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Die anderen Orchideen

Oktober 2011 So viele Orchideen gab's noch nie! Man kann schon fast von einer Orchideenschwemme sprechen. Beispielsweise machten die Schmetterlingsorchideen (Phalaenopsis-Hybriden) aus exklusiven Zimmerpflanzen geradezu Allerweltsgewächse. Doch das ist gar nicht negativ gemeint, denn diese Orchideen sind recht leicht zu pflegen, blühen viele Monate und sind preisgünstig.


Neben den Phalaenopsis-Hybriden gibt es noch viele andere Orchideen – immerhin rund 750 Gattungen mit etwa 30.000 Arten. Dabei entpuppt sich so manche Orchidee als dankbare und unkomplizierte Zimmerpflanze, sofern man ihre Besonderheiten bei der Pflege berücksichtig. Helle, lichte Räume, kleine und große Wintergärten begünstigen die Orchideenhaltung.

Zunächst etwas zum besonderen Bau von Orchideen: Die Wurzeln sind die empfindlichsten Teile der Pflanzen, weil sie unter anderem äußerst genervt auf stauende Nässe reagieren. Wie oft gegossen werden muss, hängt davon ab, ob sich die betreffende Pflanze in der Wachstums- oder Ruhezeit befindet, aber auch die Raumtemperatur ist wichtig. Das Gießwasser muss weich und zimmerwarm sein.

nach obenFest verwurzelt

Bild 1: Dendrobium-Luftwurzeln
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Dendrobium-Luftwurzeln
Außer üblichen Wurzeln, den Rhizomen, bilden Orchideen auch Luftwurzeln Bild 1 – die einen mehr, die anderen weniger. Besonders viele Luftwurzeln haben epiphytisch wachsende Orchideen (Aufsitzer-Orchideen), die auf Bäumen siedeln. Nur die glänzend-blassgrünen Spitzen solcher Wurzeln wachsen weiter. An den anderen, silbrigen oder weißen Wurzelteilen befinden sich außen abgestorbene Zellen, so genannte Velamen, ein saugfähiges Gewebe, das geringe Mengen Feuchtigkeit aufnehmen und schwammartig speichern kann. Alle Aufsitzer-Orchideen sind auf gut funktionierende Luftwurzeln angewiesen, denn diese geben den Pflanzen außerdem genügend Halt. Merke: Viele gesunde Luftwurzeln beweisen, dass es der betreffenden Pflanze gut geht. Sie sollten also nie grundlos entfernt werden.

Bild 2: Cattleya-Bulben
© Jaehner, Ilse
Bild 2: Cattleya-Bulben
Außer rhizombildenden Orchideen gibt es auch solche, die Knollen entwickeln wie die Tibetorchidee (Pleione), die sich durch Tochterknollen gut vermehren lässt. Andere Orchideen entwickeln Speicherorgane im unteren Bereich der Blätter oder Sprosse als Pseudobulben oder Scheinbulben Bild 2, in denen sie Wasser und Nährstoffe speichern. Auch sie bedürfen größter Schonung. Überflüssig sind sie erst, wenn sie keine Blätter mehr haben und gelb werden.

Orchideenwurzeln, auch solche von Erdorchideen, sind sehr lufthungrig. Das muss bei der Auswahl des Pflanzstoffes berücksichtigt werden. Mit gutem Grund sagt man nicht Erde oder Substrat, sondern eben Pflanzstoff. Dieser muss humos, locker, luftig sein und gleichzeitig Feuchtigkeit gut halten.

nach obenHäusliche Schönheiten

Orchideen haben generell geringe Nährstoffansprüche. Deswegen verwendet man zum Düngen spezielle Orchideendünger. Wer ganz sicher sein will, sollte nicht zu viel düngen, sondern reduziert die für das jeweilige Produkt genannte Konzentration der Düngelösung um die Hälfte und düngt dafür etwas öfter.

Die gängigsten Orchideen wollen es lieber kühl als zu warm haben. Daher sollte es im Winter, in Anbetracht des geringen Lichtes, möglichst nicht wärmer als 15 °C sein. Im Sommer wird es Orchideen bei über 30 °C schnell ein bisschen zu warm. Dann muss man bei heller Sonne schattieren und gleichzeitig ohne Zug lüften. Einige Orchideen möchten draußen übersommern, in gebremster Sonne oder leicht beschattet.

