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Viele Zapfen auf einen Streich

Dezember 2011 Das Thema "Zapfen" ist ein weites Feld. Es gibt ebenso viele Sorten wie es unterschiedliche Nadelgehölze gibt. Hier ein kompakter Überblick über die Vielfalt der Nadelbäume und ihrer Zapfen.


Bei Zapfen handelt es sich um die Fruchtstände von Nadelgehölzen. Weibliche, meist zapfenähnliche Blütenstände verholzen mit zunehmender Reife zu sehr verschiedenartig geformten Gebilden.

Bild 1: Zapfen der Koreatanne
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Zapfen der Koreatanne
Den Anfang machen die Tannenzapfen. Aber Tannenzapfen sind selten wirklich Tannenzapfen. Häufig bezeichnet der Begriff verallgemeinernd sämtliche Zapfen. So auch jene walzenförmigen, länglichen, die man häufig zahlreich unter bestimmten Nadelbäumen findet. Die Zapfen von Tannen jedoch stehen immer aufrecht auf den Zweigen, wie Kerzen. Mit zunehmender Reife lösen sich die einzelnen Zapfenschuppen mit den Samen von der sie haltenden Spindel im Innern des Zapfens und fallen zu Boden. Ein Beispiel dafür sind die Zapfen der Koreatanne Bild 1. Merke: Aufrechte Zapfen = Tanne.

Bild 2: Zapfenfichte Picea abies 'Acrocrona'
© Jaehner, Ilse
Bild 2: Zapfenfichte Picea abies 'Acrocrona'
Im Gegensatz dazu hängen die Zapfen von Fichten an den Zweigen. Mit Reife der Samen fallen sie als Ganzes ab. Ein Beispiel dafür ist Picea abies 'Acrocrona' Bild 2, die wegen ihrer vielen Zapfen auch "Zapfenfichte" heißt. Da sie nur etwa 3 bis 4 m hoch wird und schon als junges Exemplar reichlich fruchtet, passt sie auch in Gärten, im Gegensatz zur Waldfichte und Omorikafichte.

nach obenHarzige Gesellen

Bild 3 (von oben): Pinie, Waldkiefer, Weymouthkiefer. Kiefernzapfen.
© Jaehner, Ilse
Bild 3: Kiefernzapfen, (von oben): Pinie, Waldkiefer, Weymouthkiefer
Weiter geht es mit Kiefernzapfen Bild 3, die teilweise stark verholzen und ziemlich verharzen. Sie sind recht unterschiedlich geformt, entsprechend der Vielzahl verschiedener Kiefernarten. In manchen Gegenden Deutschlands prägen Waldkiefern die Landschaft. Sie bilden verhältnismäßig kleine, rundliche Gebilde mit festen Schuppen, die sich bei Reife der Samen weit auseinander spreizen. Ganz anders die länglichen Zapfen von Weymouthskiefern. Auch diese sind stark beharzt.

Wesentlich kompakter als die kleinen Zapfen der Waldkiefer sind jene der Schwarzkiefer, dagegen vergleichsweise riesig die der bei uns seltenen Pinie. Pinienkerne sind die Samen dieser im Mittelmeerraum heimischen Kiefernart. Eine Kiefer für den Garten mit auffallend vielen Zapfen ist die Blaue Mädchenkiefer Pinus parviflora 'Glauca'. Sie wächst langsam nur 5 bis 10 m hoch, die Zapfen bleiben mehrere Jahre an den Zweigen hängen.

nach obenZapfen aus Nordamerika

Bild 4: Zapfen der Douglasie (Pseudotsuga)
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Zapfen der Douglasie (Pseudotsuga)
Die Douglasie Bild 4 oder Douglasfichte ist weniger für Gärten geeignet, wächst sie doch 30 bis 50 m hoch. Ihre Zapfen fallen als Ganzes ab. Sie sind nur 5 bis 10 cm lang und leicht zu erkennen, denn ihre dreizipfeligen Deckschuppen ragen weit zwischen den Samenschuppen heraus. Douglasien wachsen wild in Gebirgstälern der Rocky Mountains, wurden 1793 entdeckt und bewähren sich hierzulande als Wald- und Parkbäume.

