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Erntesegen im Gemüsegarten

Salat am Abend geerntet enthält weniger Nitrat.
© Stein, Dagmar
Salat am Abend geerntet enthält weniger Nitrat.

Juli 2015 Bei hochsommerlichen Temperaturen wird im Garten kräftig geerntet. Die letzten Erbsen, die ersten zarten Bohnen an Büschen oder Stangen baumelnd, Gelbe Rüben sind reif und große Rettiche, die den rechten Durst zum Bier besorgen. Wann der richtige Erntezeitpunkt gekommen ist und was Sie auf den abgeernteten Beeten noch aussäen können, erfahren Sie hier.


Wer seine Beete mit Kulturschutznetz gegen den Zuflug der vielen Schädlinge geschützt hat, erntet jetzt giftfrei in leckerer Qualität Kohlrabi, Salat, Rettiche, Radieschen, Erbsen und Erdbeeren.

Auch die ersten Gurken oder Tomaten können schon reif sein. Auberginen und Paprika hingegen brauchen meist noch ein wenig Zeit. Auch Kohlarten wie Spitzkohl, Rotkohl, Weißkohl oder Wirsingkohl erntet man eher im Spätsommer oder Herbst. Je nach Sorte und Anbaubeginn sind dagegen Brokkoli und Blumenkohl schon erntereif.

nach obenNitratgehalt beachten

Gesundheitsbewußte ernten gerne am späten Nachmittag oder Abend, weil dann die Pflanzen noch tagsüber Gelegenheit hatten, Nitrat zu verarbeiten. Nitrat ist ein Schadstoff, den die Pflanzen aus dem Boden aufnehmen. Zwar ist Nitrat an sich nicht gesundheitsgefährdend, doch unter bestimmten Umständen wird Nitrat zum krebserregenden Nitrit umgewandelt. Das kann zum Beispiel durch Bakterien im Mundraum oder Magen passieren. Besonders Blattgemüse wie Salate, Spinat, Stielmangold oder Rucola verarbeiten bei ihrer Verstoffwechselung viel Nitrat. Auch Wurzelgemüse wie Radieschen oder Rüben enthalten im Vergleich zu anderem Gemüse viel Nitrat. Geringer ist der Gehalt dagegen bei Erbsen, Bohnen, Gurken, Paprika und Tomaten.

Zwar ist der Nitratgehalt in der Regel so gering, dass keine Gesundheitsgefährdung besteht, doch wer auf Nummer sicher gehen möchte, erntet besser am Abend. Sie können auch die zum Abernten vorgesehenen Reihen am Morgen mit der Grabegabel lockern, das Gemüse aber noch stehen lassen. So wird die Nährstoffaufnahme blockiert, die "Verbrennung" dagegen favorisiert.

nach obenSalate frisch ernten

Salate sollten Sie am besten frisch auf den Tisch bringen. Denn kaum lässt man sie stehen, verlieren sie schon deutlich an Wasser und werden schlaff. Doch was tun, wenn Sie Salat dennoch aufbewahren möchten, zum Beispiel, weil sie ihn zum Mittag essen wollen, aber schon am Abend vorher geerntet haben? Im Kühlschrank hält sich Salat gut ein bis zwei Tage. Die Salatblätter sollten dafür jedoch trocken sein, sind sie zu nass, fangen sie schnell an zu faulen. Salat sollte daher auch nicht bei Regen geerntet werden, denn dann verderben die Blätter schneller.

Schnitt- und Pflücksalate lassen sich über einen längeren Zeitraum ernten. Sie können einfach die jeweils benötigte Menge an Blättern abzupfen oder abschneiden. Ernten Sie dabei von außen nach innen und lassen das Herz stehen. Dann wachsen immer neue Blätter nach. Bei Kopfsalaten dagegen ernten Sie den gesamten Salatkopf. Er wird mit einem scharfen Messer kurz über dem Boden abgeschnitten oder mitsamt Wurzel rausgedreht.

nach obenFeiner und schmackhafter − Filetbohnen

Auch die ersten Bohnen sind jetzt reif. Etwas Besonderes sind die sehr langen französischen "Filetbohnen" wie zum Beispiel 'Delinel' (mittelfrüh) von Sperli, 'Negra' oder 'Telstar' von Kiepenkerl. Alle sehen ansprechend aus, sollten aber früh geerntet werden. Sie schmecken ausgezeichnet. Man erntet sie, wenn sie etwa 8 bis 10 cm lang und noch nicht zu dick sind. Dann schmecken sie am besten. Knipsen Sie dazu die Bohnen kurz über ihrem Stielansatz ab. Grüne Bohnen sollten nie roh verarbeitet werden, da sie für den Menschen giftiges Phasein enthalten. Es wird jedoch beim Erhitzen zerstört. Daher sollten Bohnen immer kurz abgekocht werden.

