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Löwenzahn & Co. stoppen − Was tun gegen unerwünschte Wildkräuter?

Löwenzahn (Taraxacum officinalis)
© Jaehner, Ilse
Löwenzahn (Taraxacum officinalis)

Februar 2013 Höchst unerwünscht sind manche Wildkräuter im Garten. Unkräuter darf man sie trotzdem nicht nennen, egal, wie viel Unbehagen sie Gartenbesitzern bereiten. Doch es gibt einige Wildkräuter, die sich so stark ausbreiten, dass man aktiv gegen sie vorgehen muss.


Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsutum)
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Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsutum)
Das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsutum) war noch vor einigen Jahrzehnten weitgehend unbekannt, inzwischen jedoch ist es stellenweise fast allgegenwärtig. Einzelne Pflanzen sind leicht zu übersehen. Das Behaarte Schaumkraut wird nur 7 bis höchstens 20 cm hoch, hat grundständige, fiederartig aufgeteilte Blätter und von Nachwinter bis Spätherbst kleine weiße oder blassviolette Blüten mit entsprechend vielen Samen, die die Pflanze weit ins Umfeld spritzen kann. Wehrt man sich nicht konsequent, wächst bald überall Schaumkraut. Man muss praktisch das ganze Jahr hinter den Pflanzen her sein und sie spätestens ausziehen, wenn sie blühen. Wo es möglich ist, unterstützt wiederholtes Hacken das Entfernen der Pflanzen.

nach obenHacken hilft

Gegen altbekannte Samenwildkräuter wie Vogelmiere, Franzosenkraut oder Kreuzkraut hilft Hacken. Was die Samenbildung betrifft, sind all diese Wildkräuter ungeheuer fruchtbar: Je Pflanze bildet Kreuzkraut 1.400 bis 7.000, Vogelmiere 10.000 bis 20.000 und Franzosenkraut 5.000 bis 300.000 Samen. Deswegen ist die Samenbildung unbedingt zu verhindern. Entweder indem man immer wieder hackt, bevor auch nur kleinste Keimlinge sprießen, oder durch Mulchen, um unerwünschte Pflanzen zu ersticken. Samentragende Pflanzen wie Kreuzkraut (Senecio vulgaris) nicht kompostieren.

Samenwildkräuter lassen sich bis zu einem gewissen Grad mit Kalkstickstoff eindämmen. Dazu im Nachwinter 20 bis 30 g/m² des Düngers streuen und etwas einarbeiten. Zwischen Düngung und Saat oder Pflanzung müssen bei feuchter Witterung 2 bis 3 Wochen vergehen.

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), auch Feigwurz
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Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), auch Feigwurz
Sehr früh im Jahr blüht an sonnig warmen Stellen von Weg- und Waldesrand das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), auch Feigwurz genannt. Mancher fand dieses Kraut so hübsch, dass er's in den Garten holte. Das sollte man nicht tun, denn Feigwurz vermehrt sich stark: mit Hilfe von Brutknospen, die Weizenkörner ähneln und im Wurzelbereich sowie in den Achseln der unteren Blätter locker sitzen und leicht abfallen. Aus jeder Knospe entsteht eine neue Pflanze. Nur vor dem Mai ist eine aussichtsreiche Bekämpfung möglich. Man muss sich also beeilen und jede Pflanze sorgfältig entfernen.

Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
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Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
Verwandt mit Feigwurz ist der Kriechende Hahnenfuß (Ranunculus repens), wie die Blüten beweisen. Hahnenfuß blüht fast ununterbrochen von Frühjahr bis Herbst, besonders üppig von Mai bis Juli, und bildet entsprechend Samen. Außerdem kriecht er mit langen, beblätterten, oberirdischen Ausläufern, die sich an den Blattansätzen leicht bewurzeln, zu großen eigenständigen Exemplaren heranwachsen und mit der Zeit einen dichten Hahnenfußteppich bilden. Eine aussichtsreiche Bekämpfung von Hahnenfuß ist durch sorgfältige Handarbeit möglich: Mit einer Grabegabel holt man Pflanze für Pflanze mitsamt Herz aus der Erde. Je gründlicher man vorgeht, desto sicherer wird man Hahnenfuß komplett los.

nach obenAltbekannt und lästig

Löwenzahn (Taraxacum officinalis)
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Löwenzahn (Taraxacum officinalis)
Löwenzahn (Taraxacum officinalis) vermehrt sich inzwischen auf landwirtschaftlich genutzten Grünflächen dermaßen, dass er zur Hauptblütezeit von April bis Juni das Bild bestimmt. Was in der Landwirtschaft die Wiese, ist im Garten der Rasen. Löwenzahn bevorzugt kalkreichen, etwas frischen Boden. Seine Samen mit den fallschirmförmigen Haarkronen fliegen weit. Zäune oder Hecken halten sie nicht auf. Besonders oft findet man Löwenzahn in etwas vernachlässigten Gärten, wo sich keiner um solche Zuzügler kümmert. Löwenzahn niemals blühen oder gar samen lassen! Stattdessen jedes Exemplar mitsamt rübenförmiger, tiefgehender Wurzel ausstechen. Sollte sich Löwenzahn auf einer Freifläche stark angesiedelt haben, hilft breitflächiges Abdecken mit schwarzer Folie. Darauf reagiert Löwenzahn sehr sensibel und erstickt – ein vergleichsweise bequemes Verfahren, falls man genug Zeit hat, ab Frühjahr bis Herbst auf den Erfolg zu warten.

