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Gefahr aus dem Untergrund

Oktober 2011 Im Frühjahr traf mich fast der Schlag. Einer meiner noch relativ jungen Apfelbäume blieb mitten im Austrieb stehen und der ganze Baum ließ sich problemlos aus der Erde ziehen, weil (fast) keine Wurzeln mehr vorhanden waren.


Auf besagtem Gartenstück trugen im letzten Herbst noch drei Apfelbäume ihre Früchte. Kurz nach dem ersten Baum zeigte der zweite (auf dem Foto noch gesunde) Baum die gleichen Schadsymptome. Mittlerweile hat sich auch der letzte Baum verabschiedet. Ich komme also um eine komplette Neuanpflanzung nicht herum und werde die Pflanzen in Zukunft besser schützen müssen.
© Breidbach, Martin
Auf besagtem Gartenstück trugen im letzten Herbst noch drei Apfelbäume ihre Früchte. Kurz nach dem ersten Baum zeigte der zweite (auf dem Foto noch gesunde) Baum die gleichen Schadsymptome. Mittlerweile hat sich auch der letzte Baum verabschiedet. Ich komme also um eine komplette Neuanpflanzung nicht herum und werde die Pflanzen in Zukunft besser schützen müssen.

Dieses Schadbild Bild 2 ist beispielhaft für die Fraßtätigkeit der Wühlmaus, in manchen Regionen auch Schermaus genannt. Sie treibt unterirdisch Bild 1 ihr Unwesen, sehr zum Leid der Gartenbesitzer.

Bild 1: Die Wühlmaus treibt unterirdisch ihr Unwesen, sehr zum Leid der Gartenbesitzer.
© Breidbach, Martin
Bild 1: Die Wühlmaus treibt unterirdisch ihr Unwesen, sehr zum Leid der Gartenbesitzer.
Bild 2: Dieses Schadbild ist beispielhaft für die Fraßtätigkeit der Wühlmaus, in manchen Regionen auch Schermaus genannt.
© Breidbach, Martin
Bild 2: Dieses Schadbild ist beispielhaft für die Fraßtätigkeit der Wühlmaus, in manchen Regionen auch Schermaus genannt.

Auch andere Pflanzen im Garten sind betroffen. Wo jahrelang Tulpen oder Krokusse ihre Farbenpracht zeigten, ist auf einmal gähnende Leere angesagt; unter Umständen blüht später eine einzelne Tulpe an einer Stelle im Garten, wo noch nie Tulpen geblüht haben. Bei der herbstlichen Ernte entdeckt man die Fraßschäden direkt am Gemüse. Wer sich die Mühe macht und nachschaut, entdeckt in vielen Fällen das Loch eines Wühlmausganges.

Hausmittelempfehlungen zur Bekämpfung der Nager gibt es zur Genüge: Kaiserkronen pflanzen, mit Duftstoffen getränkte Lappen, Hundehaare oder Fischlake in die Gänge einbringen, Flaschen eingraben und anderes mehr. Allen gemeinsam ist, dass sie vielleicht in einem Garten wirken, in vielen anderen Gärten aber unwirksam sind.

Eine weitere Möglichkeit der Bekämpfung sieht den Einsatz von Schlagfallen vor. Dazu wird ein Gang vorsichtig geöffnet, eine Falle nach Gebrauchsanweisung aufgestellt und der Gang wieder verschlossen. Es darf an dieser Stelle kein Licht eindringen. Die Falle sollte täglich kontrolliert werden. Wichtig ist, Handschuhe bei diesen Tätigkeiten zu benutzen, da die Tiere äußert geruchsempfindlich sind und ein nach Mensch riechendes Objekt meiden würden.

Auch der Einsatz von Ködermitteln, Begasungspatronen oder Giftweizen ist, vorausgesetzt sie tragen die Bezeichnung "Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig", im Hausgarten möglich. Diese Verfahren wirken bei richtigem Einsatz sicher, sind jedoch für diejenigen, die keine Freunde des chemischen Pflanzenschutzes sind, keine Alternative.

Bild 3: Sicher vorbeugen kann man mit einem Wühlmauskorb, durch den Bäume, Sträucher und Stauden vom Fraß verschont bleiben.
© Breidbach, Martin
Bild 3: Sicher vorbeugen kann man mit einem Wühlmauskorb, durch den Bäume, Sträucher und Stauden vom Fraß verschont bleiben.
Sicher vorbeugen kann man mit einem Wühlmauskorb Bild 3, durch den Bäume, Sträucher und Stauden vom Fraß verschont bleiben. Diese Körbe gibt es vorkonfektioniert in Baumschulen, Gartencentern und natürlich auch übers Internet. Sie bestehen aus einem Drahtgeflecht und schützen die Wurzeln der Obstgehölze vor den scharfen Zähnen der hungrigen Nager. Alternativ kann man einen solchen Korb aus Kaninchendraht mit einer Maschenweite von maximal 12 mm selbst bauen. Damit der Schutz auch mehrere Jahre hält, sollte das Material verzinkt sein. Bei Bäumen ist zudem auf eine ausreichende Größe des Korbes zu achten, damit es nicht schon nach kurzer Zeit zu Wachstumsproblemen durch eingewachsene Wurzeln kommt. Für einen Apfelbaum mit einer schwachwachsenden Unterlage M9 empfiehlt sich zum Beispiel ein Korbdurchmesser von 50 bis 60 cm. Damit der Schutz auch von oben gewährleistet ist, muss das Geflecht nach der Pflanzung wieder zum Stamm geführt werden.

Wer übrigens eine größere Fläche schützen möchte, kann aus einem solchen Drahtgewebe eine so genannte Migrationsbarriere Bild 4 bauen. Dazu wird ein 50 cm hoher Kaninchendraht 20 cm in den Boden eingegraben. Von den übrigen 30 cm biegt man die oberen 10 cm rechtwinklig nach außen, sodass die Wühlmäuse nicht über die Barriere hinweg klettern können. Kurze Holzpfosten, die alle 100 cm eingeschlagen werden, erhöhen die Stabilität des Zaunes. Leben allerdings auch Maulwürfe auf Ihrem Grundstück, ist eine solche Barriere weniger sinnvoll, da die Wühlmäuse die Gänge der Maulwürfe, die bis zu 80 cm in den Boden gehen, nutzen. Hier bleibt der Wühlmauskorb die bessere Variante.

Mehr Infos finden Sie unter: www.gartenfachberatung.de.

Ihr Bundesgartenfachberater
Martin Breidbach

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Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
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Schlagworte dieser Seite:

Apfelbaum, Drahtgewebe, Fraßschäden, Krokus, Schermaus, Wühlmaus

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