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Lauter schöne Geißblätter

März 2012 Schling- und Kletterpflanzen bringen Blütenpracht in den Garten – nicht nur in der Waagerechten, sondern auch in der Senkrechten. Außerdem können sie einen optisch nahtlosen Übergang zwischen Garten und Haus bilden. Vor allem die Geißblätter, botanisch Lonicera, haben einiges zu bieten.


Geißblätter sind Schling- und keine Kletterpflanzen. Mit anderen Worten: Sie halten sich nicht selbst an Gemäuern, Wänden und Rinden fest wie etwa Efeu oder wilder Wein. Stattdessen benötigen sie unbedingt Stützen in Form dünner Pfosten, Drähte, Seile oder dergleichen, um die sie ihre Triebe schlingen können.

Momentan erfreut sich das unscheinbarste Geißblatt überraschender Beliebtheit. Vor ein paar Jahren hätte es im Fall von Lonicera henryi geheißen: Lonicera was? Jetzt gibt es die Pflanze in jeder Baumschule, jedem Garten-Center. Lonicera henryi 1 aus China ist als einziges der gartenwürdigen, schlingenden Geißblätter immergrün, behält im Winter also seine Blätter. Zweitens ist es trotz seiner Herkunft aus wärmeren Regionen hart genug für unser hiesiges Klima. Und drittens ist es leicht zu handhaben. Man kann die Pflanze mit Schnitt bequem in einer wünschenswerten Höhe und einem ebensolchen Umfang halten. Da es außer diesem Geißblatt nur wenige immergrüne Schlinger und Kletterer gibt, ist Lonicera henryi derzeit eine der Lonicera-Favoriten. Ausschlaggebend ist zweifellos eben dieser immergrüne Aspekt. Die Blüten sind klein und unscheinbar, fallen zwischen den Blättern kaum auf. Bienen finden sie allerdings garantiert. Zur Blütezeit gibt es im Bereich dieses Geißblattes ein großes Summen und Brummen. Den Blüten folgen interessante blaue Früchte. 2 Lonicera henryi wächst überall willig, in halbem Schatten, doch auch in Sonne, sofern der Boden feucht genug ist.

Bild 1: Lonicera henryi
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Lonicera henryi
Bild 2: Lonicera henryi
© Jaehner, Ilse
Bild 2: Lonicera henryi

nach obenToller Blüher

Bild 3: Lonicera × heckrottii
© Jaehner, Ilse
Bild 3: Lonicera × heckrottii
Hoch im Kurs steht auch die Hybride Lonicera × heckrottii 3, ein toller Blüher, der fleißigste dieser Schlingsträucher und daher unbedingt erste Wahl. Dieses Geißblatt entwickelt viele röhrige, außen blaurote bis purpurrote, innen hellgelbe Blüten, die beim Verblühen insgesamt in rötliches Gelb übergehend. Die Pflanze blüht ab Juni mit einer Hauptblüte bis September und weiter bis Oktober, an gutem Platz bis zum ersten Frost im November. Im späteren Herbst zieren sie zeitgleich mit den Blüten kugelige, fast schwarze, dunkelrote Früchte. Diese Art, Feuerschlinge genannt, trägt einen reichen Flor und wirft die Blätter im Herbst ab. Die Pflanze wächst verhältnismäßig stark und eignet sich deswegen vorwiegend für größere Spaliere oder Pergolen.

Zwei andere Geißblätter halten sich mit dem Wachstum eher zurück und eignen sich damit eher für kleinere Klettergerüste. Es handelt sich um Lonicera × tellmanniana 4 und Lonicera × brownii 'Furchsioides' 5. Die Goldschlinge tellmanniana blüht gut mit einer Fülle goldgelber Blüten ab Ende Mai bis Anfang Juli, also vergleichsweise kurz. Danach tritt sie nicht besonders in Erscheinung. Ähnliches gilt für 'Fuchsioides' mit ihren orangeroten, typisch geformten, röhrenförmigen Blüten wie sie auch die häufig gepflanzte Sorte 'Dropmore Scarlett' vorweist. Diese Geißschlingen sind etwas anspruchsvoller, weil sie Sempervirens-Blut in sich haben. Sie benötigen zwar nicht direkt einen geschützten Platz, aber doch eine Stelle, wo sie milde Sonne haben und ihnen Winterfröste nicht so zusetzen. Das Wachstum dieser Schlinger hält sich in Grenzen. Sommerliche Trockenheit wird vertragen, sofern dick gemulcht ist, sodass die Erde feucht bleibt. Regnet es länger nicht, muss hin und wieder gegossen werden.

