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Von Steinwüsten und Stauden

Pflanzungen in Kiesflächen
© Sven Görlitz
Pflanzungen in Kiesflächen

März 2012 "Wir hätten gerne etwas mit Steinen, wie man es jetzt überall sieht". Ein Satz, den man bei Gartenberatungen seit einiger Zeit öfter hört. Gemeint sind allzu oft die überall in den Vorgärten entstehenden "Steinwüsten" auf Kunststoffvlies, in denen mit viel Glück noch ein zurechtgestutztes Formgehölz wachsen darf. Der Reiz des Ganzen macht – wie man hört – die Vorstellung aus, "endlich mal fertig zu sein" und einen "pflegeleichten Garten" zu haben, "der keinen Dreck mehr macht". Im Herbst kurz mit dem Laubsauger drüber, das war's. Für Gärtner, Pflanzen- und Naturliebhaber ein mehr als zweifelhafter Trend.


Die so genannten Steinwüsten haben nichts mit herkömmlichen Steingärten oder Pflanzungen in Kiesflächen zu tun, die dazu angelegt werden, speziellen Pflanzengesellschaften einen Lebensraum zu geben. Es handelt sich meist um tote Flächen in denen weder Pflanzen noch Tiere willkommen sind – sie kommen der Variante "betonieren und grün anstreichen" erschreckend nahe.

Dabei gibt es – neben dem eventuellen Vorteil der Pflegeleichtigkeit – einige Punkte, die gegen diesen Trend sprechen:

  • Steinflächen erwärmen sich und geben diese Hitze nachts wieder ab. Gerade im städtischen Bereich kann das Ersetzen von Pflanzflächen durch Steine in den Sommermonaten negative Auswirkungen haben. Die Wasserverdunstung durch die Gartenpflanzen ist die "Klimaanlage" in unseren Wohngebieten.
  • Die Artenvielfalt nimmt ab. Vielfältig bepflanzte Hausgärten spielen für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten eine bedeutende Rolle. Je mehr Flächen bebaut und je mehr landwirtschaftliche Monokulturen entstehen, desto wichtiger werden unsere Gärten als Biotope.
  • Der Mensch braucht Grün. Oft werden mit dem Erstellen der Steinanlagen bestehende Laubgehölze entfernt, nachweislich fühlt sich der Mensch jedoch in einer belebten, grünen Umgebung wohler. Grüne Oasen sind nicht nur für die Natur unverzichtbar.
  • Wirklich so pflegeleicht? Es bleibt abzuwarten wie sich die Steinflächen in den kommenden Jahren entwickeln. Voraussichtlich werden sich diese, beispielsweise durch Ablagerungen verschiedenster Art, mit der Zeit auch im Aussehen und im Bewuchs verändern.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Steine und Kies sind ein unersetzliches Gestaltungsmittel im Gartenbau. Es spricht nichts dagegen, Gärten damit zu gestalten, wenn im Kontrast dazu wiederum viele Pflanzen verwendet werden.

nach obenGestaltung von blühenden Stein- und Kiesgärten

© Sven Görlitz
Richtig angelegt, kann man mit Kies- und Steinflächen im Garten schöne und besondere Biotope für verschiedene Tier- und Pflanzenarten schaffen. Bei dem Bau von Steingärten können für Reptilien, Amphibien und Insekten Unterschlupfmöglichkeiten geschaffen werden. Gerne werden eingegrabene Tonröhren besiedelt. Totholz und Wurzeln lassen sich gut in Kiesflächen integrieren, sie sind ein wichtiger Lebensraum für viele Kleinlebewesen.

nach obenStauden in Kiesflächen

Steingarten
© Sven Görlitz
Steingarten
Bestimmte Pflanzen, die auch Trockenperioden überstehen, kann man direkt in magere, sandige Böden oder in Kiesflächen setzen. Dadurch wird Staunässe vermieden und es wachsen wenig andere, unerwünschte Arten auf diesen Flächen. In dieser Art angelegte Staudenbeete sind eine blühende Bereicherung im Garten und brauchen nur wenig Pflege. Wichtig ist:

  • Eine Gartenfläche im sonnigen Bereich wählen.
  • Den Oberboden je nach Beschaffenheit etwa 30 cm abgraben.
  • Der verbleibende Boden muss frei von Wurzelunkräutern sein.
  • Die Fläche gestalten, z. B. mit Hügeln, Mauern, großen Steinen.
  • Aufbringen von etwa 30 cm Kies mit Sandanteil oder einem Gemisch aus Humus und Kies. In der Fläche können mit Trittsteinen Wege entstehen.
  • Dann erfolgt das Pflanzen geeigneter Sträucher, Stauden und Gräser. Zum Beispiel: Wildrosen, Gewöhnliche Felsenbirne, Buchs, Ginster, Bartblume, Federgras, Blaustrahlhafer, Fetthenne, Lavendel, Duftnessel, Lein, Majoran, Salbei, Zierlauch, Prachtkerze, Federnelke, Walzen-Wolfsmilch, Natternkopf, Thymianarten und verschiedene Zwiebel- und Knollenpflanzen. Tipp: Auch viele mediterrane Kräuter fühlen sich an diesem Standort wohl.
  • Pflege: In der Anwachsphase bei Trockenheit wässern, im März Stauden und Gräser zurückschneiden, häckseln und damit die Pflanzen mulchen.

Eine pflegeleichte Alternative zu Steinen, besonders im schattigen Bereich, ist das Bepflanzen mit bodendeckenden Stauden.

Tipps dazu und zu vielen weiteren Gartenthemen finden Sie unter: www.gartenfachberatung.de

Ihr Gartenfachberater
Sven Görlitz

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Schlagworte dieser Seite:

Biotop, Kiesfläche, Kiesgarten, Pfelgeleicht, Staunässe, Steingarten, Steinwüste

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