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Augen auf beim Scherenkauf

Juli 2011 Die Rosenschere ist das Standardwerkzeug des Gärtners. Dabei ist die Rosenschere ursprünglich mal eine Rebenschere gewesen. Doch ganz gleich, ob man Rosen, Weinreben oder andere Gehölze in seinem Garten kultiviert, eine Rosenschere ist für viele Einsatzbereiche das richtige Werkzeug.


  • Die Auswahl an Gartenscheren ist groß. | © Ratschinski, Ilja
  • Zweihandscheren | © Ratschinski, Ilja

Bei den Oldtimern unter den Rosenscheren sind Griff und Klinge noch aus einem Stück Stahl gefertigt. Das macht einen hochwertigen Eindruck. Doch moderne Scheren aus Leichtmetall, mit auswechselbarer Klinge und Kunststoffbeschichteten Griffen sind leichter, liegen besser und "wärmer" in der Hand.

Den Ursprung als Rebenschere kann man bei vielen Rosenscheren an einem kleinen Detail erkennen. An der Basis der Klinge, dort wo die größte Hebelkraft wirkt, befindet sich eine Aussparung, die zum Durchtrennen von Drähten geeignet ist. Für Weinbauern, die ihre Pflanzen an Drähten kultivieren, aber auch für Gärtner, ein wichtiger Zusatznutzen. Schließlich gibt es auch heute noch unter Gärtnern den Spruch:

"Weiß der Gärtner keinen Rat, nimmt er Draht".

Im Handel gibt es heute eine sehr große Auswahl an "Gartenscheren" mit großen Qualitätsunterschieden. Der Kauf eines minderwertigen Produktes kann im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaft sein. Im schlimmsten Fall bricht einem der Griff ab und man rammt sich die Restschere in die Handfläche. Bei anderen Scheren klemmt man sich immer wieder die Finger. Vergleichsweise harmlos, aber trotzdem nicht hinnehmbar ist es, wenn sich der Scherenverschluss immer wieder von selbst öffnet. Es lohnt sich, beim nächsten Gartenscherenkauf auf ein paar Details zu achten oder bei einer vorhandenen Schere den praktischen Wert zu prüfen.

In der Regel ist es besser etwas mehr Geld auszugeben. Eine hochwertige Rosenschere hält schließlich ein Leben lang. Auch bei professioneller Dauerbenutzung bleibt die Klinge sehr lange scharf. Einzelteile wie Klinge oder Feder können bei Bedarf kostengünstig ausgetauscht werden. Im Handel werden "Gartenscheren" mit zwei verschiedenen Schnittsystemen angeboten.

nach obenAmboss-Scheren

Bei diesem Schnittsystem drückt die Klinge den Trieb auf ein abgeflachtes Gegenstück (Amboss) und klemmt ihn dadurch ab. Auf beiden Seiten des Schnittes wird der Trieb im Ambossbereich gequetscht, häufig reißt sogar die Rinde auf. Genau das ist im fachgerechten Gehölzschnitt nicht erwünscht. Um Krankheiten zu vermeiden, sollten zugefügte Schnittwunden immer so klein wie möglich sein. Zum Zerkleinern von schon abgeschnittenen Trieben sind Amboss-Scheren geeignet. Die Scheren sind robuster und für den Schnitt wird etwas weniger Kraft benötigt. Insbesondere Zweihandscheren mit längerem Hebelweg sind für das Zerkleinern von gröberem Schnittgut praktisch.

Amboss-Scheren sind zum Zerkleinern geeignet.
© Ratschinski, Ilja
Amboss-Scheren sind zum Zerkleinern geeignet.
Quetschung einer Amboss-Zweihandschere.
© Ratschinski, Ilja
Quetschung einer Amboss-Zweihandschere.

nach obenBypass-Scheren

Fachgerechter Schnitt mit einer Bypass-Schere.
© Ratschinski, Ilja
Fachgerechter Schnitt mit einer Bypass-Schere.
Diese Scheren hinterlassen einen präzisen, sauberen Schnitt, bei dem die Pflanze so wenig wie möglich verletzt wird. Die schneidende Klinge schneidet an dem Widerlager vorbei, sodass nur auf der Seite des abgeschnittenen Triebes eine Quetschung entsteht. Beim Schneiden mit einer Bypass-Schere ist deshalb darauf zu achten, dass die Klinge immer der Pflanze zugewandt ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Schnitte sehr viel genauer platziert werden können.

Die Monate Juli und August sind übrigens sehr gut geeignet für den Gehölzschnitt. Insbesondere für Stein- und Beerenobst ist ein Sommerschnitt zu empfehlen.

nach obenTipps zur Schere

  • Der Scherenverschluss darf sich nicht von selbst öffnen und muss leicht mit dem Daumen der schneidenden Hand zu bedienen sein.
  • Für Linkshänder und Menschen mit kleinen oder großen Händen werden von renommierten Herstellern Spezialmodelle angeboten.
  • Ein Köcher oder Clip kann sehr sinnvoll sein. Besonders bei Kletteraktionen sind die Hände frei und ein ständiges Bücken und Verlegen entfällt.
  • Eine neue Schere zur "Anprobe" in die Hand nehmen und, wenn möglich, ein paar Schnitte ausführen.
  • Eine Schere sollte mit wenigen Handgriffen auseinander zu nehmen sein. Auf lange Sicht sollten Ersatzteile erhältlich sein.
  • Zum Schleifen eignet sich besonders gut der "Belgische Brocken". Dieser wird zum Schleifen mit Wasser befeuchtet.
  • Für den Schliff die Schere in Einzelteile zerlegen und beim Schleifen den vorhandenen Schleifwinkel der Klinge beachten.
  • Die bewegliche Achse einfetten (hält länger als Öl) und so weit Anziehen bis der Schneidvorgang gerade noch leichtgängig ist.

Besuchen Sie doch mal einen Gehölzschnitt-Lehrgang bei den Gartenfachberatern des Verbandes. Dort können Sie auch weitere Hinweise für qualitativ gutes Gartenwerkzeug erhalten.

Ihr Gartenfachberater
Ilja Ratschinski
Mehr Informationen zu diesem und vielen anderen Gartenthemen finden Sie unter: www.gartenfachberatung.de
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Schlagworte dieser Seite:

Amboss-Schere, Amboss-Zweihandschere, Bypass-Schere, Gartenschere, Gehölzschnitt, Rebenschere, Scherenverschluss

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