Bild 4: Lonicera × tellmanniana
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Lonicera × tellmanniana
Bild 5: Lonicera × brownii 'Furchsioides'
© Jaehner, Ilse
Bild 5: Lonicera × brownii 'Furchsioides'

In Naturgärten mit vielfältigem Angebot an heimischen Wildpflanzen gehört unbedingt Lonicera caprifolium 6, bekannt unter der hübschen Bezeichnung Jelängerjelieber. Er wächst wild in lichten Gehölzen, schlingt sich raumgreifend von Baum zu Baum, blüht und duftet in den Wochen der Sommersonnenwende intensiv – tagsüber wie nachts. Den Blüten folgen knallrote, schwach giftige Beeren 7.

Bild 6: Lonicera caprifolium
© Jaehner, Ilse
Bild 6: Lonicera caprifolium
Bild 7: Die schwach giftigen Beeren des Lonicera caprifolium
© Jaehner, Ilse
Bild 7: Die schwach giftigen Beeren des Lonicera caprifolium

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Jelängerjelieber kann leicht bis 6 m, sogar bis 10 m hoch werden, braucht also Platz. Im Garten muss man darauf achten, dass er zwar etwas schattig steht, aber noch genug Sonne für Blütenentwicklung vorhanden ist. Wer ein Faible für traditionsreiche Gartengestaltung hat, verwirklicht ein altes Motiv mit Jelängerjelieber, indem er ihn eine Laube romantisch überspinnen lässt. Zu Urgroßmutters Zeiten war eine solche Laube üblich – als Anziehungspunkt für Verliebte und andere Ruhe suchende Menschen. Jelängerjelieber mag keine scharfe Kälte. Darauf, und auf ausreichend feuchten Boden, sollte man achten. Steht die Pflanze zu trocken, könnte sie unter Schädlingen leiden. Außerdem eignet sich diese Lonicera-Art weniger für die Fassadenbegrünung.

Sensibelchen sind Geißblätter, deren Herkunft auf die halbimmergrüne Art Lonicera japonica zurückgeht. Das sind die Hybride 'Halliana' 8 und die 'Reticulata' oder, wie sie auch genannt wird, 'Aureoreticulata'. 'Halliana' als pflanzfähiges, schön begrüntes und blühendes Exemplar wirkt in der Baumschule verführerisch. Doch benötigt dieses Geißblatt wirklich einen warmen, sonnigen Platz, wo es kaum Winterfrost gibt – vielleicht in einem geschützten Gartenhof oder dergleichen. 'Aureoreticulata' schwankt tatsächlich zwischen einem Aufenthalt im Freien und im Zimmer. Im Freien bewährt sie sich vorwiegend als interessanter Bodendecker an einem geschützten Platz, wo sich die Triebe mit den auffällig gemusterten Blättern über humosem Grund ausbreiten, jedoch kaum blühen. Die Blätter sind die Hauptsache 9!

Bild 8: Hybride 'Halliana'
© Jaehner, Ilse
Bild 8: Hybride 'Halliana'
Bild 9: 'Aureoreticulata'
© Jaehner, Ilse
Bild 9: 'Aureoreticulata'

Eventuell kennt der eine oder andere Pflanzenfreund 'Aureoreticulata' als Zimmerpflanze, die Ampeln schmückt. An den rötlichen Trieben sitzen gelb gescheckte Blätter. Von Juni bis September gibt es weiße bis gelbe, duftende Blüten. Diese halbe Freilandpflanze darf im Haus nicht zu warm stehen, braucht viel frische Luft, wird im Sommer reichlich, im Winter knapper gegossen und dann auch ziemlich kühl gehalten.

nach obenPflege-Tipps

Die Triebe von Geißschlingen altern mit der Zeit, verkahlen von unten her und blühen weniger reich. Beides möchte man vermeiden. Darum schneidet man alljährlich im Nachwinter ein paar der Haupttriebe bis etwa kniehoch zurück, sodass sich die betreffende Pflanze mit jungen Trieben erneuert. Um die Blühfreudigkeit zu erhalten, streut man außerdem jedes Jahr im Nachwinter oder frühen Frühling eine Handvoll Volldünger im Bereich der Wurzeln und deckt zusätzlich mit Mulchmaterial, etwa geschredderten Gartenabfällen oder ähnlichem, ab. Oder man verteilt einen der handelsüblichen Humusdünger und gibt davon schon im Herbst reichlich.

Vermehren kann man Geißblätter aus meist sich willig bildenden Bodentrieben, die man möglichst im bereits bewurzelten Zustand von der Mutterpflanze trennt. Andernfalls legt man einen Trieb der Länge nach in eine mit humoser, guter Erde gefüllte Rinne, hält ihn mit Hilfe eines Drahtbügels unverrückbar fest und ständig ausreichend feucht. Meist hat sich der Trieb schon nach einem Jahr an mehreren Blattknoten bewurzelt, kann dann entsprechend geteilt und normal gepflanzt werden.

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