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Rhododendren richtig pflegen

Mai 2013 Jetzt blühen Rhododendren. Damit Sie ihre schöne Pracht voll und möglichst lange genießen können, verraten wir Ihnen hier ein paar Tricks für die richtige Pflege.


Blütenknospe im Querschnitt.
© Jaehner, Ilse
Blütenknospe im Querschnitt.
Rhododendren bereiten sich lange auf ihre Blüte vor: seit Sommer des vorigen Jahres. Während dieser ganzen Zeit entwickeln sich die Blüten eines Blütenstandes, gut geschützt in dicken Knospen, weiter. Aus winzigen Blütenanlagen werden darin allmählich Blüten mit Blütenblättern, Staubbeuteln, Stempeln. So lange, bis Art- und Sorteneigentümlichkeiten schließlich zum Aufbrechen drängen. Es entfaltet sich der ganze Blütenstand, bei Rhododendren "Blütenstutz" genannt.

nach obenWässern während der Blüte

Vollblühende Sträucher haben einen erheblichen Wasserbedarf. Immer häufiger regnet es im Frühjahr wochenlang nicht ausreichend. Also muss gewässert werden, ehe die Blütenblätter schlappen. Dafür legen Sie am besten einen Gartenschlauch im Wurzelbereich aus und lassen das Wasser laufen. Verwenden Sie aber nur kalkarmes Wasser! Oder Sie wässern aus einer Tonne, die Regenwasser auffängt. Und unbedingt mulchen, damit das Wasser nicht teilweise unnütz verdunstet.

nach obenNach der Blüte ist vor der Blüte

Alte Blüten müssen ausgebrochen werden.
© Jaehner, Ilse
Alte Blüten müssen ausgebrochen werden.
Alte Pflanzenteile vor der Blüte ausbrechen.
© Jaehner, Ilse
Alte Pflanzenteile vor der Blüte ausbrechen.
Schon beim ersten Anzeichen von Vergehen der einzelnen Blütenstände muss "ausgeputzt" werden. Das bedeutet, solche Blütenstände auszubrechen – vor allem bei noch jungen Exemplaren. Vollflor im nächsten Jahr entsteht nur, wenn sich die Sträucher auf die Blütenbildung konzentrieren und nicht etwa Samen bilden.

Am Stielansatz der Stutze befindet sich sozusagen eine "Sollbruchstelle". Man fasst mit einer Hand den Trieb und bricht den Stutz um, sodass er sich genau an dieser Stelle löst. Das geschieht so sanft und zugleich nachdrücklich, dass dann zwar der welke Blütenstand entfernt ist, die schon im Ansatz befindlichen neuen Triebe jedoch unbeschädigt erhalten bleiben.

Das ist auch Schönheitspflege, denn ohne Ausputzen, stören die verwelkenden Blütenstände erheblich. Außerdem behindern und schwächen sie den Neutrieb. Also weg damit und stattdessen Nährstoffe geben. Sie tragen dazu bei, dass sich an den Enden der neuen Triebe kräftige Blütenanlagen mit vielen Blüten für das nächste Jahr bilden.

nach obenNicht zu viel Sonne

Sonnenbrand
© Jaehner, Ilse
Sonnenbrand
Licht und Schatten beeinflussen das Wohlbefinden von Rhododendren erheblich. Wir wünschen uns den Sommer sonnig und warm, Rhododendron allerdings mag es lieber mild und licht. Trockenheit, sommerliche Hitze und volle Sonne lassen ihn eigehen. Er benötigt hell beschattete Standorte, am besten gespendet von hohen, lockerkronigen Bäumen wie Kiefern. Diese immergrünen Bäume bewahren den Rhododendron auch im Winter vor zu viel Wintersonne.

Unter Sonnenbrand leiden vor allem großblumige Rhododendren, besonders Yakushimanum-Hybriden. Sie sind sehr beliebt, weil sie schon als junge, kleine Pflanzen reich blühen. Starke Sonne zeichnet die Blätter stellenweise rostbraun als regelrecht verbrannt. Das sollten Sie unbedingt verhindern. Gefahr besteht, wenn solche Rhododendren in noch jungen Gärten ohne größere, schattenspendende Sträucher oder Bäume gepflanzt werden.

nach obenSchutz vor Kälte

Rhododendron im Winterstress.
© Jaehner, Ilse
Rhododendron im Winterstress.
Der nächste Stress kommt mit dem Winter, falls immergrüner Rhododendron völlig frei und offen Kälte und Wind ausgesetzt ist. Sie verschärfen den Frost zusätzlich. Daher ist auch im Winter der Schutz durch geeignete Gehölze sehr wichtig. Sie bremsen die Sonne und schützen vor Wind. Meiden Sie unbedingt zugige Ecken und so genannte Frostlöcher, in denen sich Kälte sammelt und die Pflanzen besonders belastet. Zwar richtet sich auch Rhododendron bis zu einem gewissen Grad auf Kälte ein, indem er die Blätter einrollt und senkt, um die Verdunstung zu mindern. Doch ein windgeschützter, vergleichsweise warmer Platz erleichtert das Überleben der Pflanzen.