Bild 5: Hemlocktanne (Tsuga canadensis)
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Bild 5: Hemlocktanne (Tsuga canadensis)
Der botanische Gattungsname der Douglasie, Pseudotsuga, bringt uns zur echten Tsuga canadensis, der Hemlocktanne Bild 5 aus dem nordöstlichen Nordamerika. Für größere Gärten in feucht-kühlem Klima eignet sie sich gut, wird mindestens 15 m hoch und mit bis 12 m auch ziemlich breit – als mehrstämmiges Exemplar sogar noch breiter. Insgesamt wirkt die Hemlocktanne gefällig, sogar elegant mit ihren waagerechten, etwas hängenden Zweigen. Die Zapfen sind nur etwa 2 cm groß. Oft sitzen an einem Zweig, neben alten braunen Exemplaren vom Vorjahr, grüne weibliche Zapfenblüten an den Spitzen der Triebe und männliche Blüten entlang der Zweige.

nach obenNicht immer grün

Bild 6: Europäische Lärche
© Jaehner, Ilse
Bild 6: Europäische Lärche
Lärchen werfen im Gegensatz zu anderen Nadelgehölzen im Herbst ihre Nadeln ab, nachdem diese sich goldgelb verfärbten. Bei unserer heimischen Europäischen Lärche Bild 6 sind die Blüten fast attraktiver als die kleinen, braunen Zapfen. Weibliche Blüten sind rosa bis purpurrot, männliche schwefelgelb. Ist die Witterung entsprechend, beteiligen sich Lärchen massiv an der Bildung des so genannten Schwefelregens, der aus in Regenwasser verteilten Pollen von Nadelgehölzen besteht. Freistehende Lärchen werden recht hoch. Für den Garten wählt man entweder eine der schwachwüchsigen Formen oder plant eine Lärchenhecke. Letztere sieht mit ihrem zartgrünen Frühjahrsaustrieb und der goldenen Herbstfärbung hinreißend aus und macht auch im Sommer eine gute Figur. Zapfen gibt es an Hecken aber natürlich nicht.

Bild 7: links der Lebensbaum (Thuja) mit kleinen, doch zapfenförmigen Zapfen, rechts die Scheinzypresse (Chamaecyparis) mit runden, braunen Zapfen vom Vorjahr und grünlich-bläulichen Exemplaren aus diesem Jahr.
© Jaehner, Ilse
Bild 7: links der Lebensbaum (Thuja) mit kleinen, doch zapfenförmigen Zapfen, rechts die Scheinzypresse (Chamaecyparis) mit runden, braunen Zapfen vom Vorjahr und grünlich-bläulichen Exemplaren aus diesem Jahr.
Wir kommen zu Nadelgehölzen ohne Nadeln, um es laienhaft auszudrücken. Diese Bäume haben statt Nadeln mehr oder weniger ausgeprägte Schuppen. Ist es schon nicht ganz einfach, Fichten von Tannen zu unterscheiden, wird dies mit Lebensbaum und Scheinzypresse noch schwerer. Ihre schuppenförmigen Nadeln ähneln sich sehr, an den Zapfen lassen sie sich aber recht gut bestimmen. Im Foto Bild 7 sehen wir beide Zapfen nebeneinander: links der Lebensbaum (Thuja) mit kleinen, doch zapfenförmigen Zapfen, rechts die Scheinzypresse (Chamaecyparis) mit runden, braunen Zapfen vom Vorjahr und grünlich-bläulichen Exemplaren aus diesem Jahr. In Gärten sind Scheinzypressen übrigens wesentlich häufiger anzutreffen als Lebensbäume.

