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Heidekräuter − eine große Familie

August 2011 Pflanzen bilden gewissermaßen Sippschaften, Familien genannt. Jene der Heidekräuter (Ericaceen) ist sehr umfangreich mit vielen Gattungen. Und zu jeder Gattung gehören häufig mehrere Arten. Heidekrautgewächse sind meist Gehölze, immergrün und deswegen sehr wertvoll für Gärten.




nach obenSchneeheide

Erica carnea
© Jaehner, Ilse
Erica carnea
Namensgeber der Pflanzenfamilie ist Erica mit nahezu 600 Arten, von denen Erica carnea, die Schneeheide, als wichtiger Winter- und Vorfrühlingsblüher gefällt. Man pflanzt möglichst viele Exemplare flächig, so wirkt sie am schönsten. Schneeheide braucht einen hellen, auch sonnigen, jedoch nicht trockenen Standort, ist erfreulicherweise recht kalktolerant, sodass sie in jedem guten Gartenboden gedeiht. Außerdem ist sie absolut winterhart, was für die Hybride Erica × darleyensis nicht uneingeschränkt gilt. Gerade diese Hybride mit ihren Sorten taucht immer häufiger auf, weil die Pflanzen im Idealfall sehr gut blühen, meist von November bis Mitte Mai.

nach obenGlockenheide

Erica tetralix
© Jaehner, Ilse
Erica tetralix
Erica tetralix, die Glockenheide, ist einschließlich ihrer Sorten mehr oder weniger eine Wildpflanze und auf bestimmte Standorte angewiesen: auf feuchte, sogar moorige Plätze mit saurem Boden. Glockenheide braucht viel Licht, ist wie die anderen Erica-Arten ein Zwergstrauch und blüht von Juni bis September.

nach obenIrische Heide

Daboecia cantabrica
© Jaehner, Ilse
Daboecia cantabrica
Die Irische Heide (Daboecia cantabrica) blüht ebenfalls im Sommer, je nach Sorte weiß, rosa, hell oder dunkler rot. Die Art bevorzugt ein mildes Seeklima ohne scharfe Fröste, feuchten, sauren, humosen Boden, verträgt keine Trockenheit, friert mitunter zurück und treibt nach Rückschnitt wieder durch.

nach obenBesenheide

Calluna vulgaris
© Jaehner, Ilse
Calluna vulgaris
Es ist nur ein Schritt von Erica zu Calluna, der Besenheide, mit ihren fast unzähligen Sorten. Die ebenfalls immergrünen Sträuchlein bestimmen mit der Wildart Calluna vulgaris das Gesicht weiter Landstriche Norddeutschlands.

Im Garten sollte der Boden leicht, durchlässig, nährstoffarm sein, der Platz hell und sonnig. Das Pflanzmaterial bezieht man am besten aus Spezialgärtnereien nach Sortenliste. Seit einiger Zeit geraten normal blühende Pflanzen etwas ins Hintertreffen gegenüber so genannten Knospenblühern, deren Knospen sich nicht öffnen und die darum scheinbar endlos blühen. Kenner schätzen dennoch die Normalblüher nach wie vor. Sie sind weniger konform, erfreuen mit unterschiedlichsten Wuchsformen, Blüten- und Laubfärbung sowie Blütezeiten zwischen Juni und November.

nach obenScheinbeere

Gaultheria procumbens
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Gaultheria procumbens
Wir verlassen, was mehr oder weniger nach Heide aussieht und wenden uns kleinen, immergrünen Sträuchern zu, die hauptsächlich mit Früchten schmücken. Sehr beliebt ist die Scheinbeere (Gaultheria procumbens) als hübscher, stets adrett wirkender Bodendecker. Aus den weißen Blüten im Juli/August entstehen knallrote Beeren, die lange halten, da sie Vögeln nicht schmecken und zusammen mit den, sich teils bronzerot färbenden, Blättern eine herbstliche Stimmung in den Garten zaubern. Die Erde sollte gut, frisch, humos, locker und leicht sauer sein, der Standort sonnig bis hellschattig.

nach obenPreiselbeere

Vaccinium vitis-idaea
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Vaccinium vitis-idaea
Zeitgleich mit den Früchten der Scheinbeere färben sich jene der Preiselbeere rot. Die Wildart (Vaccinium vitis-idaea) wächst – oder man muss leider wuchs sagen – auf Lichtungen heimischer Wälder. Viel ist davon nicht mehr übrig. Wie jeder weiß, sind Preiselbeeren essbar. Wer deswegen auf die Idee kommt, Pflanzen in den Garten zu holen, sollte jedoch keine wildwachsenden nehmen, denn diese haben so spezielle Anforderungen an die Bodenverhältnisse und das Zusammengehen mit anderen Pflanzen, dass die Kultivierung meist nicht glückt. Besser eignen sich Kultursorten wie 'Koralle'. Diese setzt man in betont durchlässigen Boden ohne viele Nährstoffe. Die Sträuchlein fruchten einmal im Juli mäßig und erneut im September/Oktober. Man muss öfter durchpflücken oder warten, bis etwa 80 Prozent der Früchte rot sind. Dann pflückt man alle, auch die unreifen, und lässt sie an dunklem, warmem Ort nachreifen.