Das sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Haltung von Orchideen im Haus. Selbstverständlich taugen dafür einige Sorten eher als andere. Charakteristische Merkmale zu einzelnen Arten sollen die Wahl erleichtern. Interessiert man sich stärker für die eine oder andere Orchidee, ist eine intensive Information über die Pflege der jeweiligen Art vor dem Kauf unerlässlich.

nach obenKurzüberblick

Phalaenopsis
© Jaehner, Ilse
Bild 3: Phalaenopsis
Phalaenopsis-Hybride Bild 3, die Allgegenwärtige. Sie ist eine Orchidee für den Hausgebrauch, pflegeleicht, reich und lange blühend, bei richtiger Behandlung langlebig und immer wieder blühend.

Pleione formosana, die Kinderleichte. Die Pflanze ist fast so unkompliziert zu kultivieren wie Blumenzwiebeln. Im Herbst einfach die Knollen eintopfen, wachsen und nach der Blüte wieder einziehen lassen. Passt auf jede Fensterbank.

Coelogyne cristata, die Genügsame. Eine epiphytisch wachsende Orchidee, die vergleichsweise kühl überwintern will. Im Sommer einfach im Freien an einem warmen, geschützten Platz an Ästen aufhängen.

Bild 4: Cattleya
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Cattleya
Cattleya-Hybride Bild 4, die Attraktive. Sie war früher die absolute Orchidee für besondere Anlässe. Von ihrem Besitzer verlangt sie Fingerspitzengefühl, vor allem, was die Feuchtigkeit in den verschiedenen Wachstumsphasen betrifft.

Bild 5: Paphiopedilum
© Jaehner, Ilse
Bild 5: Paphiopedilum
Paphiopedilum-Hybride Bild 5, die Erdverbundene. Auch bekannt als Frauenschuh-Orchidee. Sie ist eine typische Erdorchidee, im Topf wachsend und mit einer Unzahl von Züchtungen. Die Pflanze benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit, im Sommer sollte sie beschattet werden und hat fast keine ausgeprägte Ruhezeit.

Dendrobium phalaenopsis, die Wasserscheue. Bei ihr ist eine Stau-Nässe unbedingt zu vermeiden, da sie sonst eingeht. Tipp: Pflanzstoff öfter austrocknen lassen, dann für 2 bis 3 Tage ausreichend wässern, immer in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Bild 6: Odontoglossum
© Jaehner, Ilse
Bild 6: Odontoglossum
Odontoglossum-Hybride Bild 6, die Umgängliche. Besonderer Tipp: Temperatur unter 10 °C = nicht gießen, bei 10 °C = etwas gießen, bei über 15 °C = gut gießen und spritzen.

Bild 7: Miltonia
© Jaehner, Ilse
Bild 7: Miltonia
Miltonia-Hybride Bild 7, das Sammelobjekt. Sie bleibt vergleichsweise klein, erfordert aber aufmerksame Pflege, besonders was die Luftfeuchtigkeit betrifft. Sie mag keine grelle Sonne und verträgt entsprechend mehr Schatten.

Bild 8: Oncidium
© Jaehner, Ilse
Bild 8: Oncidium
Oncidium-Orchidee Bild 8, die Grazile. Wie alle Oncidium-Arten blüht sie mit verhältnismäßig kleinen Blüten an teils verzweigten Rispen. Diese Orchideen mögen es kühl bis temperiert und eignen sich bei richtiger Pflege gut fürs Zimmer.

Cymbidium, die Umfangreiche. Die Pflanze wächst mit der Zeit recht hoch und vor allem breit. Deswegen eignet sie sich – besonders bei beengten Platzverhältnissen – weniger fürs Zimmer, sondern eher für Wintergärten oder ähnliche Räume, die hell und kühl sind.

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Allerweltsgewächse, Orchidee, Orchideenschwemme, Rhizome, Schmetterlingsorchidee, Tibetorchidee

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