Sorgen Sie im Winter außerdem dafür, dass diesen Gehölzen nicht das Wasser ausgeht. Denn mit ihren teils immergrünen Blättern verdunsten sie auch bei Kälte ständig Wasser. Gleichzeitig dringt der Frost tief in die Erde ein, das Wasser gefriert und die Pflanzen sitzen auf dem Trockenen: Es kommt zur sehr unangenehmen Frosttrocknis. Dies verhindern Sie durch großzügiges Mulchen im Wurzelbereich und ausgiebiges Wässern vor Beginn der Frostperiode.

Gesundes Blattwerk ist die Voraussetzung für eine gute Entwicklung der Rhododendronsträucher. Kennzeichen dafür sind saftige, gleichmäßig sattgrüne Blätter, guter Triebzuwachs und dicke Blütenknospen. Wichtig dafür sind ein geeigneter Boden und ausreichende Nährstoffe. Rhododendren benötigen humosen, lockeren, durchlässigen, sauren Boden mit pH-Werten zwischen 4 und 5. In niederschlagsreichen Gegenden mit Böden ohne Staunässe kann der pH-Wert etwas höher sein.

nach obenRhododendren sind Vielfraße

Fügen Sie zur Grunddüngung im Frühjahr langsam wirkende organische Dünger, reichlich verrotteten Mist oder humusreiche Spezialdünger entsprechend der Gebrauchsanweisung bei. Düngen Sie nicht später als Mitte Mai. Schnell wirkende anorganische Volldünger können Sie bis spätestens Mitte Juni geben.

Durch Chlorose verursachtes helles Blattwerk.
© Jaehner, Ilse
Durch Chlorose verursachtes helles Blattwerk.
Gesundes Blattwerk.
© Jaehner, Ilse
Gesundes Blattwerk.
Bleichsüchtige Rhododendren haben Chlorose. Diese entsteht, wenn entweder das zur Bildung von Blattgrün nötige Eisen im Boden fehlt oder ein zu hoher Kalkgehalt etwa vorhandenes Eisen in eine schwerlösliche, für Pflanzen nicht verwertbare Form bringt. Chlorose erkennen Sie an aufgehellten Blattflächen zwischen anfangs noch grünen Blattadern.

Da echter Eisenmangel verhältnismäßig selten ist, kümmert man sich zuerst sinnvollerweise um den Kalkgehalt, also den pH-Wert des Bodens. Außerdem um seinen generellen Zustand und vor allem um seinen Lufthaushalt. Nasser, kalter, luftarmer Boden verstärkt die Neigung zu Chlorose bei dafür empfindlichen Pflanzen wie Rhododendron. Eine Absenkung des pH-Wertes, Humuszufuhr, Bodendecke aus organischer Substanz und im Extremfall eine Dränage vermindern die Chlorose. Gegen Eisenmangelchlorose werden gezielt eisenhaltige Spezialmittel gestreut, gespritzt oder gegossen.

nach obenRückschnitt bändigt

Einen kräftigen Rückschnitt vertragen die meisten Sorten.
© Jaehner, Ilse
Einen kräftigen Rückschnitt vertragen die meisten Sorten.
Rhododendren wachsen kräftig, falls ihnen das Umfeld zusagt. Die Sträucher werden mit der Zeit immer breiter und höher, engen Wege ein, nehmen anderen wertvollen Pflanzen Platz weg, wachsen in Fensterbretthöhe und darüber hinaus. Vorausschauende Gartenbesitzer sorgen mit häufigerem, sanftem Rückschnitt dafür, dass die Pfanzen nicht in den Himmel wachsen. Wer das versäumt, muss sie irgendwann stärker zurücksetzen. Zum Glück verkraften gut gepflegte Rhododendren selbst starkes Zurücksetzen. Ein schwächerer Rückschnitt auf untere Verzweigungen erfolgt sofort nach dem Blühen, sodass man noch nicht einmal im nächsten Jahr auf Blüten verzichten muss. Bei starkem Rückschnitt bis ins alte Holz kommt es weniger auf den Termin an, allerdings eignet sich das Frühjahr besser als der Herbst. Schon nach zwei, spätestens drei Jahren haben die Sträucher den Eingriff überwunden und sehen beinahe so schön aus wie zuvor.

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Austrieb, Blütenknospe, Blütenstände, Chlorose, Grunddüngung, Rhododendron, Rückschnitt, Sonnenbrand, Wasserbedarf

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