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Obstbaumkrebs nicht hochkommen lassen!

Oktober 2000 Die gefährliche Pilzkrankheit befällt leider unsere besten Apfelsorten wie 'Klarapfel', 'Goldparmäne', 'Cox-Orangenrenette', 'Alkmene' sowie auch andere altbekannte; bei Neuzüchtungen wird deshalb vermehrt auf Krebsresistenz geachtet. Manchmal werden Birnenkulturen ebenfalls nicht verschont.


Durch Krebsbefall verursacht ist die Rinde an diesem jungen Trieb eingetrocknet.
© May
Durch Krebsbefall verursacht ist die Rinde an diesem jungen Trieb eingetrocknet.
Krebswurcherungen treten vorwiegend an älteren Trieben und in Astwinkeln auf.
© May
Krebswurcherungen treten vorwiegend an älteren Trieben und in Astwinkeln auf.
Das Schadbild ist sehr auffällig. Vorwiegend an älteren Trieben und in Astwinkeln treten Krebswucherungen auf; an Jungtrieben ist die Rinde stellenweise eingetrocknet.

nach obenBiologie

Die Pilzkrankheit, die nur bei Verletzungen in das Obstgehölz eindringen kann, verursacht die angeführten Erscheinungen und bringt das infizierte Gewebe früher oder später zum Absterben. Der Baum versucht nun, sich dagegen zu wehren und bildet Wundgewebe um die Befallsstelle zu schließen. Gelingt es, entwickelt sich eine Beulenform unter der der Pilz allerdings weiterarbeitet (Geschlossener Krebs). Meist bleibt die Wunde offen, so dass das Kallusgewebe permanent abstirbt.

Durch den Krebsbefall wird die Zufuhr von Wasser und Nährstoffen unterbrochen. Die Folge ist ein allmähliches Verdorren der heimgesuchten Triebe (Spitzendürre).

Die Vermehrung des Pilzes erfolgt durch Sporen. In den Sommermonaten befinden sie sich in weißlichen Sporenlagern, so dass ungeschlechtliche Konidien entstehen. Die geschlechtlichen roten kugeligen Schlauchfrüchte sind während des Winters in Rindenritzen und weisen einen Durchmesser von 0,5 mm auf.

Aufgrund der zwei Sporenarten ist eine Infektion zu jeder Jahreszeit möglich. Entsprechend hoch können die Ausfälle sein, wenn noch ungünstige Standortverhältnisse (Staunässe) oder Düngungsfehler und Stickstoffüberernährung hinzu kommen.

nach obenBekämpfung

Krebswunde wärend der Behandlung. Alle braunen Stellen müssen bis ins gesunde Holz entfernt und mit Wundverschlussmittel sofort verschlossen werden.
© May
Krebswunde wärend der Behandlung. Alle braunen Stellen müssen bis ins gesunde Holz entfernt und mit Wundverschlussmittel sofort verschlossen werden.
Wie bei den meisten Pilzerkrankungen sind mechanische und chemische Maßnahmen sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Alle sichtbaren Wunden müssen mit einem scharfen Veredlungsmesser exakt bis in das gesunde Gewebe ausgeschnitten und direkt im Anschluss mit Baumwachs usw. verschlossen werden. Die entfernten Holzsplitter sind aufzufangen und zu vergraben, anderenfalls müssen weitere Infektionen befürchtet werden.

Bekommt man die Krankheit mit diesen Maßnahmen nicht in den Griff, ist eine chemische Bekämpfung möglich.

Die Hauptinfektionszeit ist im Herbst. Beim Laubfall entstehen an den Stellen wo die Blätter gesessen haben Wunden, die bis zur Verholzung ideale Einlasspforten für den Krebs sind. Die Spritzung hat eine gute Wirkung, wenn etwa 3 % der Blätter abgefallen sind. Die Behandlung ist gegen Ende des Blattfalls zu wiederholen. Wirksame Präparate sind z. B. Kupfer Konz., Cuprozin WP oder Funguran, die stets streng nach Gebauchsanweisung auszubringen sind.

Kupferpräparate haben eine negative Auswirkung auf die Regenwurmpopulation, so dass sie nur einzusetzen sind, wenn es unbedingt notwendig ist.

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Apfel, Birne, Obstbaumkrebs, Spitzendürre

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