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Artenvielfalt im Garten

Mai 2014 Gärtnern, spielen, feiern, Natur erleben, Ideen verwirklichen, Obst und Gemüse ernten, entspannen und genießen − all das und vieles mehr bietet der eigene Garten. Doch nicht nur das, für viele Tier- und Pflanzenarten stellen Hausgärten einen unersetzlichen Lebensraum dar. Vorausgesetzt der Garten wird entsprechend vielfältig gestaltet.


Artenreiche Pflanzungen bringen Leben in den Garten.
© Görlitz, Sven
Artenreiche Pflanzungen bringen Leben in den Garten.

In der freien Landschaft wird der Lebensraum für viele Arten zunehmend knapp. Die Bebauung schreitet weiter voran und auf den verbleibenden Flächen werden Monokulturen wie Energiepflanzen angebaut. Dies geht zulasten artenreicher Biotope wie extensiv genutzten Magerwiesen und Streuobstbeständen. Umso mehr stellt der Haus-und Kleingarten ein zunehmend wichtiges Rückzugsgebiet dar. Mit einfachen Maßnahmen, lässt sich jeder Garten in ein blühendes Biotop verwandeln in dem sich die verschiedensten Bewohner wohlfühlen.

Hier ein paar einfache Beispiele für mehr Natur im Garten:

  • Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für verschiedene Tierarten schaffen. Dies geschieht in Form von:
    • Totholz- und Laubhaufen in ungenutzten Gartenecken.
    • Nistkästen für Vögel, Fledermäuse und Insekten (Wildbienenhotels).
    • Natursteinmauern und Steinhaufen.
    • Dornige Sträucher, Hecken und Hochstammbäumen.
    • Wildwuchsecken, z. B. mit Brennnessel, in die nur regulierend eingegriffen wird.
    • Begrünte Fassaden, Rankelemente und Pergolen.
  • Für ein vielfältiges Nahrungsangebot für Tierarten sorgen:
    • Mit vielen blühenden Stauden und Wildblumen locken Sie eine Vielzahl Insekten und Blattlausgegenspieler in Ihren Garten, die hier reichlich Nahrung finden. Achten Sie darauf ungefüllt blühende Arten zu verwenden. Informationen zu geeigneten Pflanzen für Insekten finden Sie z. B. unter: bluehende-landschaft.de
    • Möglichst viele heimische Gehölze und Obstarten pflanzen.
  • Fläche mit Lehm, Sand, Wasser, etc. anlegen. Viele Materialien werden von Insekten und Vögeln zum Bauen verwendet.
  • Große Rasenflächen wenigstens teilweise in eine Blumenwiese oder einen so genannten Kräuterrasen umwandeln. Statt kleine, pflegeaufwendige Rasenflächen ist es oft sinnvoller eine Staudenpflanzung anlegen. Dies ist meist pflegeleichter, standortgerechter (z. B. im Schatten) und belebter.
  • Eigener Kompost, Mulchen mit Grünschnitt und Gründüngung sind für alle Bodenlebewesen wichtig. Je aktiver das Bodenleben, desto besser ist dies für die Gartenpflanzen.
  • Flachdächer, z. B. auf Garagen, extensiv begrünen. Hier entstehen pflegeleichte und artenreiche Magerwiesen, die für viele Insektenarten wichtig sind. Außerdem halten diese Flächen Regenwasser zurück, was zum besseren Kleinklima und Hochwasserschutz beiträgt.
  • Mit dem Anlegen von Teichen und Feuchtbiotopen kann man ein schönes Gestaltungselement in den Garten bringen. Außerdem wird die Artenvielfalt gefördert und das Kleinklima positiv beeinflusst.
  • Im Hausgarten kann in den meisten Fällen auf chemischen Pflanzenschutz und mineralischen Dünger verzichtet werden. Wo möglich, kann man Nützlinge als Gegenspieler einsetzen.
  • Wo die Nester von Hornissen und Wespen nicht stören sollte man sie unbedingt belassen. Sie sind effektive Räuber von anderen Kleininsekten wie Mücken.

In einem naturnahen Garten werden sich zum Beispiel Igel, Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, verschiedene Vogelarten, Reptilien und Amphibien wohlfühlen. Viele dieser Nützlinge die sich hier ansiedeln bekämpfen effektiv Schädlinge in Ihrem Garten. Für uns Gärtner bietet solch ein Garten eine große Vielfalt, eine ansprechende Gestaltung, gesunde Nahrung, interessante Naturbeobachtungen und einen stetigen Wandel im Jahresverlauf.

Kinder lassen sich leicht für die Natur im Garten begeistern, nehmen Sie sich Zeit zum Spielen und für Erklärungen. Kinder können in einem naturnahen Garten viel über Naturzusammenhänge, verantwortungsvolles Handeln und Wertschätzung lernen. All das ist in einem Garten mit monotonen Schotterflächen und sterilem Einheitsgrün nicht möglich.

Jeder Gartenbesitzer kann also mit einfachen Maßnahmen einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Viel Spaß in Ihrem Naturgarten
Sven Görlitz

  • Natursteinmauer mit Nistmöglichkeiten für Wildbienen. | © Görlitz, Sven
  • Die Larven der Schwebfliege sind effektive Blattlausbekämpfer. | © Görlitz, Sven
  • Selbst kleine Flächen bieten Platz für eine große Vielfalt | © Görlitz, Sven

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