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Hemerocallis für einen blütenreichen Sommer − Schönheiten des Tages

Taglilie (Hemerocallis) 'Burning Daylight'
© Balster, Thomas
Taglilie (Hemerocallis) 'Burning Daylight'

August 2011 Taglilien (Hemerocallis) gehören zu den attraktivsten sommerblühenden Pflanzen überhaupt. Das "Blütenfeuerwerk" der von Mitteleuropa bis Ostasien verbreiteten Staude kann man besonders eindrucksvoll im Juli genießen. Die Blütezeit beginnt Ende Mai und dauert oft bis Anfang Oktober.


Der botanische Name Hemerocallis setzt sich aus den griechischen Worten "Hemera" für Tag und "Kallos" für Schönheit zusammen. Tatsächlich blühen die Einzelblüten nur einen Tag lang, allerdings erscheinen täglich neue Knospen, sodass große Einzelpflanzen oft mehrere hundert Blüten in einem Zeitraum von einem Monat hervorbringen!

Besonders in China werden Taglilien nicht nur wegen ihres dekorativen Wuchses, sondern auch aufgrund der essbaren und besonders schmackhaften Blüten einiger Arten seit Jahrtausenden kultiviert.

Hemerocallis-Blätter werden übrigens noch heute beim traditionellen Hausbau in einigen chinesischen und taiwanesischen Provinzen als "klassischer Baustoff" verwendet.

Bei der geschickten Auswahl von früh- und spätblühenden Sorten lassen sich im Garten unvergessliche Blütenhighlights über einen Zeitraum von mehreren Monaten bewundern.

Züchterische Glanzleistungen haben in den letzten Jahrzehnten besonders die Gärtner in den USA vollbracht. Sie haben Tausende von klein- und großblumigen, niedrigen, frühen und späten Sorten in weißen, fast schwarzen, gelben, roten, braunen, lachsfarbigen und vielen anderen Farbschattierungen auf den Markt gebracht. Die Blütenform steht heute ebenfalls oft im züchterischen Focus. Ungewöhnliche "Spider"-Blüten und "Tetraploide"-Sorten sind häufig aufgrund ihrer Großblumigkeit im Sortiment der Staudengärtnereien zu finden.

Einige Hemerocallis-Züchter in Deutschland beschäftigen sich mit besonders robusten Sorten, die selbst mit dem rauen Klima im Norden des Landes problemlos zurechtkommen.

nach obenHemerocallis im Garten

Grundsätzlich wachsen Taglilien auf nahezu jedem Gartenboden, egal ob dieser kalkhaltig oder leicht sauer ist. Sonnige Standorte sind optimal. Schattigere Bereiche werden toleriert, allerdings mit dem Nachteil, dass weniger Blüten gebildet werden.

Die Blütenbildung und Wuchsfreudigkeit der anspruchslosen Pflanzen kann durch eine optimale Nährstoffversorgung mit Kompost im Frühjahr verbessert werden.

Hemerocallis in Töpfen können ganzjährig, am besten im Frühjahr und Herbst gepflanzt werden. Der Pflanzabstand sollte je nach Sorte zwischen 50 und 80 cm liegen. Die Pflanzen müssen so tief gesetzt werden, dass der Übergangsbereich zwischen den Wurzeln und den fächerartig ausgebreiteten Blättern mindestens 3 cm mit Boden bedeckt ist. Anschließend unbedingt wässern!

Taglilien können über einen langen Zeitraum am gleichen Standort im Garten ihren attraktiven Blütencharme entfalten. Wenn das Laub nach der Blütezeit unansehnlich wird, kann es 10 cm über dem Boden abgeschnitten werden.

  • Taglilie (Hemerocallis) 'Canadian Border Patrol' | © Balster, Thomas
  • Taglilie (Hemerocallis) 'Chicago Apache' | © Balster, Thomas
  • Taglilie (Hemerocallis) 'Lavender Deal' | © Balster, Thomas

Einige Hemerocallis-Sorten behalten ihr grünes Laub auch in der kalten Jahreszeit. Sie sollten in den ersten Jahren einen Winterschutz (Laubdecke, Vlies oder ähnliches) erhalten.

Wenn die Blütenfülle der Stauden nach geraumer Zeit – meist nach 8 bis 10 Jahren Standzeit – nachlassen sollte, kann die Pflanze ausgegraben und in möglichst große Stücke geteilt werden. Dies geht besonders gut mit einem scharfen Messer. Die Wurzeln und Blätter werden dann eingekürzt. Anschließend können die Stauden an einem anderen Standort im Garten wieder eingepflanzt werden. Die Teilung als besonders einfache Form der Pflanzenvermehrung dient dazu, sie im Garten zu verbreiten!

nach obenRobuste Prachtstauden

Die pflegeleichten Taglilien besitzten nicht nur dekorative Blüten, sondern sind auch äußerst robust. Krankheiten und Schädlinge spielen kaum eine Rolle. Selbst Schnecken machen um diese Prachtstauden einen großen Bogen.

nach obenPassende Partner

In sonnigen Gartenbeeten kommen Taglilien zusammen mit anderen Stauden, die farblich harmonieren und vergleichbare Standortbedingungen bevorzugen, besonders gut zur Geltung. Optimale Pflanzpartner sind z. B. Sonnenbraut (Helenium), Sonnenauge (Heliopsis), Indianernessel (Monarda), Rubbeckie (Rudbeckia), Salbei (Salvia), Ziergräser in Sorten und Rittersporn (Delphinium).

Einen blütenreichen Sommer und viel Spaß mit den unkomplizierten Hemerocallis, die oft als "Pflanzen für Faule" bezeichnet werden, wünscht Ihnen

Ihr Gartenfachberater
Thomas Balster

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Schlagworte dieser Seite:

China, Lilie, Prachtstauden, Taglilie, Wuchsfreudigkeit, Züchtung

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