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Kletterndes Gemüse

April 2015 Die Zahl der großen Nutzgärten nimmt sogar auf dem Lande stetig ab. Dennoch ist das Interesse an frischem Gemüse ungebrochen. Möglichst von jedem etwas, stets frisch auf den Tisch, aber nicht zu viel − so soll es sein. Mit kletternden Gemüsearten sind reichhaltige Ernten selbst in Reihenhausgärten, auf der Terrasse oder dem Balkon möglich.


Klettergemüse kommen mit ganz wenig Platz aus und liefern trotzdem viel Ertrag. Feuerbohnen, Stangenbohnen, Kletter-Zucchini, Hörnchenkürbisse und Gurken begrünen Zäune oder Gitter in wenigen Monaten. Sie bieten einen blühenden und fruchtenden Sichtschutz, der obendrein viel Nutzen bringt. Wichtig für diese Gemüse ist eine stützende Kletterhilfe, die genügend Halt bietet und ihnen die Möglichkeit gibt, daran emporzuranken. Wichtig: Klettergemüse brauchen generell einen Sonnenplatz.

Nutzen Sie die Höhe und Ihr Garten wird nicht nur größer. Er gewinnt auch an Intimität, wie in einem großen grünen Zimmer. Mauern mit Spalieren im Inneren verschönern und schützen. Sie erlauben wärmeliebenden Gemüsen zudem eine üppige Entwicklung. Auch an Wänden montierte Rankgerüste, Rankgitter oder Pergolen schaffen viel Platz für Kletterer.

nach obenSeile zum Emporklimmen

Wenn Sie keine Rankgerüste mögen oder anbringen können − wie wäre es mit einem schönen, aber einfachen Seil, zum Beispiel aus Kokosfaser? Man bindet es an einer Pergola, am Balkon oder an einem Haken fest, setzt eines der Klettergemüse daran und schon hat man einen Abglanz von Tarzans Lianenwelt. Oft reicht schon eine Pflanze, um eine imponierende Wirkung zu erzielen. Ein wichtiger Vorteil, den nur Seile aus Naturmaterial bieten: Viele einjährige Kletterpflanzen wie Gurken oder Kletterzucchini lassen sich im Herbst oder Winter schlecht von ihrer Unterlage befreien. Sie klammern sich mit Massen von Trieben fest. Seile zum Beispiel aus Kokosfasern sind nicht teuer. Man kann sie samt Pflanzenmasse abschneiden, kompostieren und im nächsten Jahr einfach durch neue ersetzen.

Stangenbohne
© Stein, Dagmar
Stangenbohne

nach obenErtragreiche Bohnen

Drei- bis viermal so ertragreich wie Buschbohnen sind Stangenbohnen, die es in gelben Sorten ('Neckargold'), den besonders schmackhaften blauhülsigen (z.B. 'Blauhilde') und in grünhülsigen (z.B. 'Neckarkönigin') gibt. Wer Mühe hat, die bis zu 3,5 m langen Stangen abzuernten, kann auf die nur 2 m hohe Sorte 'Rakker' ausweichen. Üblicherweise klettern die Pflanzen an langen, senkrecht oder kreuzweise aufgestellten Stangen, doch nehmen sie auch mit den bequemeren Netzen Vorlieb.

Feuerbohnen blühen feuerrot (z.B. 'Butler'), weiß (z.B. 'Desiree') oder sogar zweifarbig (die neue Sorte 'Tenderstar'), schlingen sich mit ihren langen suchenden Trieben nach oben und bedecken innerhalb kürzester Zeit mit dichtem Blätterdach Mauern, Zäune, Wände. Sie spenden Schatten und bringen reiche Erträge. Ab Juli warten dicke, flache, fleischige und sehr aromatische Hülsen auf die Ernte.

Kürbis ‘Baby Bear’
© Stein, Dagmar
Kürbis ‘Baby Bear’

nach obenKürbisgewächse

Wer viel zu bedecken hat, ist mit Kürbisgewächsen gut bedient. Runde, bauchige, längliche Formen mit einem langen Zipfel daran entwickeln sich an den Flaschenkürbis-Pflanzen, die man auch Kalebassen nennt. Ebenso die bereits erwähnten Herkuleskeulen. Der Schlangenkürbis (Cucurbita moschata 'Tromboncina d'Albenga') klettert gerne an Gerüsten. Seine Früchte sind in jungem Zustand essbar, später winden sie sich in schlangengleichen Formen.

