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Buntes Treiben

Weihnachtsnarzissen, brauchen keine Vorbereitungszeit.
© Jaehner, Ilse
Weihnachtsnarzissen, brauchen keine Vorbereitungszeit.

Oktober 2013 Pflanzen treiben es bunt – lange vor dem Frühling. Wir helfen dabei und beginnen zuerst mit der Treiberei von Weihnachtsnarzissen. Die blühen praktisch aus dem Nichts heraus, termingenau wie geplant. Es genügt, die Zwiebeln im Oktober auf ein Kiesbett in einer mit Wasser gefüllten Schale zu setzen und hell sowie warm zu stellen.


Kleine Narzissen eignen sich besonders gut zum Treiben.
© Jaehner, Ilse
Kleine Narzissen eignen sich besonders gut zum Treiben.
Krokusse
© Jaehner, Ilse
Krokusse

Die Treiberei von anderen Narzissen-Arten, Hyazinthen, Tulpen, Traubenhyazinthen und Krokussen verlangt eine längere Anlaufzeit. Sie können in Erde oder auf Wasser treiben. Die Wasserkultur eignet sich besonders für Hyazinthen in speziellen Hyazinthengläsern mit aufgesetzten Hütchen. Für das frühe Treiben von Hyazinthen mit einer angepeilten Blütezeit um Weihnachten herum, muss man eigens präparierte Zwiebeln verwenden.

Wasserkultur von Hyazinthe
© Jaehner, Ilse
Wasserkultur von Hyazinthe
Erdkultur von Hyazinthen
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Erdkultur von Hyazinthen

Vor dem eigentlichen Treiben müssen die Zwiebeln, gleichgültig ob Erd- oder Wasserkultur, reichlich Wurzeln bilden. Dazu dient das anfängliche Unterbringen an einem kühlen und dunklen Ort. Sind genügend Wurzeln vorhanden, werden die Gefäße mit den Zwiebeln wärmer gestellt, sodass Blätter und Blütentriebe wachsen. Sobald die Knospen Farbe zeigen, ist wieder ein kühlerer Platz gefragt, denn je kühler es ist, desto länger halten sich die Blüten.

nach obenBlüten für den Advent

Christrosenstauden blühen nach kühler Treiberei sicher ab Dezember. Immer ziemlich kühl aufstellen.
© Jaehner, Ilse
Christrosenstauden blühen nach kühler Treiberei sicher ab Dezember. Immer ziemlich kühl aufstellen.
Christrosen sind ein beliebtes Mitbringsel in der Weihnachtszeit. Man kann sie selbst ziehen, am besten mit der echten weißen Christrose Helleborus niger 'Praecox', die von sich aus oft schon Anfang Dezember blüht. Wachsen Christrosen im Garten, nimmt man schon Ende Oktober/Anfang November eine Pflanze mit unversehrtem, umfangreichem Wurzelballen aus der Erde, setzt in einen ausreichend großen Topf und lässt diesen noch bis Ende November/Anfang Dezember draußen stehen, am besten eingesenkt. Dann holt man die Pflanze in einen verhältnismäßig hellen Raum, bei 8 bis 10 °C. Prima geeignet wäre ein kühler Wintergarten.

Man hält den Wurzelballen gleichmäßig feucht und lässt die Pflanze gemächlich zur Blüte kommen. Stellt man ein blühendes Exemplar wirklich zum Weihnachtsbaum, dann nur kurzfristig und nachts unbedingt kühl.

nach obenFrühe Frühlingsboten

Hier und da werden auch heute noch getopfte Maiglöckchen-Keime angeboten. Man stellt sie entsprechend der Anleitung zunächst dunkel und warm, später hell und kühler. Wer selbst Maiglöckchen im Garten hat, geht so vor: Holen Sie bereits im Oktober eine Gruppe Maiglöckchen aus der Erde, sortiert in Pflanzkeime und deutlich dickere Blühkeime. Die Wurzeln der Blühkeime werden etwas gekürzt und in einen genügend tiefen Topf mit etwas humosem, gut feuchtem Substrat ziemlich dicht gepflanzt. Halten Sie dabei den Topf leicht schräg, setzen Sie die Blühkeime ein und geben Sie immer wieder Substrat dazwischen. Die Keimköpfe sollten gerade noch über die Substratoberfläche hinausragen. Gießen Sie mit warmem Wasser an und decken Sie über die Köpfe feuchtes Moos. Dann stellen Sie die Töpfe dunkel, bei 18 bis 20 °C auf und überspritzen sie häufig. Schieben sich die ersten Knospen aus den Hüllblättern, entfernen Sie das Moos und stellen Sie die Maiglöckchen nun an einen hellen Ort bis sich die ersten Knospen entfalten. Später sollten Sie die Pflanzen wieder kühler stellen.

Gehölz, Blumenzwiebeln, Stauden, Zweijahrsblumen – hübsch arrangiert.
© Jaehner, Ilse
Gehölz, Blumenzwiebeln, Stauden, Zweijahrsblumen – hübsch arrangiert.

Wollen Sie es mit Primeln und Vergissmeinnicht schon vor der Zeit Frühling werden lassen, können Sie theoretisch ähnlich verfahren wie mit Christrose und Maiglöckchen: im Spätherbst eintopfen und zu gegebener Zeit kühl antreiben. Allerdings sind Primeln und Vergissmeinnicht so preisgünstig zu haben, dass man sich gern verführen lässt und sie kauft. In diesem Frühjahr mit durchgehend Frost im Februar und Wetterkapriolen im März klappte das Timing allerdings nicht. Im Gewächshaus kultivierte Pflanzen wurden leicht überständig, während sich Freilandpflanzen dem Wetter besser anpassen konnten.

Auf jeden Fall gilt: unbedingt hell und kühl aufstellen, damit die Pracht lange hält. Weitere Stauden/Zweijahrsblumen zum Verfrühen sind Veilchen und Hornveilchen, Stiefmütterchen und Tausendschön.

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