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Bodendecker − grün durch den Winter

Oktober 2012 Gartenliebhaber mögen es grün. Nicht nur von Frühjahr bis Herbst, sondern gerade auch im Winter. Da bieten sich immergrüne, bodendeckende Pflanzen an. Neben den "Allerweltspflanzen" Efeu und Immergrün, die ihre unverwüstliche Gartentauglichkeit an vielen Ecken und Enden beweisen, gibt es aber noch andere Bodendecker die wir näher beleuchten wollen.




Kriechspindel
© Jaehner, Ilse
Kriechspindel
Gehölzcharakter ist per se eine gute Eigenschaft von potentiellen Bodendeckern, weil sie Langlebigkeit garantiert. Ein ziemlicher Newcomer ist die weißbunte Kriechspindel Euonymus fortunei 'Emerald Gaiety', die mit langen Trieben sehr dicht nur etwa 25 cm hoch wächst, mit am Rande grauweißlichen und in der Mitte grünen Blättern. Sie ergibt eine sehr gleichmäßige Bodendecke für Sonne bis Halbschatten und normale Gartenböden, auch unter Bäumen. Allerdings könnte sie bei extremen Spätfrösten eventuell etwas leiden, erholt sich jedoch wieder. Das gelbbunte Gegenstück ist die inzwischen weitverbreitete Sorte 'Emerald'n Gold'.

Teppichwacholder
© Jaehner, Ilse
Teppichwacholder
Ein aparter Bodendecker ist der Blaue Teppichwacholder Juniperus horizontalis 'Glauca'. Man muss Geduld mit ihm haben, da er gemächlich wächst. Er wird etwa 30 cm hoch und irgendwann 2,5 m breit, dicht bezweigt und benadelt. Sommers wie winters zeigt er sich wunderbar blau. Der Blaue Teppichwacholder breitet sich langsam aus, gern über nährstoffärmerer, sandiger oder leicht steiniger Erde. Er passt sich jeder Bodenbewegung an, drängt zwischen Steinbrocken, liebt Sonne oder ganz leichten Schatten. Ein feiner Bodendecker für einen hervorgehobenen Gartenwinkel.

nach obenFarbenfroh

Scheinbeere
© Jaehner, Ilse
Scheinbeere
Im Gegensatz zu Teppichwacholder gibt sich die Scheinbeere Gaultheria procumbens ausgesprochen bunt, vor allem ab Herbst und im Winter. Dieser teppichbildende Zwergstrauch breitet sich mit Wurzelausläufern aus, gern in frischem, humosem, leicht saurem und lockerem Boden. Von daher passt er gut zu Rhododendren, Azaleen, Lorbeerrose und sonstigen Gewächsen dieser Pflanzengesellschaft. Einzelne Exemplare werden etwa 20 cm hoch und 40 cm breit. Ab Juli/August machen zuerst hellrosa Blüten auf sich aufmerksam. Ihnen folgen kugelrunde, leuchtendrote, dicke Beeren, die sich bis zum Frühjahr halten, weil Vögel sie nicht mögen. Dazu färben sich die bis dahin dunkelgrünen Blätter teils bronzerot. Die Scheinbeere ist jederzeit eine Augenweide.

Pachysandra
© Jaehner, Ilse
Pachysandra
Gleichmäßig grüne Konkurrenz ist Pachysandra terminalis, für die es bisher keinen gängigen deutschen Namen gibt. Weder "Dickmännchen" noch "Schattengrün" konnten sich gegen den botanischen Namen Pachysandra recht durchsetzen. Auch dieser Bodendecker ist ein Gehölz und weitverbreitet. Wo er einmal wächst, braucht man sich kaum um ihn zu kümmern. Man muss ihn höchstens ein bisschen eindämmen, das heißt von den Rändern her abstechen. Er wächst jedoch nicht überall, so nicht auf zu trockenem, zu saurem, vor allem nicht auf verdichtetem Boden, wie er häufig in jungen Gärten gleich nach dem Hausbau anzutreffen ist. Die Erde sollte frisch, locker und humos sein. Also muss der Platz vor der Pflanzung entsprechend hergerichtet werden. Wenn sich Pachysandra wohlfühlt, breitet er sich durch Ausläufer gut aus und blüht fleißig. Sollte er bei beschränkterem Raum mit über 30 cm ziemlich hoch werden, kann man im Frühjahr bei Triebbeginn etwas stutzen. Eine Vermehrung durch Ausläuferpflanzen ist kinderleicht.

nach obenSilbrige Schönheit

Silberwurz
© Jaehner, Ilse
Silberwurz
Etwas Hübscheres für Steingärten, Mauerkronen oder schottrige Hänge als die Silberwurz Dryas × suendermannii kann man sich kaum vorstellen. Auch sie ist ein Gehölz, doch sehr nah an einer Staude. Ihre kleinen Blättchen sind kräftig grün. Dazu gibt es weiße Blüten, die dem Kenner verraten, dass es sich um ein Rosengewächs handelt, und fedrige Fruchtstände, die jenen von Wollgras ähneln. Alles an der Silberwurz ist eher kleinformatig und eben daher gut für die genannten Standorte in voller Sonne bis Halbschatten geeignet. Am liebsten schiebt sich Silberwurz über Steine voran, immer ein Stückchen weiter, sehr zäh und ausdauernd – an ungestörtem Standort sogar jahrzehntelang.