Auch normale, essbare Kürbisse klettern gern, wenn man ihnen Gelegenheit dazu gibt. Hier sollten Sie aber lieber auf kleinfrüchtige Sorten zurückgreifen wie 'Baby Bear' (orange), 'Custard White' (weiß), 'Sweet Dumpling' (grün-weiß gefleckt), 'Ushiki Kuri' (birnenförmig, orange) und 'Mini Green Hubbard' (grün). Die Früchte haben einen guten Geschmack und werden nicht zu schwer.

Der üppig wachsende Hörnchenkürbis (Cyclanthera pedata) stammt aus Mittelamerika. Er braucht eine Stütze, an der sich die vielen dünnen Triebe ausbreiten können. Die duftenden Blüten ergeben bald zahlreiche hörnchenförmige Früchte, die in Olivengröße geerntet und als frisch als Salat oder sauer eingelegt wie Essiggurken genossen werden.

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Zucchini 'Black Forest F1'
© Stein, Dagmar
Zucchini 'Black Forest F1'

nach obenKletterzucchini

Der Nachteil gewöhnlicher Zucchini ist, dass sie viel Platz in Anspruch nehmen und in Windeseile sehr große Früchte ausbilden, die nicht mehr gut schmecken. Zucchini sollten nicht länger als 20 bis 25 cm sein − nur dann sind sie zart und schmecken gut.

Die Sorte 'Black Forest F1' bringt nur kleine Früchte hervor, diese aber in erstaunlicher Zahl.

Eine Ernte von 25 bis 30 Früchten pro Pflanze zwischen Juli und Oktober ist gut möglich, zudem ohne Bücken, denn die Triebe lassen sich in Tomaten- Spiralstäben oder an Schnüren platzsparend in die Höhe leiten. Besonders lecker sind die gelben Blüten, die man füllen oder in Omeletteteig wälzen und in Öl ausbacken kann.

Gurke 'Printo'
© Stein, Dagmar
Gurke 'Printo'

nach obenGurken

Alle Gurken klettern gern, an Gittern, Stäben oder Maschendraht in lockerer, nährstoffreicher Humuserde empor. Empfehlenswert sind krankheitsresistente und ertragreiche F1-Hybriden mit reinweiblichen (parthenokarpen) Blüten. Solche Sorten sind kernlos und fruchten bei jeder Witterung. Insektenbestäubung ist nicht notwendig. Sowohl Schlangengurken als auch die kleinen Einlegegurken bringen gute Erträge.

Beliebt sind die Party- oder Minigurken (Sorten: 'Delistar', 'Picolino', 'Printo', 'Lothar', 'Mini-Stars'). Sie bringen bitterfreie Salatgurken von 18 bis 25 cm Länge in großer Zahl und sie schmecken lecker.

Wassermelone ‘Mini Love’
© Volmary GmbH
Wassermelone ‘Mini Love’

nach obenMelonen

Wenig bekannt ist, dass Zucker- und sogar Wassermelonen lieber an Gittern die warme Sommerluft genießen als ihre langen Triebe auf nasskaltem Boden dem Regen auszusetzen.

Dort bringen sie deutlich früher und mehr von den herrlich süßen Früchten hervor. Neu und gut für den Balkon geeignet ist die Sorte 'Mini-Love' (Volmary), denn sie bringt besonders kleine, schmackhafte Früchte hervor. Denken Sie an gut gedüngte Erde, denn Melonen sind wie Kürbisse Starkzehrer, sie benötigen ausreichend Nährstoffe und Wasser. Ab Ende Mai, wenn die Frostgefahr vorbei ist, kann man die im Warmen in Töpfen vorgezogenen Jungpflanzen (Aussaat: Anfang April) nach draußen bringen. Tipp: Wenn die Früchte an Gewicht gewinnen, können Sie sie in eine alte Strumpfhose hüllen und darin an das Gitter anbinden. Damit verhindern Sie das Abreißen der reifen Früchte von der Pflanze.

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Kürbisparade
Schutzdach für Pflanzen
Schutzdach für Pflanzen
Aubergine auf Strohballen
Gärtnern auf Strohballen

Schlagworte dieser Seite:

Bohne, Gitter, Gurke, Kletterpflanze, Kürbis, Wassermelonen, Zucchini, Zäune

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