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Die Blaue Stunde im Garten

Juli 2012 Den ganzen Tag präsentiert sich der Garten in wechselnden Farben. Zwischen Mittag und Abend kommt leise die "Blaue Stunde", die nur bemerkt, wer sich Zeit dafür nimmt. Sie ist flüchtig, vielleicht nur ein Gefühl, und schwer zu beschreiben.


Blau begegnet uns überall in der Natur, aber auch in unserer Sprache: Wir sprechen vom Himmelsblau, von unserer Erde als Blauem Planeten, wir fahren ins Blaue. Der Abend blaut, verändert die Farbe von Wäldern und Bergen. Und mitten drin blaublühende Pflanzen. Hier sei Karl Foerster zitiert: "Die blaue Blumenfarbe ist die größte Verzauberin des Gartens."



nach obenBlauer Zauber im Beet

Rittersporn
© Jaehner, Ilse
Rittersporn
Zauberhaft sind auch die blau blühenden Pflanzen: Zuerst Rittersporn, diese überaus stattliche Staude mit so klangvollen Sortennamen wie 'Abendleuchten', 'Abgesang', 'Berghimmel', 'Polarnacht'. Guter, nährstoffreicher sowie genügend frischer Boden, volle Sonne und ausreichend Platz sind Voraussetzungen für ein gutes Gedeihen. Der Rückschnitt der verblühenden Stiele sollte bis etwa handhoch über dem Erdboden erfolgen, verbunden mit kleiner Nachdüngung für ein zweites Blühen im September.

Schwertlilie
© Jaehner, Ilse
Schwertlilie
Die Germanische Schwertlilie ist das Sonnenkind schlechthin. Sie benötigt Sonne, Sonne, Sonne, besonders die blaublühenden Sorten. Außerdem braucht sie freien Himmel und dazu durchlässigen Boden, der stauende Nässe schon im Ansatz sicher verhindert. Vorsicht mit Stickstoff und Mist. Gefragt sind kali- und phosphorbetonte Dünger vor der Blüte im Frühjahr. Lässt der Flor nach etlichen Jahren nach, werden die betroffenen Exemplare nach der Blüte im Sommer aufgenommen, alte Rhizomteile entfernt und junge, triebkräftige an neuem Platz mehr waagerecht als senkrecht gepflanzt. Einmal kräftig angießen, dann nicht mehr.

nach obenDufte Gewächse

Lavendel
© Jaehner, Ilse
Lavendel
Besonders an warmen Sonnentagen ist Lavendel im Garten für den Duft zuständig, gemeinsam mit Rosen. Zu viel Lavendel gibt es nicht, denn außer den Pflanzen auf dem Beet verwendet man die Blüten in Vasen und getrocknet für Duftsäckchen. Sie erinnern im Winter an den Sommer und wohl auch an blaue Stunden. Nach dem ersten Vollflor schneidet man Lavendel zurück, damit sich die Pflanzen immer wieder verzweigen, buschig bleiben und reich blühen.

Marienglockenblume
© Jaehner, Ilse
Marienglockenblume
Die Marienglockenblume (Campanula medium) ist eine uralte Gartenpflanze, die ein bisschen aus der Mode kam, doch eine Renaissance als wunderschöne Zweijahrsblume verdient hätte. Sie wird im Mai/Juni gesät, im August, spätestens September gepflanzt und benötigt im Winter etwas Schutz, falls es frostig wird. Es gibt auch weiße und gefüllte Glocken.

Staudensalbei
© Jaehner, Ilse
Staudensalbei
Salvia nemorosa, der Staudensalbei, passt zu allen weiß-, gelb- und rotblühenden Pflanzen, zu Rosen ganz besonders. Die bekannteste und verbreiteteste Sorte ist die tiefblaue 'Mainacht', die sich mit Flor von Juni bis August hervortut und auch noch im September erfreut. Aber nur, wenn man rechtzeitig nach dem ersten Flor zurückschneidet, bevor die Blütenstände komplett verblühen und bräunlich werden. Staudensalbei ist unentbehrlich auf Rabatten, in Heidegärten oder in der Nachbarschaft von silbergraublauen Gräsern wie Festuca cinerea, dem Blauschwingel.

nach obenTraumhaftes Blau

Clematis
© Jaehner, Ilse
Clematis
Die Blaue Stunde verzaubert den ganzen Tag, wenn Clematis × Jackmanii überschwänglich blüht – mit Blüten dicht an dicht, von oben herab alle grüßend, die vorbeikommen. Diese Clematis gehört als Sommerblüher zu jenen Sorten, die hin und wieder einen kräftigen Verjüngungsschnitt auch bis ins alte Holz vertragen. Das kann bereits im November geschehen.

Dreimasterblume
© Jaehner, Ilse
Dreimasterblume
Am Teich blüht derweil die Dreimasterblume (Tradescantia andersoniana) aus schilfgrünem Blätterwerk heraus, eine Staude, die zugleich Sonne und feuchtes Erdreich liebt. Neben dem tiefen Blau von 'Zwanenburg Blue' gibt es hellblaue, rosa, rote und weiße Blüten. Ein Rückschnitt verlängert den Flor bis September.

Einjähriger Salbei
© Jaehner, Ilse
Einjähriger Salbei
So blaue Blütenstiele und Blüten wie die von Salvia farinacea, dem Mehlsalbei, gibt es im ganzen Garten kaum ein zweites Mal. Das ist Dunkelblauviolett in Reinkultur. Diese Salbeiart wird allgemein einjährig gezogen mit Saat im März/April und Pflanzung im Mai an Ort und Stelle auf Rabatten oder zwischen anderen einjährigen Sommerblühern. Ihre Blütenähren zeigt sie ab Juni bis Frost. Das Blau ist so unglaublich, dass sich die wiederholte Anzucht unbedingt lohnt. Unter Winterschutz wachsen die Pflanzen in wärmeren Gegenden bisweilen mehrjährig.

nach obenFarbwunder

Polster-Ehrenpreis
© Jaehner, Ilse
Polster-Ehrenpreis
'Knallblau' ist der Sortenname eines niedrigen Staudenehrenpreises (Veronica teucrium). Treffender geht nicht. Es gibt mehrere Veronicas für die Blaue Stunde. 'Knallblau' wächst flach nur etwa 30 cm hoch, liebt kalkhaltigen Boden in voller Sonne und remontiert nach Rückschnitt. Als dauerhafter Frühsommerblüher ist er im Steingarten hoch willkommen.

Von Juli bis September blüht die höhere Veronica longifolia 'Blauriesin'.

Ballhortensie
© Jaehner, Ilse
Ballhortensie
Ballhortensien sind die Chamäleons unter den blaublühenden Pflanzen. Manche blühen so blau, dass man fast an gefärbte Blüten denkt – als Modegag des Floristen. Aber bei diesen Freilandsträuchern ist alles echt. Allerdings ist auch Chemie im Spiel. Es gibt von Natur aus keine blaublühenden Ballhortensien. Den Farbumschlag von roten zu blauen Blüten, gegebenenfalls umgekehrt, verursachen unterschiedliche pH-Werte. Die sehr empfehlenswerte Hydrangea macrophylla 'Bouquet Rose' blüht in alkalischen Böden rot, in sauren Böden blau. Sie ist daher unverzichtbar für die Blaue Stunde.

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Ballhortensie, Clematis, Clematis x Jackmannii, Dreimasterblume, Germanische Schwertlilie, Lavendel, Marienglockenblume, Mehlsalbei, Rittersporn, Schwertlilie, Staude, Staudenehrenpreis, Staudensalbei

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