Schleifenblume
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Schleifenblume
Zum Standardsortiment für Steingärten gehört die immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens), ebenfalls ein Gehölz, das aber sehr wie eine Staude wirkt. Im April/Mai zeigt sie eine Fülle weißer Blüten. Von den schmalen, immergrünen Blättern ist dann kaum etwas zu sehen, umso mehr im Rest des Jahres. Man kann die Schleifenblume gut bewusst als Bodendecker auf größere Flächen setzen. Ein leichter Rückschnitt nach der Blüte sorgt dafür, dass die Pflanzen sich immer wieder erneuern und dicht bleiben.

Stachelnüsschen
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Stachelnüsschen
Durch und durch Staude ist Acaena buchananii, das Stachelnüsschen. Der Name bezieht sich auf die stacheligen, kugeligen Fruchtstände, die den ebenfalls runden, hellen Blütenständen folgen. Ein interessanter Vorgang, dem man gern zusieht – am besten aus der Nähe, denn das Stachelnüsschen mit seinen blaugrünen Blättchen wird nur etwa 5 cm hoch. Es ist also nichts für größer angelegte, sondern eher intime Pflanzungen. Hier auch schön neben Dachwurz. Ein normaler, eher magerer als fetter Boden fördert das Wachstum dieser wüchsigen Pflanze, die übrigens auch ein Rosengewächs ist.

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Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenFetthenne

Fetthenne 'Immergrünchen'
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Fetthenne 'Immergrünchen'
Aus dem Fetthenne-Clan bieten sich zwei immergrüne Sedumarten an: das niedrige, etwa 10 cm hohe Sedum × Hybridum 'Immergrünchen' und das stärker wüchsige, gut 15 cm hohe Sedum floriferum 'Weihenstephaner Gold'. 'Immergrünchen' passt am besten an sonnige, warme, trockene Stellen von Steingärten. 'Weihenstephaner Gold' kann man fast überall setzen, wo es sonnig ist und fast in jeden Boden, wenn er nur durchlässig ist, sodass sich die Pflanze auch im Winter wohlfühlt. Breitet sie sich irgendwo zu sehr aus, sticht man vom Rand her Teilstücke ab und pflanzt sie an anderer Stelle. 'Weihenstephaner Gold' ist sehr praktisch und ergiebig.

nach obenHaselwurz

Haselwurz
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Haselwurz
Haselwurz (Asarum europaeum) ist ein Sensibelchen, wenn sie auch zunächst mit ihren dunkelgrünen, ledrigen Blättern gar nicht so aussieht. Doch das erweist sich bei näherem Kennenlernen. Es muss genau nach den Wünschen dieser Staude gehen. Die Erde muss locker, humos und kalkhaltig sein, auf keinen Fall nass, schon gar nicht im Winter. Ist sie außerdem verdichtet, also luftarm, kann man Haselwurz beim Sterben zusehen. So schnell geht das. Die immergrüne Pflanze ist was für Vollschatten unter freiem Himmel, beispielsweise in Nordlagen von Gebäuden, wo auch Regen ein bisschen abgehalten wird. Ganz trocken darf es aber nicht sein. Hat Haselwurz den richtigen Platz, ist die Staude das ganze Jahr schön. Mehr als Blätter sieht man allerdings nicht von ihr, denn die unscheinbaren Blütchen bilden sich versteckt unter den Blättern.

nach obenWichtig

Bodendeckpflanzen sind keine Unkrautkleinhalter oder gar Unkrautvernichter! Pflanzplätze müssen sehr gründlich vorbereitet werden und garantiert unkrautfrei sein. Sie benötigen humose, lockere und unbedingt durchlässige Erde, ohne stauende Nässe.

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Schlagworte dieser Seite:

Bodendecker, Dachwurz, Dickmännchen, Fetthenne, Gartenboden, Haselwurz, Immergrünchen, Kriechspindel, Scheinbeere, Schleifenblume, Silberwurz, Stachelnüsschen, Teppichwacholder, nährstoffarm

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