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Blumen und ihre Symbolik

Januar 2013 Lässt man sich auf "Gespräche" mit Blumen ein, kann das lange dauern, denn sie haben manches zu erzählen. Da könnte man leicht den Überblick verlieren. Darum wollen wir ein wenig sortieren, um mehr über Blumen, ihre Sprache und Symbolik zu erfahren.


Da sind zuerst die Volkstümlichen, heimische Pflanzen aus Feld und Flur: Veilchen, Marienblümchen, Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen und Schlüsselblume mit vertrauten, anschaulichen Namen.

nach obenBescheiden und zart

Veilchen
© Jaehner, Ilse
Veilchen
Das Veilchen steht für sprichwörtliche Bescheidenheit. Alte Poesiealben empfehlen: "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden, rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein." Nur mit sittsam, bescheiden und rein kommt man selten sehr weit. Ein bisschen Selbstbewusstsein sollte schon sein. Das Veilchen an sich ist jedenfalls gar nicht so bescheiden. Es sieht nur so aus, als gäbe es sich mit irgendwelchen abseitigen Winkeln zufrieden. Tatsächlich suchen Veilchen eher den zusagenden Standort, wo es dann allerdings durchaus teils im Verborgenen blüht. Nur die Sommerblüten, die sich nach den Frühjahrsblüten unter dem Laub entwickeln, sind fruchtbar und bilden Samen.

Marienblümchen
© Jaehner, Ilse
Marienblümchen
Das Marienblümchen ist eine richtige Kinderblume, so zart, so fein, blüht trotzdem überall und immer – vom frühen Frühjahr bis späten Herbst. Man muss es einfach gernhaben. Nach einer Legende sind Marienblümchen aus Marias Tränen erwachsen, die sie auf der Flucht vor Herodes Häschern vergossen hat. Vor noch längerer Zeit hieß die Blume "Maßliebchen" und war der germanischen Göttin Freya zugeordnet, der Hüterin und Bewahrerin ehelicher Liebe.

Das Vergissmeinnicht mit Blüten so blau wie der Frühlingshimmel wurde zum Symbol unverbrüchlicher Treue. Diese Pflanze blüht jedes Jahr wieder, wenn man sie nur blühen und samen lässt – sie ist eben treu. Ein Vergissmeinnichtsträußchen zur Erinnerung; deutlicher, nachdrücklicher kann man's nicht sagen.

Stiefmütterchen
© Jaehner, Ilse
Stiefmütterchen
Das Stiefmütterchen lässt auch Stiefmütter gelten, allerdings mit Augenzwinkern. Die Blütenblätter sagen etwas aus über die Rangordnung zwischen Stiefmutter, eigenen Kindern und Stiefkindern. Die Stiefmutter beansprucht den besten Platz, von dem aus ihr nichts entgeht, bestehend aus den zwei obersten Blütenblättern als gut gepolstertem Sessel. Ihrem Herzen nah und dicht dabei, doch immer noch in feiner Betonung der Machtverhältnisse eine Stufe tiefer, finden auf jeweils einem Stuhl die beiden Töchter Platz. Zwei Stiefkinder sitzen zuunterst und müssen sich mit einem Stuhl begnügen. Das Ackerstiefmütterchen wird auch Dreifaltigkeitsblümchen genannt. Schauen Sie genau hin: In der Blütenmitte sehen Sie das Zeichen der Dreieinigkeit, ein strahlenwerfendes, dreieckiges Auge.

Schlüsselblume
© Jaehner, Ilse
Schlüsselblume
Die Schlüsselblume heißt Schlüsselblume, weil sich die Blüten ihres Blütenstandes wie ein Schlüsselbart formieren. Mit Hilfe der Schlüsselblume öffnen sich alle Tore zum Paradies, gewiss die zum heimischen Paradies, dem Garten. Schlüsselblumen wachsen nie einzeln, immer in Scharen, je mehr desto besser, und färben manche Wiesen im Frühling gelb. Wie Veilchen, Marienblümchen und Stiefmütterchen sagt man Schlüsselblumen Heilkraft nach. Das wussten die Alten wohl und sammelten eifrig Blüten, Blätter und Wurzeln. Heute genießen alle Primelarten, also auch Schlüsselblumen, strengen Schutz. Auf ein paar Blüten kommt es nicht an, aber ausgraben darf man keine Pflanze.

nach obenZugewanderte Pracht

Den Volkstümlichen folgen die "Reingeschmeckten", wie der Schwabe Zuwanderer nennt: Narzisse, Hyazinthe, Tulpe.

