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Himbeerkulturen rechtzeitig schneiden und formieren!

Oktober 2000 Himbeeren tragen, wie auch andere Obstarten (Pfirsich-, Sauerkirschensorten), an vorjährigen Trieben nur einmal. Ziel des Schnittes muss es sein, genügend Triebe zum Fruchten anzuregen und auch dafür zu sorgen, dass in ausreichender Zahl Ersatz bereitgestellt wird, der die Aufgabe hat, im Folgejahr zu blühen.


Die Pflanzen sind nicht standfest, so dass eine Gerüsterziehung zu empfehlen ist. Im Anschluss werden die zwei gängigsten Syteme vorgestellt.

nach obenGerüsterziehung

Südoldenburger V-Gerüst. Je nach Wüchsigkeit der Sorten können nach jeder Seite 8 bis 12 Ruten verbleiben.
© May
Südoldenburger V-Gerüst. Je nach Wüchsigkeit der Sorten können nach jeder Seite 8 bis 12 Ruten verbleiben.
Das Südoldenburger V-Gerüst: Hier werden Trag- und Ersatzruten streng voneinander getrennt.

Aufbau des Gerüstes: Im Abstand von 6 m sind jweils 2 Pfähle (ø 5 cm) V-förmig in den Boden zu schlagen; die obere V-Breite sollte 1,10 m aufweisen, die Gesamthöhe ab Boden 1,60 m betragen. An jeder V-Seite werden an die Pfähle im Abstand von 0,40 m (von oben gemessen) zwei Drähte (also insgesamt 4 Einzeldrähte beiderseits) gespannt.

Vorteil dieses Anbausystems: Je lfdm Reihe kann gegenüber der Einzelreihenerziehung fast die doppelte Rutenzahl an den Drähten befestigt werden, so dass bis zu 25 % höhere Flächenerträge zu erzielen sind. Abgetragene Ruten sind sehr leicht zu entfernen. Das Festtreten des Bodens wird vermieden, auch der Mulchstreifen kann einen breiteren Raum einnehmen. Bei der senkrechten Erziehung stehen Trag- und Ersatzruten nebeneinander, was sich ernteerschwerend auswirken kann.

nach obenSchnittarbeiten

Abgetragene Ruten (braun) sind sofort nach der Ernte dicht über dem Boden zu entfernen, neue Ruten (grün) werden dann fest an den Draht angeheftet.
© May
Abgetragene Ruten (braun) sind sofort nach der Ernte dicht über dem Boden zu entfernen, neue Ruten (grün) werden dann fest an den Draht angeheftet.
Bei beiden Erziehungssystemen sind Schnittarbeiten im Jahresablauf unerlässlich. Um Mitte Mai ist abzusehen, wieviel Ersatzruten heranwachsen. Überzählige, kurze und kranke lassen sich zu diesem Zeitpunkt leicht aus dem Boden ziehen. Das schafft Platz und die verbleibenden Ersatzruten werden um so kräftiger. Triebe, die sich zwischen den Reihen entwickeln, sollten verschwinden.

Die Hauptarbeit am Himbeergerüst fällt nach der Ernte an. Die abgetragenen Ruten werden dann restlos entfernt, d. h. direkt über dem Boden abgeschnitten. An den Drähten werden nun die Ersatzruten angeheftet. Die Anzahl richtet sich nach dem Sortenwachstum. Bei starkwüchsigen Sorten sollten am V-Gerüst 15, bei schwächerem Wachstum bis 25 Stück je lfdm stehen. In der Einzelreihenerziehung beträgt die Anzahl, die wiederum vom Sortenwachstum abhängig ist, zwischen 8 und 15 Ruten.

Ruten 8 bis 10 cm eingekürzt; hierdurch Qualitätsbeeren im Mittelteil der Ruten.
© May
Ruten 8 bis 10 cm eingekürzt; hierdurch Qualitätsbeeren im Mittelteil der Ruten.
Die besten Früchte entstehen im Mittelteil der Triebe. Die Spitzen reifen in unserem Klimaraum erfahrungsgemäß selten aus, so dass sich an diesen sehr kleine Früchte entwickeln. Um das zu vermeiden, sind die Spitzentriebe im Frühjahr (März) um 8 bis 10 cm mit der Heckenschere zu kürzen.

nach obenViruskrankheiten

Die Himbeerhecken können von zahlreichen Viruskrankheiten befallen werden, die an Ort und Stelle nicht zu bekämpfen sind, deshalb sorgfältigst darauf achten, dass nur virusfreies Jungpflanzenmaterial erworben wird.

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Schlagworte dieser Seite:

Einzelreihenerziehung, Himbeere, Schnitt, Südoldenburger V-Gerüst

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