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Wintergemüse

November 2015 Ist unser Klima so unwirtlich, dass der Garten in den kalten Monaten nichts zum Ernten bereit hält? Wer das glaubt, der lasse sich mit diesem Beitrag vom Gegenteil überzeugen. Die Reihe frostharter Gemüse und Kräuter ist keineswegs klein.


Die Winterhärte hängt zwar maßgeblich von der Sorte ab, allerdings haben, wie auch bei Rosen, Stauden und Gehölzen, Boden und Düngung entscheidenden Einfluss auf die Widerstandsfähigkeit gegen extreme Fröste (niedriger als minus 20 °C). Auch spezielle Wintersorten von Lauch oder Rosenkohl sollten Gelegenheit zum Abhärten erhalten. Sie können erfrieren, wenn man sie noch später als Anfang August düngt und damit speziell in einem nassen Herbst die natürliche Widerstandsfähigkeit der Zellen verweichlicht und schwächt. Weitgehend gegen Fröste gefeit sind diese Gemüse:

nach obenMangold, Römischkohl, Krautstiele

Mangold (verschiedene Sorten)
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Mangold (verschiedene Sorten)
Dieses uralte Gemüse mit großen blasigen Blättern gelangte mit den Römern in den Norden und wird seitdem als Alternative zum Spinat angebaut und in der Küche verwertet. Lecker sind auch die breiten fleischigen cremeweißen oder bunten Stiele, die klein geschnitten als Gemüse, in Form von Aufläufen oder mit Käse überbacken serviert werden. Mangold verträgt leichte bis mittlere Fröste (minus 6 bis 8 °C). Ein Schutz durch Vlies verbessert die Überlebenschancen im Freien. Gerne genutzt werden Stiel- und Blattmangold als Kultur in ungeheizten Gewächshäusern. Die Aussaat erfolgt dabei Anfang August in Topfplatten, die Pflanzung fünf Wochen später mit 20 bis 25 cm Abstand. Besonders attraktiv sind die heute so beliebten roten oder bunten Stielmangoldsorten wie 'Bright Lights', 'Vulkan' oder 'Rhubarb Chard'.

nach obenGrünkohl, Krauskohl, Federkohl

Grünkohl
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Grünkohl
Grünkohl ist ein norddeutsches Herbst- und Wintergemüse, das erst nach den ersten Frösten seinen typischen herb-süßen Geschmack erreicht. Mit Speck in Brühe gekocht und mit kräftig schmeckenden Würsten serviert, ist es ein deftiges Gericht, das gern in Gesellschaft genossen wird. Wegen ihres palmenartigen Wuchses sieht die Pflanze so dekorativ aus, dass Züchter sogar rotblättrige Sorten wie 'Redbor' entwickelt haben. Als Ziergemüse für den Herbst und Winter schmücken sie die Beete zu ungewöhnlicher Jahreszeit.

Durch Vorkultur im Saatbeet Mitte bis Ende Juni und Pflanzung im Juli auf 40 × 50 cm Abstand entstehen 40 bis 60 cm hohe stattliche Köpfe, deren abstehende Blätter einzeln geerntet und zum Kochen zerpflückt werden. Gute Sorten sind 'Halbhoher grüner krauser', 'Frostara', 'Lerchenzungen', 'Winterbor' und 'Winnetou'.

'Redbor' mit roten Blättern wird gerne als Ziergemüse für Herbst und Winter genutzt. Ähnlich, aber etwas weniger gekraust, ist Braunkohl 'Braunschweiger', eine alte regionale Spezialität aus Niedersachsen.

nach obenBarbarakraut , Winterkresse

Barbarakraut (Barbarea vulgaris)
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Barbarakraut (Barbarea vulgaris)
Das kresseartig pikant schmeckende Salatgemüse und Würzkraut (Barbarea vulgaris) ist in Europa an feuchten Stellen heimisch. Die zweijährige Pflanze wird je nach Standort 30 bis 90 cm hoch und blüht nach der Überwinterung mit gelben Blütentrauben. Geerntet werden die leierartig geformten dunkelgrünen vitaminreichen Blätter. Sie regen den Appetit an, wirken blutreinigend und sind ein altes Hausmittel gegen Erkältungen. Schon einige Blätter zu anderen Salaten gemischt, verleihen eine erfrischende Note.