Bild 8: Sadebusch (Juniperus sabina)
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Bild 8: Sadebusch (Juniperus sabina)
Schuppenartige Nadeln hat auch ein bestimmter Wacholder namens Juniperus sabina Bild 8, der Sadebusch. Er ist kaum in Gärten anzutreffen, da erstens seine Zapfen giftig sind und zweitens dieses Gehölz mit Getreiderost wirtswechselt. Diese Pilzkrankheit befällt Getreide und führt zu ärgerlichen Ertragseinbußen. Auf dem Foto zeigt der Sadebusch seine beerenartigen Zapfen, kurz Beerenzapfen, die entstehen, weil mehrere Fruchtblätter verwachsen. Der gemeine Wacholder hat keine Nadelschuppen, sondern steife, spitzige Nadeln in dreizähligen Quirlen, ist also gut vom Sadebusch zu unterscheiden. Seine erst grünen, dann bläulichen Beerenzapfen, die bekannten Wacholderbeeren, dienen als Gewürz. Allerdings sollten Nierenkranke und Schwangere sie nicht verzehren.

nach obenUntypische Samen

Nicht die mindeste Ähnlichkeit mit den üblichen Zapfen haben jene der Eibe und des Ginkgos.

Bild 9: Eibenzapfen
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Bild 9: Eibenzapfen
Eibenzapfen Bild 9 sind knallrot und rundlich. Sie bilden sich aus winzigen weiblichen Samenanlagen, die an kurzen Stielen in den Blattachseln vorjähriger Triebe sitzen. Den daraus hervorgehenden erbsengroßen, dunkelbraunen Samen umhüllt becherförmig ein fleischiger Samenmantel, der Arillus. Nur dieser Samenmantel ist giftfrei, alles andere an der Eibe ist äußerst giftig. Vögel können das gut unterscheiden. Menschen sollten grundsätzlich ihre Finger vom Arillus lassen, auch wenn er noch so verführerisch leuchtet.

Bild 10: Samen des Ginkgobaumes
© Jaehner, Ilse
Bild 10: Samen des Ginkgobaumes
Noch weiter von der Zapfenform entfernt sind die Samen des Ginkgobaumes Bild 10. Dieses lebende Fossil aus erdgeschichtlicher Vorzeit wurde erst um 1730 wiederentdeckt. Der Baum ist weder ganz Nadelgehölz noch ganz Laubbaum. Seine fächerförmigen Blätter sind ein Mix aus beidem, im Herbst goldgelb verfärbend und abfallend. Botanisch gehört der Baum zu den Nadelgehölzen. Die Samen entstehen aus gestielten weiblichen Blüten mit zwei gegenüberstehenden Samenanlagen. Die Samen haben eine fleischige Schale und einen harten, essbaren Kern, der in ostasiatischen Ländern so geschätzt wird wie hierzulande Pinienkerne. Die Pflanzung weiblicher Ginkgos sollte man jedoch vermeiden, denn wenn die fleischige Hülle der Samenanlagen vergeht, stinkt es ziemlich unangenehm.

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Ein Holzdeck im Garten - Materialkunde
Thuja occidentalis 'Danica'
Nadelholzzwerge
Kerzenhalter aus Birkenästen. Eingeschlagene, oben angespitzte Nägel halten die Kerzen. In umgewickelte Wollfäden können kleine Zweige eingesteckt werden. Und in der mit Kunstschnee gefüllten Schale liegen kleine Zapfen und grün bemooste Zweige vom Waldboden.
Winterliche Dekorationen

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Douglasie, Eibe, Eibenzapfen, Europäische Lärche, Ginkgo, Harz, Hemlocktanne, Kiefernzapfen, Lärche, Lärchenzapfen, Sadebusch, Tannenzapfen, Zapfen

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
2. September 2015

Kiefernspezi

Sehr schöner Artikel. Leider mit kleinen Fehlern. Das Bild mit den Kiefernzapfen zeigt nicht einen Zapfen der Waldkiefer (Pinus sylvestris), sondern einen Zapfen der Schwarzkiefer (Pinus nigra). Außerdem wird ebenso nicht der Zapfen der Weymouthkiefer gezeigt (Pinus strobus), sondern der Zapfen der Mazedonischen Kiefer (Pinus peuce).

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