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Im Efeuland

November 2011 Bei den ersten Frösten und Raureif entwickeln sie ihre volle Schönheit: typische Efeublätter, immergrün, bläulich angehaucht, drei- oder fünflappig mit weißen Blattadern, die Blattränder wunderbar nachgezeichnet von silberhellen Raureifkristallen.


Bild 1: Hederer mit Raureif
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Hederer mit Raureif
Die Natur als Künstler! Doch trotz dieses schönen Bildes 1 und allgemeiner Härte liebt Efeu eher wintermildes Klima und ist über härteren Frost während des Frühjahrsaustriebs nicht begeistert. Die Luft sollte feucht, der Boden humos und nährstoffreich sein.

Bild 5: Bodendecker mit Schneeglöckchen.
© Jaehner, Ilse
Bild 5: Bodendecker mit Schneeglöckchen.
Einige Monate später sieht es im Garten nach Frühling aus. Efeu beteiligt sich daran als immergrüner Teppich für Schneeglöckchen, die unter den schützenden Blättern gut überwinterten, nun blühen und sich vom vorigen Frühjahr bis jetzt erfreulich vermehrten. Efeu ist ein zuverlässiger, beständiger Bodendecker, dazu preiswert anzuschaffen. Man bettet einfach Ausläufer (Ranken), möglichst solche mit Wurzelansätzen, in gute, humose Erde, hält sie feucht und schon wächst der Efeu. Bald schließt sich die Decke. Schneeglöckchenzwiebeln pflanzt man gleich mit, am besten im September 5. Hat man schon welche im Garten, dann pflanzt man sie vorteilhaft nach der Blüte, bevor die Blätter ganz einziehen.

nach obenBlüten-Orakel

Bild 6: In Blüte stehender alter Efeu mit bereits veränderter Blattform.
© Jaehner, Ilse
Bild 6: In Blüte stehender alter Efeu mit bereits veränderter Blattform.
Bis zur Blüte vergehen Monate. Viele Menschen bekommen gar nicht mit, dass Efeu blüht. Das kommt daher, weil Efeu sich einfach entzieht, indem er hoch und höher klettert. Oben hat er genug Sonne, Freiraum und damit Lust zu blühen. Außerdem ist er nun alt genug dazu. Sein "Blühalter" sieht man ihm äußerlich an: Die Blattform verändert sich, ist nicht mehr wie bisher bei der Jugendform drei- und fünflappig, sondern glattrandig – mal schmaler, mal breiter 6. Das ist ein typisches Beispiel für die unterschiedliche Jugend- und Altersform eines Gehölzes. Am Ende der Triebe mit den veränderten Blättern erscheinen gelbe Blütchen in kugeligen Blütenständen. Da es im September/Oktober sonst nicht mehr viele Nektarblüten gibt, freuen sich Bienen, Wespen, Käfer, Fliegen. Aus den Blüten entwickeln sich bis zum nächsten Jahr erst violett-, dann schwarzgefärbte, erbsengroße Beeren. Winzer werten sie nach altem Brauch als Vorhersage für ein gutes oder weniger gutes Weinjahr. Wachsen sie aus, gibt es ein gutes, fallen sie im Winter vorzeitig ab, ein schlechtes.

nach obenKletterkünstler

Freiwachsender Efeu zeichnet sich durch kaum zu bremsenden, robusten Wuchs aus. Bodendecke ist ihm eigentlich eher wesensfremd, er möchte hoch hinaus. Sobald er klettern kann, macht er dies – gern an Hausmauern, an denen er sich ohne jede Hilfe mit Haftwurzeln bombenfest hält. Daher gehört er zu den wichtigsten Kletterpflanzen der Fassadenbegrünung, die dazu beiträgt, Häuser ansehnlicher und das Stadtklima besser zu machen. Den Hinweis, Efeu zerstöre mit seinen Wurzeln Mauerwerk, braucht man nicht zu beachten, sofern das Mauerwerk nicht bereits schadhaft ist.

