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Pelargonien und Geranien

Mai 2012 Es gibt eine Unmenge von Pflanzen. Glücklicherweise herrscht in Floras Reich jedoch eine strenge Ordnung: die Einteilung in Familie, Gattung, Art. Familie ist die übergeordnete Rubrik. Gattung und Art kennzeichnen eine Pflanze genauer, verhindern Verwechslungen, auch die zwischen Pelargonien und Geranien. Beide sind zwei Gattungen aus der Familie der Geraniceen (Storchschnabelgewächse).


Trotz guter Ordnung kann es mitunter Verwechslungen und Missverständnisse geben. Die Gattung Storchschnäbel heißt botanisch Geranium vom griechischen geranos (Kranich), die Gattung Pelargonium ist nach dem griechischen pelargos (Storch). Kranich und Storch scheinen zwar beinahe deckungsgleich, dennoch sind Geranien und Pelargonien zwei selbstständige Gattungen. Daraus folgt: Pelargonien sind keine Geranien und Geranien keine Pelargonien.

Widmen wir uns zunächst jenen Pelargonien, die man fälschlicherweise Geranien nennt. Das sind die bekannten und beliebten Balkonpflanzen. Von dieser Gattung interessieren hier besonders vier Arten: Zonalpelargonien, botanisch Pelargonium zonale oder Zonal-Hybriden, Efeu- oder Hängepelargonien, Pelargonium peltatum oder Peltatum-Hybriden, Duftpelargonien mit den zwei Arten oderatissimum und graveolens und schließlich Edelpelargonien, Pelargonium grandiflora oder Grandiflora-Hybriden. Hybriden sind Pflanzen, die aus mehreren Arten gezüchtet wurden.

nach obenSchöne Südafrikanerin

Alle diese Arten sind in Südafrika zu Hause und Halbsträucher oder Sträucher, also von Natur aus ausdauernde, holzige Gewächse. Bei uns werden sie meist nur einjährig gezogen, weil das hiesige Klima mit frostigen Wintern ein Überleben im Freien nicht zulässt. Allerdings kann man die Pflanzen wegen ihres grundsätzlich ausdauernden Gehölzcharakters durchaus mehrjährig ziehen, falls sie im Winter entsprechend geschützt untergebracht werden.

Zonalpelargonie
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Zonalpelargonie
Zonalpelargonien 1 sind die Balkonpflanzen schlechthin, kenntlich an den normalerweise etwas behaarten Blättern und einem dunkleren Ring auf der Blattfläche.

Efeupelargonie
© Jaehner, Ilse
Bild 2: Efeupelargonie
Hänge- oder Efeupelargonien entwickeln lange, hängende Triebe 2, haben fast haarlose, glatte, meist efeuähnlich geformte und oft entsprechend gemusterte Blätter.

Duftpelargonie
© Jaehner, Ilse
Bild 3: Duftpelargonie
Duftgeranien sind weniger bekannt, doch unbedingt empfehlenswert. Sie geben sich insgesamt ein bisschen härter, werden bei guter Pflege umfangreicher als die beiden vorhergehenden und können bei hellen, kühlen Überwinterungsmöglichkeiten alternativ als Kübelpflanzen gezogen werden. Die Blüten sind weniger attraktiv, erscheinen aber ununterbrochen von Frühling bis Herbst. Das Wichtigste: Blätter und Triebe duften bei Berührung köstlich, bei Pelargonium oderatissimum nach Zitrone, bei Pelargonium graveolens nach Rosen. Wer mit einer Duftpelargonie 3 sein Zuhause teilt, braucht kein künstliches Raum-Deo.

Edelpelargonie
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Edelpelargonie
Zonal-, Efeu- und Duftpelargonien verbringen den Sommer vorwiegend im Freiland. Edelpelargonien 4 sind dagegen ausgesprochene Zimmerpflanzen. Sie entstanden durch Kreuzungen verschiedener Arten, haben deutlich gezähnte, meist etwas gelappte Blätter und vergleichsweise große Blüten mit häufig dunklem, fast schwarzem Mittelfleck. Edelpelargonien blühen hauptsächlich von April bis Juli, bei guter Pflege und genügend Nährstoffen auch länger. Sie stehen gern sonnig, jedoch nicht zu warm, im Winter recht hell bei 10 bis 12 °C.

nach obenFavoriten im Garten

Echte Geranien sind von ganz anderer Art. Die insgesamt über 300 Arten haben ihr hauptsächliches Verbreitungsgebiet in gemäßigten Klimazonen und sind – jedenfalls soweit sie für Gartenbesitzer interessant sind – allesamt Stauden. Das bedeutet, sie sind zwar ausdauernd, verschwinden jedoch im Winter mehr oder weniger von der Erdoberfläche. Geranien waren früher bis auf zwei oder drei Arten in ländlichen Gärten ziemlich unbekannt. Inzwischen gehören sie zu den größten Favoriten in zeitgemäßen Gärten. Kein öffentliches Grün, kein Garten ohne Storchschnäbel, häufig gleich in größeren Mengen als attraktive Bodendecker.