nach obenTorfmyrte

Pernettya
© Jaehner, Ilse
Pernettya
Die Torfmyrte (Pernettya mucronata) wird jeden Herbst im Angebot von Baumschulen und Garten-Centern zum Hingucker mit rosa, weißen oder roten, kugeligen Früchten an dicht mit kleinen Blättchen besetzten, 50 bis 150 cm hohen Trieben. Torfmyrten fruchten besser, wenn zwei Sorten beieinander stehen, denn sie sind mehr oder weniger zweihäusig. Sie fruchten zwar auch manchmal als Einzelpflanze, aber besser im Doppelpack. In kalten Gegenden mit strengen Winterfrösten sind die Sträucher nicht ganz hart, frieren also schon mal zurück. Obwohl sie nach Rückschnitt meist wieder durchtreiben, sind sie danach gewöhnlich weniger schön als zuvor. Wo sie ungestört wachsen, bilden Torfmyrten manchmal mit Hilfe von Wurzelausläufern regelrechte Dickichte, brauchen dafür jedoch genügend Platz.

nach obenTraubenheide

Leucothoe
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Leucothoe
Die Traubenheide (Leucothoe walteri) macht Karriere als buntblättriger, mittelhoher Bodendecker. Es gibt Pflanzen mit hell panaschierten Blättern, dunkelrotlaubige, solche mit teils rötlichen, teils dunkelgrün gefärbten Blättern, dies vor allem im Winter/Nachwinter bis zur Blüte im Mai/Juni. Die Traubenheide wird wenig höher als 80 bis 100 cm, breitet sich auf humosem, frischem, lockerem und eher saurem Boden durch Ausläufer gut aus und verträgt viel Schatten. Traubenheide ergänzt Rhododendron-Sträucher gut, die übrigens auch zur Heide-Familie gehören – obwohl man es ihnen nicht auf den ersten Blick ansieht.

nach obenPrachtglocke

Enkianthus campanulatus
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Enkianthus campanulatus
Die Prachtglocke (Enkianthus campanulatus) ist unter anderem in den Bergen der japanischen Insel Hokkaido zu Hause. Die sommergrünen Blätter des 2 bis 3 m hohen Strauchs treiben erst nach der Blüte aus. Die glöckchenförmigen Blüten sind weiß oder hell gelblich. Die Prachtglocke steht gern etwas schattig, in frischem Boden auch sonnig. Die Erde sollte leicht sauer und ausgesprochen humos sein.

nach obenLavendelheide

Pieris floribunda
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Pieris floribunda
Die Lavendelheide ist mit zwei Arten im Garten vertreten. Früher war Pieris floribunda die wichtigere. Der Strauch wird über 2 m hoch und blüht mit kleinen Blüten in dichten Rispen am Ende der Triebe im April/Mai. Er wächst langsam und lässt sich recht viel Zeit bis zur ersten Blüte. Gartenbesitzer sollten beachten, dass die Blüten nicht ganz frosthart sind und den Schutz eines etwas wärmeren Platzes benötigen. Windige Nord- und Ost-Lagen sind zu meiden.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Pieris japonika
© Jaehner, Ilse
Pieris japonika
Inzwischen sind die Sorten von Pieris japonica wesentlich wichtiger, da einfacher in der Handhabung. Star im Sortiment ist die Sorte 'Debutante', die schon als kleine Pflanze voll blüht, insgesamt gut frosthart ist und Schatten verträgt. Interessant als Außenseiter ist die schon ältere 'Forest Flame', die wegen ihres tollen Farbspektakels während des Austriebs gepflanzt wird. Sie ist jedoch nicht ganz hart, sodass ihr Feuerwerk schon mal ausbleibt.

Insgesamt haben Heidekrautgewächse einiges zu bieten, um Gärten noch schöner und abwechslungsreicher zu machen.

Beispiel eines Heidegartens für größere Hausgärten: mit vielen verschiedenen Heidekrautsorten, dazu Wacholdersäulen, Birken, Park- und Wildrosen, Teich und Findlingen. Gärtner müssen regelmäßig zur Schere greifen und die Triebe zurückschneiden.
Heidegarten
Ansprechende Herbstbepflanzung mit Calluna vulgaris, Silberblatt und Chrysanthemen.
Mit blühender Heide durch Herbst und Winter
Pachysandra
Bodendecker - grün durch den Winter

Schlagworte dieser Seite:

Besenheide, Erica, Glockenheide, Heide, Heidekraut, Irische Heide, Lavendelheide, Pieris japonica, Prachtglocke, Preiselbeere, Scheinbeere, Schneeheide, Torfmyrte, Traubenheide, nährstoffarm

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