Bild 7: Der Kletterer erwürgt sie.
© Jaehner, Ilse
Bild 7: Der Kletterer erwürgt sie.
Manchmal findet Efeu nichts anderes zum Klettern als Bäume. Auch da zögert er nicht lange, diese im wahrsten Sinne des Wortes in Besitz zu nehmen. Das sieht zwar mitunter sehr malerisch aus, doch den Bäumen geht es dabei an den Kragen. Der Kletterer erwürgt sie. Efeu ist zwar kein Schmarotzer oder Halbschmarotzer, doch schadet er durch die fast lückenlose Umklammerung von Stamm und Hauptästen. Das vertragen vor allen Dingen Nadelgehölze nicht gut. Das Gebilde auf dem Foto 7 war einmal eine schöne, stattliche Hemlocktanne. Nun ist sie tot. Solch eine Entwicklung ist vor allen Dingen in städtischen Bereichen, wo jeder Baum zählt, sehr ärgerlich. Man darf also Efeu nicht in Bäume wachsen lassen.

nach obenFarb- und Formenreichtum

Bild 3: Hederagold
© Jaehner, Ilse
Bild 3: Hederagold
Efeublätter sind sehr wandlungsfähig, auch was die Farbe betrifft. Ein außergewöhnlich attraktiver buntblättriger Efeu ist 'Goldherz' oder 'Goldheart'. Die Sorte 3 ist nicht nur an sich besonders, sondern muss auch so behandelt werden. Das Gehölz wächst ziemlich langsam etwa 3 bis 4 m hoch und beinahe ebenso breit. Die großen Blätter sind ganzrandig unterschiedlich geformt. Auffällig ist vor allem die Blattfärbung mit der Kombination von kräftiggrün und intensiv-gelb. Dieser Efeu steht gut an einer leicht sonnigen bis hell beschatteten Wand, etwas geschützt vor starkem Wind und Kälte. Die Erde sollte humos, nährstoffreich und ausreichend feucht sein. Jeder Schnitt entfällt, weil Neutriebe leicht ergrünen. Solche Triebe erscheinen mitunter allerdings auch spontan und müssen gleich entfernt werden. Als Bodendecker taugt dieser Efeu nicht, weil er dann vermehrt einfarbige Triebe bildet.

Bild 2: Buntblättrige Sor ten eignen sich gut für kleine Mauern oder Spaliere.
© Jaehner, Ilse
Bild 2: Buntblättrige Sor­ten eignen sich gut für kleine Mauern oder Spaliere.
Efeusorten mit unterschiedlich geformten oder gelb- und weißbunt gefärbten Blättern sind ein lohnendes Feld für Sammler. Allgemein sind die buntblättrigen Formen 2 schwachwüchsiger und können deswegen auch an kleineren Mauern oder Spalieren gezogen werden. Die betreffenden Pflanzen gehören alle zu Efeu, botanisch Hedera helix, und haben zusätzlich Sortennamen.

nach obenVielfach einsetzbar

Bild 4: Als Strukturpflanze ergänzt der immer­ grüne Efeu hier Herbstheide und Strauchveronika.
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Als Strukturpflanze ergänzt der immer­ grüne Efeu hier Herbstheide und Strauchveronika.
Immergrüner Efeu ist bei der Bepflanzung von Blumenkästen zur Herbstsaison als Strukturpflanze gefragt. Solche Gewächse ergänzen Blütenpflanzen, unterstreichen mit neutralen Farben, z. B. Grün oder Grau deren Buntheit, wie der Efeu auf dem Foto 4 das Rot der Herbstheide. Auch die weißbunten Blätter und lila Blüten der Strauchveronika kommen mit Efeubegleitung besser zur Geltung. Außerdem vermitteln die herabhängenden Efeuranken zwischen Gefäß und Umgebung.

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Schlagworte dieser Seite:

Bodendecker, Efeu, Efeusorten, Frost, Kletterpflanze, Schneeglöckchen

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