten ausgepflanzt werden. Eine gute Jungpflanze zeigt dann schon stattliche Blätter, ist gedrungen und kräftig. Wenn nötig, geben Sie kurz vor dem Auspflanzen noch eine flüssige Startdüngung.

nach obenFrühere Ernte mit vorgekeimten Samen

Viele Samen von Doldenblütlern wie Möhre, Pastinake, Petersilie oder Schnittsellerie liegen lange im Boden, bis sie endlich keimen. Auch Kräuter wie Rosmarin, Estragon, Zitronenmelisse und Ysop brauchen drei Wochen oder mehr, bis sich die ersten Spitzen zeigen. Von Porree, Zwiebeln und Schnittlauch ist ebenfalls bekannt, dass sie lange liegen − ganz zu schweigen von Erdbeeren und Monatserdbeeren. Erst nachdem sie langsam aufgequollen sind, wird der Keimvorgang ausgelöst. Das Keimergebnis leidet in dieser langen Zeit natürlich auch durch Pilze, Bakterien, hungrige Tiere und widrige Witterung.

Tipp: Das Vorquellen im warmen Zimmer beschleunigt den Keimvorgang und zeigt sich später in Ernten, die bis zu zwei Wochen früher reifen. Hierfür werden die Samen einfach mit reichlich feuchtem Sand gemischt und in einem Plastikbeutel zwei Tage lang (nicht länger!) bei ca. 20 °C aufbewahrt. Danach sofort wie gewohnt aussäen, andrücken und angießen. Wer noch mehr fürs gute Gelingen tun will, deckt Beete oder Saatschalen mit einer Lage Gartenvlies ab. Dieses feine Gespinst lässt Regen und Gießwasser durch, schützt den Boden aber vor Austrocknen, Wind und anfliegenden Schädlingen. Es speichert Sonnenwärme und sorgt über die erwärmte Erde für schnelleres Keimen und besseren Pflanzenwuchs. Gartenvlies gibt es im Fachhandel von der Rolle zu kaufen oder für Beete passend zugeschnitten.

Frühkartoffel vorkeimen
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Frühkartoffel vorkeimen

nach obenFrühkartoffeln vorkeimen

Frühkartoffeln bringen eine um etwa zehn Tage zeitigere und reichere Ernte durch Vorkeimen. Hierfür legt man die Knollen ab Ende Februar bis März in Jiffy-Pots, in Eierkartons oder in einer flachen Saatschale aus. Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein, zum Beispiel in einer Waschküche oder am Fenster des Heizungskellers. 15 °C sind dafür optimal. Gegen das Austrocknen in einem allzu lufttrockenen Raum (zum Beispiel auf der Fensterbank) hilft das Abdecken mit transparenter Folie. Wenn die Knollen in einer Schicht krümeliger Blumenerde liegen, bilden sich bereits bärtige Wurzeln, die beim Verpflanzen Anfang April im Freien sofort weiter wachsen (Abstand 35 cm, Reihenabstand 60 cm, ca. 10 cm tief).

Zur Rhabarber-Vorkultur werden Treibglocken aus Ton benutzt.
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Zur Rhabarber-Vorkultur werden Treibglocken aus Ton benutzt.

nach obenRhabarber vorziehen

Je früher die Ernte, desto zarter und angenehmer schmecken die Stängel von Rhabarber. Durch Kultur im geheizten Gewächshaus, durch Abdecken mit Vlies, Lochfolie, großen Eimern oder Körben kann man die Pflanzen um etwa zwei bis vier Wochen verfrühen.

Sehr gefragt ist dafür heute auch wieder eine alte englische Erfindung − ca. 60 cm hohe Treibglocken aus Ton. Mitte Januar bis Mitte Februar stellt man sie im Freien über die Pflanzen. Die noch schwachen Sonnenstrahlen fangen sich im Ton und heizen mit milder Wärme rund um die Rhabarberpflanzen den Boden auf. Schon bald fangen die Triebe bei weitgehender Dunkelheit an zu sprießen. Praktisch ist das oben offene Loch. Es lässt überschüssige Wärme entweichen und erleichtert gleichzeitig den Transport.

Anzucht im Hochbeet
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Anzucht im Hochbeet

nach obenAnzuchten im Früh- oder Hochbeet

Ein Frühbeet oder besser noch ein Hochbeet erweisen sich als besonders nützlich zur Anzucht von schnell wachsenden und weniger empfindlichen Gemüsen wie Salaten, Radieschen, Kohlrabi, Porree oder Blumenkohl. Dazu empfiehlt sich eine Abdeckung aus Glas, Lochfolie oder Vlies. Dadurch entwickelt sich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ein optimales Kleinklima − warm, feucht und vor Wind, Schnee und Hagel geschützt. Die Pflanzen gedeihen so bestens und erlangen einen Erntevorsprung von bis zu sechs Wochen gegenüber Aussaaten im freien Gemüsebeet. Frühbeete gibt es als Konstruktionen aus pflegeleichtem Aluminium, Doppelstegplatten oder Kunststoff. Manche Frühbeete können sich mit öldruckgesteuerten Lüftungen wie ein Gewächshaus bei Bedarf selbst öffnen oder schließen.

Bastler bauen Frühbeete selbst aus Holz, Beton-Platten oder Kunststoff-Stegdoppelplatten. Errichten Sie als Abdeckung einfach einen Tunnel aus Drahtbügeln und bespannen Sie diese simple Konstruktion mit Vlies. Vorgefertigt gibt es so etwas im Fachhandel, samt stabilem Kunststoffrahmen und Schneckenschutz. Im Sommer wird dann das Vlies gegen Kulturschutznetz getauscht − eine sichere Abwehr gegen Schädlinge. Das Tunnelsystem passt sogar auf Hochbeete − bekanntlich braucht man sich dort beim bequemen Säen, Gießen und Pflanzen dabei noch nicht einmal zu bücken.

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Zeit für die Frühaussaaten!

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Frühbeet, Kürbisgewächse, Möhre, Pastinake, Petersilie, Pflanzen, Schale, Schnittsellerie, Töpfe, Vorkultur, Vorquellen

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