Giersch (Aegopodium podagraria)
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Giersch (Aegopodium podagraria)
Giersch heißt botanisch Aegopodium podagraria, ein Hinweis auf die frühere Nutzung als Mittel gegen Gicht. Er gehört zu den bekanntesten, verbreitetesten Gartenwildkräutern. Wo Giersch wächst, ist die Erde nährstoffreich, locker und wachstumsfördernd feucht, der Platz nahe Hecken, Zäunen, Strauchwerk etwas beschattet. Dort macht sich die Pflanze vor allen Dingen mit stark verzweigten, flachstreichenden, unterirdischen Ausläufern breit. Außerdem bilden die weißen, schirmförmigen Dolden reichlich Samen. Die Bekämpfung dieses typischen Wurzelwildkrauts verlangt viel Handarbeit in Breite und Tiefe. Wehe, wenn es in Stauden oder ähnlich ausdauernde Kulturen wächst. Jedes Wurzelteilstück muss raus. Oft bleibt nichts anderes, als die Wurzelballen von Stauden aus der Erde zu nehmen, von Giersch zu befreien und danach die Stauden in wildkrautfreie Erde neu zu setzen. Mit zugelassenen speziellen Bekämpfungsmittel kann man sich die Arbeit etwas erleichtern. Zwischen Gehölzen ist auch eine hohe Abdecke mit Rindenmulch hilfreich, außerdem schwarze Abdeckfolie, zum Beispiel entlang eines Heckenfußes.

Brennnessel (Urtica dioica)
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Brennnessel (Urtica dioica)
Brennnesseln (Urtica dioica) machen es einem vergleichsweise leicht, sie wieder loszuwerden, weil sie ziemlich flach mit zusammenhängendem Wurzelgeflecht wachsen. Man fasst vorteilhaft mehrere Pflanzen am Schopf, lockert die Erde mit Grabegabel oder Vierzahn und zieht komplette Horste raus. Da Brennnesseln lockeren, humus- und nährstoffreichen Boden bevorzugen, gelingt das ganz gut. Obwohl sich Brennnesseln vor allem durch Wurzelausläufer vermehren, an deren Ende sich jeweils neue Pflanzen entwickeln, sollte man sie dennoch nicht samen lassen.

Distel (Cirsium arvense)
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Distel (Cirsium arvense)
Das biblische Wildkraut, die Distel (Cirsium arvense), vermehrt sich einmal durch zahlreiche, flugtüchtige Samen, zum anderen durch tiefgehende Pfahlwurzeln mit Wurzelknospen, die als ausläufertreibende Sprosse wachsen und ihrerseits Sprosse bilden. Hackt man Distelpflanzen ab oder macht man sich die Mühe, sie mit dem Messer auszustechen, bleiben gewöhnlich Wurzelreste erhalten, die darauf mit verstärktem Wachstum reagieren. Es werden immer mehr statt weniger Disteln. Daher lässt man die Pflanzen bis zur Blühreife, spätestens kurz vor Samenflug, wachsen und zieht sie dann einzeln möglichst tief aus. Am besten funktioniert dies nach einem Regenguss, wenn der Boden schön feucht ist. Dies widerholt man den ganzen Sommer bis Herbst über und auch im nächsten Jahr, so lange bis die Disteln aufgeben.

nach obenSchön, aber ärgerlich

Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
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Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
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Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
Ackerwinden (Convolvulus arvensis) gefallen mit schön geformten, weißen oder zartrosa Trichterblüten. Doch wehe, lässt man sie wachsen! Dann ärgern sie richtig. Winden wurzeln nur zunächst flach, danach mit unterirdischen stark verlängerten Ausläufern rechtwinkelig und sehr tief. Außerdem reißen die Wurzeln leicht. Die Stängel winden sich um alles, was sie erreichen können. Ist keine Stütze vorhanden, kriechen sie auf der Erde entlang als Ausläufer und überdecken mitunter ganze Pflanzen: In Staudenbeeten und Steingärten sind sie eine große Plage. Es gelingt selten, Wurzeln in ganzer Länge aus der Erde zu holen, zwischen Sträuchern ist es praktisch unmöglich. So wird die Bekämpfung von Winden zur stressigen Daueraufgabe. Deswegen: Wehret den Anfängen!

nach obenWildkräuter als Nutzpflanzen

Einige von den hier erwähnten Kräutern sind essbar, zum Teil wird ihnen sogar Heilkraft zugeschrieben. Scharbockskraut schützte früher vor Skorbut, der durch Vitamin-C-Mangel hervorgerufen wird. Brennnesseln, Löwenzahn, Giersch, Schaumkraut und Vogelmiere werden immer wieder für allgemeine Frühjahrskuren empfohlen. In Mangelzeiten helfen sie, über die Runden zu kommen, aber nur als Notlösung, denn pur hält sich ihr Genuss ziemlich in Grenzen.

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Ackerwinde, Behaartes Schaumkraut, Brennnessel, Distel, Franzosenkraut, Giersch, Hacken, Kreuzkraut, Kriechender Hahnenfuß, Löwenzahn, Samenbildung, Samenwildkräuter, Scharbockskraut, Vogelmiere, Wildkräuter

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