Narzisse
© Jaehner, Ilse
Narzisse
Von den Narzissen nehmen wir uns die Dichternarzisse mit weißen Blütenblättern und rotgerändertem Krönchen vor. Sie ist die Narzisse Ovids, jenem römischen Dichter, der von dem Jüngling Narcissus berichtet. Dieser war heillos in sich selbst verliebt, seit er einmal sein Spiegelbild im Wasser gesehen hatte. In unerfüllter Liebe nach sich selbst stürzte er sich dem Spiegelbild entgegen ins Wasser. Mitleidige Götter verwandelten ihn daraufhin in eine Narzisse.

Hyazinthe
© Jaehner, Ilse
Hyazinthe
Auch in der griechischen Mythologie existierte ein Schönling: Hyakinthos. Der war so schön, dass sogar Apoll aufmerksam wurde. Er verguckte sich in den Jüngling und machte damit Zephyros, den Gott des Westwindes, rasend eifersüchtig. Als sich Apoll und Hyakinthos einmal gemeinsam im Diskuswerfen übten und Zephyros abseits stehen musste, packte der die Diskusscheibe im Flug und warf sie Hyakinthos so wuchtig an den Kopf, dass er tot umfiel. Aus dem Blut des heimtückisch Ermordeten ließ Apoll die Hyazinthe wachsen. Daher erinnert die Symbolik dieser Blume an den verlorenen Freund.

Tulpe
© Jaehner, Ilse
Tulpe
Die Tulpe hat wiederholt gegen einen schlechten Ruf anzukämpfen. Den handelte sie sich mit der so genannten Tulpomanie ein. Die grassierte im Holland des 16. und 17. Jahrhunderts. Damals waren Tulpen in Mitteleuropa neu, es wurden immer weitere Sorten gezüchtet. Diese Neuheiten wurden immer kostspieliger, dennoch wollte sie jeder haben, auf Biegen und Brechen. Tulpenzwiebeln wurden zum Spekulationsobjekt. Es gab – wie wir heute sagen würden – eine Tulpenblase, die erste Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte. Und diese platzte, wie vorhersehbar, mit einem lauten Knall. Manche Spekulanten brachte sie an den Rand des Ruins, manche gingen restlos pleite. Daher haftet Tulpenblüten mitunter noch was Übersteigertes, Angeberisches an, obwohl sie wirklich nicht Schuld sind an der Gier, die die Menschen damals trieb. Wir schätzen die Tulpe wegen ihrer Verfügbarkeit, ihrer Blütenpracht in Garten und Haus.

nach obenSymbolhafte Schönheiten

Jetzt kommen die Symbolhaften: Nelke, Lilie, Rose, die nachdrücklich darauf verweisen, wes Geistes Kind sie sind.

Nelke
© Jaehner, Ilse
Nelke
Die Nelke gleicht einer schönen Frau, die mit vollendeter Haltung selbst schwierigste Lebenslagen meistert. Die Geächteten der Französischen Revolution trugen auf dem Weg zum Schafott als Zeichen ihres unbeugsamen Stolzes eine rote Nelke. In der Tradition dieser Geisteshaltung machten die Sozialdemokraten Deutschlands die rote Nelke zu ihrer Wappenblume. Wer sich eine ins Knopfloch steckt, sollte also ihre Bedeutung bedenken.

Lilie
© Jaehner, Ilse
Lilie
Goethe nannte die Lilie, und meinte dabei wohl die weiße Lilie, "Zeuge eines reines Verhältnisses". Diese Blume hat eine lange, vielgestaltige Geschichte bis zurück zu den alten Kulturen rund um das Mittelmeer, den Völkern an Euphrat und Tigris, zu Griechen und Römern. Die Herkunft speziell der Madonnenlilie bleibt unbekannt. Sie wurde von Beginn an als vollkommen angesehen und stieg daher im christlichen Glauben zum Symbol der unbefleckten Empfängnis auf. Deshalb findet sich auf zahlreichen Gemälden des Mittelalters die Himmelskönigin in Begleitung weißer Lilien. Für manche Menschen sind weiße Lilien allerdings Totenblumen. Aber das ist Ansichtssache.

Rose
© Jaehner, Ilse
Rose
Die Rose wird "Königin der Blumen" genannt und kaum jemand widerspricht. Von allen Rosen ist die rote Rose das beste Stück. Nicht weiße, gelbe oder rosa Rosen sprechen von Liebe – das kann nur die rote, hochgefüllte Rose, die klassische Rosenblüte, möglichst duftend. Darum wähle man sorgfältig, falls man Rosen schenkt. Rote Rosen sprechen eine sehr deutliche Sprache. Da muss man schon ein bisschen aufpassen, damit es keine Missverständnisse gibt. Natürlich unterstellt man Rosen ganz allgemein einen gewissen Stolz, nicht verwunderlich bei dieser königlichen Ausnahmestellung in der Symbolik.

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Schlagworte dieser Seite:

Hyazinthe, Lilie, Marienblümchen, Narzisse, Nelke, Rose, Schlüsselblume, Stiefmütterchen, Symbolkraft, Tulpe, Veilchen, Vergissmeinnicht

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