Ruprechtskraut
© Jaehner, Ilse
Bild 5: Ruprechtskraut
Warum heißen Pelargonien Storchschnäbel? Das lässt sich gut nachempfinden, schaut man sich einmal das Ruprechtskraut (Geranium robertianum) 5 etwas genauer an. Es ist zwar keine Gartenblume, sondern eine Wildpflanze. Trotzdem ist Ruprechtskraut häufig im Garten anzutreffen, weil es sich gern einmischt, an schattigen Heckenrändern oder an ähnlich leicht schattigen, ein wenig feuchten Standorten. Einmal angekommen, breitet es sich durch viele Samen ziemlich rasch aus, mit verzweigten Trieben und oft andeutungsweise handförmig geteilten Blättern, die bei Berührung und vor allem beim Zerreiben unangenehm scharf riechen. Die aus rötlichen Blüten hervorgehenden Früchte sehen wie Storchschnäbel aus. Früher spielte Ruprechtskraut in der Volksmedizin eine große Rolle, heute kaum noch. Wird Storchschnabel in der Homöopathie eingesetzt, handelt es sich gewöhnlich um Medikamente aus dem gefleckten Storchschnabel, Geranium maculatum.

nach obenPrächtige Storchschnäbel

Geranium maculatum
© Jaehner, Ilse
Bild 6: Geranium maculatum
Geranium maculatum 6 gehört zu den höheren Storchschnäbeln, wird etwa 50 bis 60 cm hoch und blüht verwaschen bläulich von Mai bis Juli. Sie ist vor allem in Naturgärten und naturnahen Pflanzungen gut untergebracht, verträgt Sonne und auch etwas Schatten.

Kaukasusgeranium
© Jaehner, Ilse
Bild 7: Kaukasusgeranium
Geranium × magnificum 7 stellt sich dar, wie es der Name nahe legt: großartig und prächtig. Die Pflanze wird auch Kaukasusgeranium genannt und wächst noch ein bisschen höher als maculatum. Zudem hat sie die größten Blüten im Geraniumsortiment. Diese öffnen sich intensiv blauviolett im Juni und Juli. Kaukasusgeranium greift mit lockerem Wuchs bei genügend Raum weit um sich und füllt freie Stellen mit humosem Boden vor sowie zwischen Gehölzen attraktiv aus. Es ist ganz und gar unentbehrlich für naturnahe Winkel und größere Staudenrabatten.

Geranium sanguineum
© Jaehner, Ilse
Bild 8: Geranium sanguineum
Geranium × magnificum steht relativ starkwachsend am einen Ende der Geranium-Reihe, am anderen Ende Geranium sanguineum 8. Diese wird teilweise, je nach Sorte, nur 20 cm hoch, mit roten Blüten und niederliegenden Trieben. Sie blüht sehr lange von Mai bis Juli, die neue Sorte 'Tiny Monster' sogar von Mai bis Herbst. Diese Geranie wächst gern in eher trockenem als feuchtem Boden und bei voller Sonne. Geranium sanguineum gehört in Steingärten oder an ähnliche Plätze und in Tröge.

nach obenGemäßigte Geranien

Geranie Geranium macrorrhizum 'Ingwersen'
© Jaehner, Ilse
Bild 9: Geranie Geranium macrorrhizum 'Ingwersen'
Mittelmaß halten Sorten von Geranium macrorrhizum wie 'Ingwersen' 9 oder 'Spessart'. Sie sind die eigentlichen Bodendecker und Gartenfüller: 'Spessart' mit weißlich-rosa Blüten, 'Ingwersen' mit rosafarbenen.

Die Blätter sind beschränkt wintergrün, sterben also erst im Frühjahr bei beginnendem Neutrieb ab, nachdem sich einige im Spätherbst hübsch verfärbten. Die Pflanzen wachsen in Sonne und Halbschatten. Die Erde sollte ausreichend frisch sein. Trocken-sonnige Plätze sind weniger geeignet.

Reich sortierte Staudengärtnereien bieten viele weitere staudige Storchschnäbel an. Hier tut sich ein weites Feld auf.

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Die gefürchtete Nacktschnecke schnüffelt nach dem nächsten Leckerbissen. Hoffentlich woanders!
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Bild 1: Wie angenehm für unsere Seele! Hier fühlt man sich wohl.
Die Weichmacher
Gartenspaß statt Schneckenfraß

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Duftpelargonie, Edelpelargonie, Efeupelargonie, Geranie, Pelargonie, Ruprechtskraut, Storchschnabel, Zonalpelargonie

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