Man kann vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst in Reihen von 20 cm Abstand oder auch breitwürfig aussäen und nach acht bis zwölf Wochen ernten. Besonders lohnend ist die Kultur im Herbst und über Winter.

nach obenLöffelkraut, Skorbutkraut

Löffelkraut (Cochlearia oleracea)
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Löffelkraut (Cochlearia oleracea)
Früher wurde der heimische Kreuzblütler (Cochlearia oleracea) wegen seines hohen Vitamin-C-Gehaltes gerne angebaut, vor allem über Winter, denn die zweijährigen Pflanzen sind frostbeständig. Der Geschmack der löffelartigen Blätter ist kresseartig scharf, bedingt durch die enthaltenen Senfölgykoside, die Krankheiten vorbeugen. Löffelkraut ist selbst ein ergiebiger Salat, ein pikanter frischer Belag fürs Butterbrot und für Suppen geeignet.

Ausgesät wird dünn in Reihen von September bis Oktober oder im zeitigen Frühjahr. Bis zum Schossen im Frühsommer kann man mehrmals ernten, nicht nur auf Beeten sondern auch in Gefäßen.

nach obenFeldsalat, Rapunzel, Ackersalat

Feldsalat 'Vit'
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Feldsalat 'Vit'
In der freien Natur ist Feldsalat (Rapunzel, Nüssli) ein Ackerwildkraut, in Deutschland heimisch. Gesät wird zwischen Mitte August für die Ernte im Herbst und Mitte Oktober für die Überwinterung. An sonniger oder halbschattiger Stelle gedeiht Feldsalat weitgehend problemlos und liefert im Herbst und den Winter über ständig frisches Salatgemüse. Breitwürfige Aussaat oder in Reihen von 10 bis 15 cm und mit einer Menge von 1,5 bis 2 g/m3 sind üblich.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Nach dem Abdecken mit Erde werden die Samen nochmals fest angeklopft, damit sie Anschluss an die aus dem Boden nach oben steigende Feuchtigkeit erhalten. Nur die häufig angebotene Sorte 'Holländischer breitblättriger' ist nicht winterhart, dafür aber sehr wüchsig und ertragreich. Frostbeständig sind die bekannten älteren Sorten 'Dunkelgrüner vollherziger' und 'Vert de Cambrai', durchweg mit einem glänzenden, löffelartig gewölbten Blatt, weshalb für Feldsalat in manchen Gegenden auch die Bezeichnung "Mausohr" üblich ist. Resistente Sorten bieten vor allem im Gewächshaus Vorteile und machen das Spritzen gegen die Mehltau-Krankheit überflüssig. 'Favor', 'Jade', 'Medaillon', 'Gala', 'Vit' und 'Elan' haben sich gut bewährt.

nach obenChicorée-Wurzeln zum Antreiben

Treibchicorée
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Treibchicorée
Als leckeres, saftiges Salatgemüse ist Treibchicorée immer mehr begehrt. Doch so, wie er im Laden liegt, kann man ihn nicht vom Beet ernten. Wer im Mai in 30 cm entfernte Reihen gesät hat, findet im Spätherbst (Ende Oktober bis Anfang Dezember) unter üppigen Blättern 6 bis 8 cm dicke Wurzeln vor. Man gräbt sie aus und schneidet das Grün daumendick über dem Wurzelhals ab. Man kann die Wurzeln im Frühbeet für späteren Bedarf ruhen lassen, aber auch sofort mit dem Treibvorgang beginnen. Hierfür stellt man die Wurzeln dicht an dicht in einen Eimer mit Deckel, gibt einige Handvoll Torf oder humose Erde und 3 bis 5 cm hoch Wasser hinein und stellt das Ganze bei Zimmertemperatur auf. Licht wird nicht benötigt − im Gegenteil, die schöne cremeweiße Farbe der 15 bis 20 cm langen zapfenförmigen Neuaustriebe setzt Lichtabschluss voraus. Nach vier bis fünf Wochen ist Erntebeginn. Abgeerntete Wurzeln wandern auf den Kompost.

Tipp: Schützt man die erntereifen Pflanzen durch ein übers Beet gelegtes Vlies oder Schädlingsnetz vor ärgsten Frösten und austrocknenden Winden, dann verbessern sich nicht nur deren Überlebenschancen. Auch das Ernten wird einfacher und angenehmer, denn Schnee und dazwischen wehendes Laub bleiben draußen. Auch hungrigen Hasen und Rehen wird der Zugang verwehrt.

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Ackersalat, Antreiben, Barbarakraut, Chicorée-Wurzeln, Federkohl, Feldsalat, Gemüse, Grünkohl, Krauskohl, Krautstiele, Mangold, Rapunzel, Römischkohl, Wintergemüse, Winterkresse

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