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Staudige Rosengewächse

Juni 2012 Wenn wir die Rosenfamilie nicht hätten, sähe es im Garten ziemlich kahl aus. Es fehlten die vielen Beet-, Strauch- und Kletterrosen nebst Wildrosen, die im Garten blühen, ihn mit Farbe und Duft füllen. Auch müssten wir auf viel Obst verzichten: Äpfel, Birnen, Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Mandeln, Quitten und Mispeln, außerdem Erdbeeren, Him- und Brombeeren wären nicht vorhanden.


Die Familie der Rosengewächse (Rosaceae) ist äußerst umfangreich mit etwa 50 Gattungen und über 2.000 Arten. Ihre Mitglieder sind hauptsächlich auf der nördlichen Halbkugel zu Hause, teils Gehölze, teils Stauden, wie schon die Beerenobstarten veranschaulichen. Him- und Brombeeren vertreten Gehölze, Erdbeeren die Stauden. Meist handelt es sich bei Mitgliedern aus der Rosenfamilie um ausdauernde Gewächse. Sie alle eint ein grundsätzlich übereinstimmender Aufbau von Blüten, wie wir sie etwa von ungefüllten Rosen (Heckenrose), Apfel- oder Birnbaumblüten kennen, mit der charakteristischen Fünfzahl der Blütenblättern, der Vielzahl von Staubbeuteln und Narben. Allerdings sind bei einigen Pflanzen diese Merkmale weniger deutlich ausgeprägt und nicht so ohne Weiteres zu erkennen.

nach obenOriginal und Fälschung

Nun nennt man manche Pflanzen Rose, obwohl sie keine Rosengewächse sind. Das gilt unter anderem für Zistrose und Sonnenröschen (Helianthemum), deren Blüten allerdings echten Rosenblüten ähneln. Auch die Blüten der Alpenrose, einer Rhododendronart, sind rosenähnlich. Die Blüten von Stockrosen und Pfingstrosen erinnern entfernt an gefüllte Rosenblüten. Ganz bestimmt nicht wie Rosen sehen jedoch Lorbeerrose und Seerose aus. Und die Rose von Jericho, die wir nur als halb vertrocknetes Knäuel kennen, hat gar nichts mit Rosen zu tun.

Zierquitte
© Jaehner, Ilse
Zierquitte
Wie nicht anders zu erwarten, gibt es viele holzige Rosenziergewächse. Man denke nur an Zieräpfel und -kirschen, an Feuerdorn, Rot- und Weißdorn, Cotoneaster, viele Sorbusarten und Spireen. Stellvertretend für alle und ein typisches Rosengehölz ist die Zierquitte (Choenomeles, oft noch Chaenomeles), nahe verwandt mit Obstquitte (Cydonia). Zierquitten blühen im März/April mit vergleichsweise großen, typisch rosenähnlichen Blüten hell- bis dunkelrot, in Ausnahmefällen auch weiß.

nach obenGute Nachbarschaft

Dicht wachsende Fingersträucher in kräftigem Gelb.
© Jaehner, Ilse
Dicht wachsende Fingersträucher in kräftigem Gelb.
Gleich neben den Rosen stehen und blühen häufig Fingersträucher (Potentilla), weil sie mit ihren intensiv gelben Blüten gut zu allen roten und weißen Rosen passen. Niedrige, bis zum Erdboden dicht beblätterte Sorten wirken fast staudenartig. Es gibt aber auch echt staudige, sehr empfehlenswerte Fingerkräuter.

Potentilla aurea mit goldgelben Blüten und mattenförmigem Wuchs gehört zu den Frühblühern mit Flor im April/ Mai. Sie bereichert Steingärten, Trockenmauern, Troggärten, ebenso wie Potentilla neumanniana 'Nana' oder Potentilla crantzii 'Goldrausch', die von Mai bis Juli blühen.

Von Juni bis in den August schafft es Potentilla atrosanguinea 'Gibsons Scarlet', bis 40 cm hoch werdend und scharlachrot blühend. Höhere Fingerkräuter finden in sonnigem Vordergrund von Rabatten und durchlässigem Boden günstige Plätze.