Buschbohne 'Negra'
© Stein, Dagmar
Buschbohne 'Negra'
Violettblaue Buschbohne 'Purple Teepe' vor und nach dem Kochen
© Stein, Dagmar
Violettblaue Buschbohne 'Purple Teepe' vor und nach dem Kochen
Übrigens: Violettblaue Buschbohnen wie 'Purple King' oder 'Purple Teepee' oder die Stangenbohne 'Blauhilde' sind erntereif, wenn sie ihre dunkle Farbe erhalten. Die blaue Farbe verschwindet allerdings beim Kochen, auf dem Teller wird alles appetitlich dunkelgrün serviert.

Gelbe Bohnen dagegen behalten ihre Farbe. Es gibt sie sowohl bei Busch- als auch bei Stangenbohnen. Den Hülsen wird eine besondere Knackigkeit nachgesagt, weshalb sie gerne für Bohnensalat genutzt werden.

nach obenZwiebeln ernten

Gemuüsezwiebeln frisch geerntet
© Stein, Dagmar
Gemuüsezwiebeln frisch geerntet
Auch überwinterte und aus Steckzwiebeln gezogene Frühzwiebeln und die ersten Schalotten sind reif und trocknen an der Sonne. Diese Zwiebeln zeichnen sich aus durch besonders feinen und zugleich kräftigen Geschmack. Der macht bei Genießern leicht wett, dass die Zwiebeln nur Kinderhandgröße erreichen und sich bald teilen, also schwieriger zu putzen sind. Neben der Vermehrung über Steckzwiebeln (Klauen) bürgert sich auch die Aussaatmethode ein. Gut gelagerte kleine Schalotten können für das nächstjährige Pflanzen trocken und kühl überwintert werden.

nach obenLetzte Sätermine für Eissalat

Der schwergewichtige, knackige Eissalat braucht 2 bis 3 Wochen länger bis zur Reife als Kopfsalat. Deshalb ist der 20. Juli letzter Sätermin. Neue Züchtungen haben den Anbau viel sicherer gemacht: 'Barcelona' und 'Fortunas' sind Weltneuheiten. Beide sind resistent gegen die Grüne Salatblattlaus. 'Barcelona' ist außerdem hochtolerant gegen Krankheiten wie Virus und Falschen Mehltau, der bei Nässe und Kälte schnell andere Sorten befällt.

Endivien-Jungpflanzen
© Stein, Dagmar
Endivien-Jungpflanzen
Auch Endiviensalate können noch ausgesät werden. Die enge Verwandtschaft zu Chicorée, Radicchio und Zuckerhutsalat wird am knackigen "Biss" der großen Blätter und am herbwürzigen Aroma offenbar. Zu den bewährten Sorten zählen 'Bubikopf 2/ Malan', 'Eminence', und (für den Einschlag im Frühwinter) der nässebeständige 'Escariol grüner'. Zur Herbstkultur im Gewächshaus eignen sich 'Nuance', 'Eros' und 'Diva'.

Ganz einfach ist die Direktsaat im Freien in Reihen von 30 cm Abstand. Nach dem Aufgang wird dann auf 25 bis 30 cm Abstand vereinzelt. Sind die Beete noch mit anderen Kulturen belegt, kann man sich Jungpflanzen im Frühbeet heranziehen. Letzter Pflanztermin ist Mitte August. Wichtig: Zu tief gepflanzte Salate faulen bald, deshalb müssen die Keimblätter am Ende immer hoch und frei über dem Boden stehen.

nach obenZuckererbsen jetzt noch als Herbstgemüse säen

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Erbsen an Maschendraht als Rankhilfe
© Stein, Dagmar
Erbsen an Maschendraht als Rankhilfe
Mit den Sorten 'Zuccola', 'Delikata' und der Sommererbse 'Vitara' (von Kiepenkerl) gibt es Zuckererbsen, die man noch mitten im Sommer säen kann. Weil die Pflanzen resistent gegen die in der warmen Jahreszeit häufig auftretende Mehltaukrankheit sind, kann man sich an leckeren süßen Zuckerschoten noch bis September/Oktober erfreuen. Auch zu dieser ungewöhnlichen Jahreszeit bringen die Pflanzen noch hohen Ertrag.

Gesät wird wie üblich in Doppelreihen von je 20 cm Abstand, dünn verteilt auf sonnige Beete. Geben Sie den Pflanzen bald nach dem Aufgang Halt an Maschendraht, Netzen oder Reisig und häufeln Sie die Reihen mit Erde etwas an.

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Bohne, Buschbohne, Eissalat, Ernte, Gemüse, Gemüsegarten, Salat, Zuckererbsen, Zwiebel

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