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So gelingt der Kompost − Noch mehr Tipps vom Experten

Oktober 2015 Je vielseitiger die gesammelten Materialien sind, desto wertvoller wird das Endprodukt "Kompost" sein.


Von vielen Gartenbesitzern wird der Begriff Kompost falsch verstanden. Sie haben eine Ecke im Garten, in der über Jahre hinweg das organische Material "entsorgt" aber nicht zu einer geregelten Rotte gebracht wird. Das daraus entstehende Produkt hat sehr oft weder düngende, noch bodenverbessernde Wirkung. Deshalb sollen an dieser Stelle die am häufigsten begangenen Fehler aufgezeigt werden.

nach obenDrohende Fäulnis

Das Kompostmaterial darf nicht zu lange angesammelt werden, damit es nicht bereits angerottet ist. Ist dies der Fall, kann die so genannte Heißrotte die notwendige Temperatur nicht mehr erreichen. Außerdem müssen während der Sammelzeit Stoffe, wie etwa Rasenschnitt, ausgebreitet werden, sonst droht Fäulnis. Die Sammelzeit ist abhängig von Witterung und Jahreszeit und sollte acht Wochen nicht überschreiten.

nach obenKompostbehälter

Heute wird überwiegend in Behältern kompostiert. Die Größe eines Komposters ist an den jeweiligen Haushalt anzupassen. Vielfach wird mit zu großen Behältern gearbeitet. Somit sind die Sammelzeiten zu lang. Ein guter Behälter verfügt über eine ausreichende Belüftung und eine Abdeckung gegen Regen. So wird der Kompost bei Starkregen nicht durchnässt. Die Belüftung darf nicht zu stark sein, sonst trocknet das Material zu schnell aus und der Rotteprozess kommt nicht in Gang. Außerdem benötigt der Kompostbehälter Erdkontakt. Nur so können Regenwürmer (Kompostwürmer) zu- und abwandern und überschüssiges Wasser kann versickern.

Leichtes Andrücken
© Philippe Dahlmann
Leichtes Andrücken

nach obenEinfüllen

Viele Gärtner sind immer noch der Ansicht, ein Kompost muss im unteren Bereich mit groben Materialien beginnen und nach oben feiner werden. Dieses schichtweise Aufsetzen ist falsch. Der Anteil schwer verrottbarer und bereits verrotteter Kompostrohstoffe darf ein Viertel der Gesamtmasse nicht überschreiten. Das Material wird nach der Zerkleinerung (etwa 5 bis 7 cm) gut vermischt. Anschließend wird es lagenweise eingebaut. Die Lagenstärke beträgt zirka 20 cm. Leicht andrücken. Sollte viel schwer verrottbares Material enthalten sein, muss jede Lage mit einem feinen Stickstoffdünger (z.B. Hornmehl 1 bis 1,5 Kg m³) gleichmäßig "eingepudert" werden. Bei sehr trockener Substanz wird jede Lage zusätzlich gewässert. Das Material muss leicht feucht sein und beim Zusammenpressen leicht speckig glänzen. Zu nasse Kompostrohstoffe müssen vor dem Aufsetzen etwas durchtrocknen.

Stickstoff-Zugabe
© Philippe Dahlmann
Stickstoff-Zugabe
Wasserzugabe
© Philippe Dahlmann
Wasserzugabe

Temperaturmessung
© Philippe Dahlmann

nach obenKompostmaterialien

Bei der Kompostierung von samentragenden Unkräutern muss eine Heißrotte erzeugt werden. Eine Heißrotte sollte nach Möglichkeit immer angestrebt werden. Nur wenn Temperaturen von 70 bis 75 °C für mindestens ein bis zwei Tage bestehen, ist eine Abtötung des Saatgutes gewährleistet. Bei nicht ausreichender Erwärmung der Randbereiche müssen diese einer folgenden Kompostierung zu geführt werden. Speise- und Fleischreste oder Knochen sollte man gar nicht kompostieren. Selbst bei einer Heißrotte besteht die Gefahr, dass Ratten und andere Plagegeister angezogen werden.

nach obenKeine Bepflanzung

Viele Gartenfreunde setzen auf den reifenden Kompost eine Kürbis- oder Zucchinipflanze. Diese gedeihen zwar hervorragend und bringen gute Erträge, doch brauchen sie auch die meisten Nährstoffe auf. Am Ende bleibt nur ein Erdhaufen ohne großartige Düngewirkung übrig.

Ihr Philippe Dahlmann

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Klassische Kompostbehälter erfordern Muskelschmalz.
Wie arbeiten Komposter?
Oben das formschöne, außen montierte Solarpaneel, unten die Lufteinführung und die Steuerung im belüfteten Raum.
Schluss mit feuchter Kellerluft
Aufbau eines Hügelbeetes 1 verzinkter Hasendraht 2 grob zerkleinerte Äste, Stämme oder Zweige 3 Rasensoden, Stauden­reste, Grasschnitt, Laub oder Stroh 4 halbverrotteter ­Frisch­kompost 5 reifer Kompost und ­Gartenerde
Gärtnern auf dem Hügelbeet

Schlagworte dieser Seite:

Belüftung, Bepflanzung, Düngewirkung, Fleischreste, Fäulnis, Heißrotte, Knochen, Kompost, Kompostbehälter, Kompostmaterialien, Kompostwürmer, Lagenstärke, Rasenschnitt, Ratte, Rotte, Starkregen, Zerkleinerung

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