Potentilla anserina ist eine Heilpflanze aus der heimischen Flora, die mit gefiederten Blättern und gelben Blüten fast überall zu finden ist.

nach obenNelken- und Silberwurz

In freier Natur zu finden, die rosenblütige Nelkenwurz.
© Jaehner, Ilse
In freier Natur zu finden, die rosenblütige Nelkenwurz.
Ebenfalls rosenblütig ist Nelkenwurz (Geum), von der es einige Wildarten in freier Natur gibt, so die gelbblühende Echte Nelkenwurz, die man unter anderem an beschatteten Wegrändern findet. Im Garten haben wir es hauptsächlich mit drei Arten zu tun, von denen Geum coccineum mit intensiv orangeroten Blüten von Mai bis Juli am interessantesten ist. Der Boden sollte recht frisch sein, vor allem an verhältnismäßig sonnigen Plätzen. Diese Nelkenwurz macht sich an Ufern von Teichen und Bächen gut, zusammen mit blauen Sumpfvergissmeinnicht und gelben Trollblumen.

Silberwurz
© Jaehner, Ilse
Silberwurz
Was ganz besonders Feines ist die Silberwurz (Dryas octopetala), von der Optik her eine flach wachsende Staude, tatsächlich jedoch ein Strauch, nur ein niederliegender. Bei den Rosengewächsen sind eben die Übergänge von Gehölz und Staude recht fließend. Jedenfalls wird man Silberwurz in den Angeboten von Baumschulen vergeblich suchen. Sie wird von Staudengärtnereien angeboten. Silberwurz hat "echte" weiße Rosenblüten im Mai/Juni über einem ziemlich dichten Teppich oberseits grüner, unterseits weißfilziger Blätter. Schmückend wie die Blüten sind die umfangreichen fedrigen Samenstände. Im Allgemeinen erweist sich Silberwurz in lockeren, etwas steinigen und kalkreichen Böden als sehr beständig und langlebig, macht sich in sonnigen Steingärten oder auf Hängen ausgesprochen gut.

nach obenAuf den zweiten Blick

Geißbartblüten im Reinweiß der männlichen Sorte.
© Jaehner, Ilse
Geißbartblüten im Reinweiß der männlichen Sorte.
Stauden, die auf den ersten Blick rein gar nicht rosenähnlich sind, werden angeführt vom Waldgeißbart (Aruncus), der ebenfalls als Wildpflanze in der heimischen Flora vorkommt. Man kann ein Exemplar ausgraben und im Garten an halbschattigem Platz, in frischen bis feuchten Boden einsetzen und so preiswert an eine tolle, leicht bis 2 m hohe Solitärstaude kommen. Aber man kann sich auch irren, denn Geißbart ist zweihäusig. Männliche und weibliche Exemplare blühen unterschiedlich. Weibliche Blütenstände sind gelblich-weiß und weniger schön als die reinweißen, eleganteren männlichen. Von Staudengärtnereien wird Geißbart unter Aruncus dioicus als attraktivere Ausgabe angeboten. Partnerin von Geißbart könnte in richtig feuchtem Boden Mädesüß (Filipendula) sein, auch ein Rosengewächs und in manchem Geißbart ähnelnd.

Glitzernde Tropfen auf den Blättern des Frauenmantels.
© Jaehner, Ilse
Glitzernde Tropfen auf den Blättern des Frauenmantels.
Absolut unentbehrlich ist Frauenmantel (Alchemilla mollis), unter anderem in den Karpaten und im Kaukasus ansässig. Der heimische Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) hat grünlichgelbe Blüten von Mai bis September und handförmig gelappte Blätter, auf denen sich Tau- oder Regentropfen sammeln und in der Sonne silbrig glitzern. Auch beim Gartenfrauenmantel ist dieses hübsche Schauspiel zu beobachten. Zur Hauptblüte im Juni erscheinen umfangreichen Blütenstände, die die Pflanzen locker umschleiern. Diese Staude passt wunderbar zu Rosen, zu blau- und rotblühenden Stauden, an den Rand von Wasserbecken, Teichen und Bächen, in Wildstaudenflure und dergleichen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Verwendung, nicht zuletzt in sommerbunten Sträußen. Nach der Blüte sollte man die Pflanzen ziemlich weit zurückschneiden, damit sie sich von unten erneuern. Wer noch mehr Frauenmantel haben will, lässt die Pflanzen einfach aussamen.
Mehr zu Rosen und ihrem Verhalten lesen Sie hier
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An die gleiche Stelle sollte nicht erneut ein Obstgehölze und auch keine Ziergehölze gepflanzt werden.
gartenberatung.de: Garten-Experten antworten
Die schönsten Rosenbegleiter
Ungefüllte oder schwach gefüllte Rosenblüten sind regenfest.
Gärtnerischer Jahresrückblick

Schlagworte dieser Seite:

Frauenmantel, Heckenrose, Nelkenwurz, Potentilla, Rhododendron, Rose, Rosengewächse, Silberwurz, Sonnenröschen, Trockenmauer, Waldgeißbart, Zierquitte, Zistrose

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