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Mach mal Pause und nimm Platz

August 2012 Zweifellos ist ein Garten mit Arbeit verbunden. Selbst der intelligenteste Faule muss hin und wieder etwas tun. Doch es gibt Minuten, Stunden, ja selbst Tage des Innehaltens, der Ruhe und des Nichtstuns im Garten. Diese schöpferischen Pausen sind vielleicht sogar das Schönste am Garten. Deswegen gibt es dort viele Plätze zum Ausruhen und Verweilen. Autorin Ilse Jaehner verrät ihre liebsten Ruheplätze.


© Ratschinski

Gärten sind inzwischen grüne Wohnräume; und was im Haus das Wohnzimmer, ist im Garten die Terrasse. Am besten mit ebenerdigem Übergang vom Wohnzimmer, liegt die Terrasse möglichst in Richtung Süd-, besser noch Süd-Westen. Sie ist groß genug für das notwendige Mobiliar fürs Wohnen im Freien und natürlich ausreichend sonnen- und wettergeschützt. Trotzdem muss mindestens ein zweiter Sitzplatz her, und zwar alternativ zur Terrasse am Haus. Das heißt: Es muss ein weiterer geeigneter Ort zum Sitzen innerhalb des Gartenraumes gefunden werden, möglichst mit Blick auf das Haus, aus Osten oder Süd-Osten. Dies gibt Gelegenheiten für ein Frühstück in der Morgensonne, und – sehr wichtig – ist im Sommer ein etwas kühleres Plätzchen als die stark besonnte Südterrasse am Haus.

So ein Sitzplatz lässt sich wenig aufwändig und mit einfachsten Mitteln einrichten: Ein Dach auf sechs kräftigen Pfosten, ein gepflasterter oder ausreichend befestigter Untergrund, sogar feiner Schotter genügt. Eventuell ein Windschutz an einer Seite und, falls nötig, ein Sichtschutz an der anderen. Der Platz sollte so groß sein, dass Sitzgelegenheiten für mehrere Personen vorhanden sind und man bei leichtem Sommerregen trocken bleibt.

nach obenPlatz zum Feiern

Rustikaler Sitzplatz aus Baumstammabschnitten
© Jaehner, Ilse
Rustikaler Sitzplatz aus Baumstammabschnitten
Für Feste wie Kindergeburtstage, Spielnachmittage, Gartenpartys oder fürs Grillen braucht man mehr Platz. Der sollte auch in kleinen Gärten zu finden sein, denn eigentlich ist er wichtiger als ein paar Blumenbeete mehr.

Dieser erweiterte Sitzplatz darf auch ruhig ausgesprochen rustikal und preiswert ausgestattet werden. Es genügen einige Stammabschnitte. Die niedrigen, etwa 30 bis 40 cm hohen Abschnitte, eignen sich gut zum Sitzen. Etwas höhere Stammstücke verwendet man als Tische für das Geschirr oder zum Ablegen von Zeitungen, Büchern, Brillen und was man sonst zur Hand haben möchte. Eventuell wuchs der dazu benötigte Stamm sogar im eigenen Garten.

nach obenBequem Sitzen

Affenschaukel
© Jaehner, Ilse
Affenschaukel
Gartenstühle sollten so beschaffen sein, dass sie langes, bequemes Sitzen ermöglichen. Es gibt eine große Auswahl an wetterfestem Material und Polstern – da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mein Lieblingssitzplatz ist eine so genannte Affenschaukel aus Korbgeflecht. In ihr halte ich es stundenlang aus und empfehle sie unbedingt weiter. Man lässt sich nieder, das umgebende Geflecht vermittelt ein leichtes Gefühl der Geborgenheit, man schaukelt ein bisschen, dreht sich her und hin – es ist einfach schön und ungemein beruhigend. Dazu ist die Affenschaukel mobil. Man kann sie an verschiedenen Orten aufhängen. So gibt es gleich mehrere Lieblingsplätze im Garten. Mal ist es ein größerer Ast unter einer Baumkrone, mal ein Klettergerüst.

© Jaehner, Ilse
Wichtig ist auch eine Sitzgelegenheit im Eingangsbereich des Hauses, die Gäste freundlich empfängt und zum Bleiben animiert. Früher war die Bank vorm Haus Usus, in manchen Gegenden Deutschlands sogar oft fest im Bereich der Hauseingangs installiert. Damals wurde nicht umständlich eingeladen, sondern man kam einfach im Vorübergehen auf ein Schwätzchen vorbei. Im Hofbereich meines Gartens steht jedenfalls eine Bank, angelehnt an eine Zaubernuss, die im Herbst zum Abschied goldgelbe Blätter darauf schüttet.

nach obenBlickwinkel betonen

Der Garten präsentiert sich aus den verschiedensten Blickwinkeln immer wieder neu: So ist ein vollblühender roter Rhododendronstrauch ein Highlight. Mit einer weißen Bank davor setzt man nochmal ein optisches Ausrufezeichen. Hier mag man sich gern niederlassen, um den Garten mal ganz anders zu sehen. Der Blick geht vielleicht über einen kleinen Gartenteich und eine anschließende Böschung, weiter über die strauchbewachsene Grenze ins Weite bis zu fernen, bewaldeten Höhenzügen. Nah und weit sind eng beieinander. Man sitzt einfach und genießt.

© Jaehner, Ilse
© Jaehner, Ilse

nach obenInne halten

© Jaehner, Ilse
Man kann – so ist es eben im Garten – nicht ständig sitzen und genießen. Es gibt auch immer viel zu tun, unter anderem in Gewächshaus oder Gemüsebeet. Wer schon mal viele kleine Pflanzen pikiert hat, weiß wie anstrengend das sein kann. Nehmen Sie zwischendurch Platz, vielleicht auf irgendeinem ausrangierten Möbel, am besten einem leichten ausgedienten Hocker. Den stellt man dorthin, wo man ihn gerade braucht.

Sollten Sie in die Verlegenheit kommen, ganz dringend einen Sitzplatz zu brauchen, aber keinen in der Nähe haben, machen Sie es einfach so: Nehmen Sie die Schubkarre und ein ausreichend festes Brett, das Sie quer über die Schubkarrenmulde legen, setzen Sie sich drauf und denken Sie erleichternd aufseufzend: "Das tut aber gut!"

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Bank, Garten, Gartenbank, Gartenlaube, Gartenparty, Gartenstühle, Geborgenheit, Gewächshaus, Grillen, Ruhezone, Schaukelstuhl, Sitzplatz

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