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Einjährige Schlingpflanzen

Mai 2011 Gärten gehen vorzugsweise in die Breite – abgesehen von Bäumen, die einen gewissen Höhendrang haben. Doch die meisten Pflanzen breiten sich hauptsächlich mehr oder weniger nah am Boden aus. Schling- und Kletterpflanzen begnügen sich allerdings nicht damit, sie wollen hoch hinaus: Sie winden dünne Triebe um Seile und Gitter, um Äste und Stämme, krallen sich an Zäune und Gitter, saugen sich fest an Mauern und Wänden, um nur ja recht hoch zu kommen und ihre Blüten zu entfalten. So lassen sie es blühen am Gartenhimmel.


In diesem Streben nach oben sind sich ausdauernde und einjährige Arten einig. Ausdauernd wachsende haben gegenüber einjährigen allerdings den Vorteil, dass man sie nicht jedes Jahr neu anziehen oder pflanzen muss. Dafür sind einjährige Schlingpflanzen ziemlich leicht anzuziehen. Während bei den ausdauernden Schlingern viele Arten in Frage kommen, sind es bei den einjährigen nur wenige – daher wollen wir diese genauer betrachten.

Der Überblick der einjährigen Arten wird einfacher, indem wir unterscheiden in Arten, die unbedingt vorgezogen werden müssen und in solche, die ohne Vorziehen an Ort und Stelle gesät werden können, wie Duftwicke, Zierkürbis, Flaschenkürbis und Prunkbohne, eventuell noch Hopfen. Alle anderen zieht man besser mit der Saat ab März, hauptsächlich jedoch im April unter Schutz aus und hält sie dort bis zur Pflanzzeit Mitte Mai, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. Dieses Vorgehen sorgt nebenbei dafür, dass die besagten Arten schon im Frühsommer anfangen zu blühen und die Blüte meist bis zum ersten Herbstfrost beibehalten.

Alle einjährigen Schlinger brauchen Kletterhilfen: Stangen, Rankgitter, Rankwände, Pergolen, Maschendraht, Drähte, Seile, eventuell Baumstämme oder dergleichen. Dies sollte man von vornherein einkalkulieren.

nach obenWärmeliebende Schlinger

Die meisten einjährigen Schlingpflanzen lieben günstige Umweltverhältnisse, humosen, nährstoffreichen Boden, genügend Wasser, vollsonnige Plätze, häufig auch Windschutz. Größtenteils stammen sie nämlich aus Gegenden mit mildem Klima, wo frostfreie Winter sie zu ausdauernden Gewächsen machen, während hier der Winter ihr Dasein einjährig begrenzt. Das gilt für Glockenrebe, Schönranke, Schwarzäugige Susanne, Prunkwinde, Japanischen Hopfen. Selbst Arten, die an Ort und Stelle gesät werden können, zieht man in meteorologisch weniger günstigen Gegenden besser vor.

Wie erwähnt gehören auch Zierkürbisse Bild 2 (Cucurbita pepo) sowie Flaschenkürbisse Bild 5 (Lagenaria siceraria) in diese Kategorie. Obwohl die verhältnismäßig großen Blüten beider Arten durchaus ansehnlich sind, spielen sie kaum eine Rolle. Es kommt auf die Früchte an. Die Früchte von Zierkürbissen mit vielen Formen und Farben sind zurzeit Mode, auch außerhalb des Gartens. Weniger bekannt dürften die Flaschenkürbisse mit ihrer typischen Form sein. Aus den Früchten lassen sich flaschenartige Behälter basteln, hübsche Schalen, Schüsseln und sonstige Gefäße. Beide Kürbisgewächse entwickeln sich sehr schnell, sodass man sie durchaus noch um Ende April bis Anfang Mai aussäen kann, um Ende Mai oder Anfang Juni an Ort und Stelle zu setzen.

Bild 2: Zierkürbis
© Jaehner, Ilse
Bild 2: Zierkürbis
Bild 5: Flaschenkürbis
© Jaehner, Ilse
Bild 5: Flaschenkürbis

Prunk- oder Feuerbohnen mit ihren zahllosen roten oder weißen Blüten sind Zier- und zugleich Nutzpflanzen, sogar in einem etwas weniger günstigen Klima. Den Blüten folgen essbare Bohnen, die, jung gepflückt, hervorragend schmecken. Man sät Anfang bis Mitte Mai direkt am Platz – sogar noch Anfang Juni ist die Aussaat möglich. Der Vorkultur mit Saat Mitte Mai folgt die Pflanzung Mitte Juni. Feuerbohnen sind sehr dankbar für nährstoffreichen Boden.

Bild 7: Duftwickler
© Jaehner, Ilse
Bild 7: Duftwickler
Gleichfalls an Ort und Stelle sät man Duftwicken Bild 7 (Lathyrus odoratus). Sie werden nicht sehr hoch und eignen sich deshalb zur Begrünung von Maschendrahtzäunen. Von anderen Schlingern unterscheiden sie sich durch ihre Eigenschaft als Schnittblumenlieferanten: Je mehr Blüten man schneidet, desto mehr Knospen kommen nach. Je weniger man schneidet und je mehr Früchte sich bilden, desto eher hört das Blühen auf. Außerdem haben Wicken einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Bei Trockenheit ist unbedingt zeitig zu wässern, und es sollte im Laufe des Sommers außerdem zwei- bis dreimal nachgedüngt werden, am besten flüssig.

Bild 6: Japanischer Hopfen
© Jaehner, Ilse
Bild 6: Japanischer Hopfen
Zierhopfen Bild 6 (Humulus scandens) stammt aus Japan, wo er ausdauernd wächst. Die grüne Art ist so hart, dass man an Ort und Stelle säen kann. Buntblättrige Sorten zieht man besser vor und pflanzt an einem sonnigen Platz, während die grüne Form ziemlich viel Schatten verträgt. Hopfen blüht, jedoch unscheinbar. Wichtiger als reicher Flor ist ein schnelles Wachstum der Triebe, mit deren Hilfe man Rankgerüste in kürzester Zeit vollkommen begrünt.

nach obenVorziehen nötig

Von den Schlingern, die man unbedingt vorziehen sollte, sind Schwarzäugige Susanne Bild 8 (Thunbergia alata) und Glockenrebe Bild 3 (Cobaea scandens) die härtesten Arten. Auf beide kann man sich in unseren Sommer fast uneingeschränkt verlassen, sofern sie an einem sonnenreichen, warmen Platz stehen.

Bild 8: Schwarzäugige Susanne
© Jaehner, Ilse
Bild 8: Schwarzäugige Susanne
Bild 3: Glockenrebe
© Jaehner, Ilse
Bild 3: Glockenrebe

Die Glockenrebe wächst 3 bis 4 m hoch, mitunter noch höher. Dafür brauchen die Pflanzen viel Wasser und reichlich Nährstoffe. Es bewährt sich, alle zehn Tage flüssig nachzudüngen.

Schwarzäugige Susanne dehnt sich weniger stark aus, wird bis 1,50 oder 2 Meter hoch. Die Pflanze stammt aus Südostafrika und fühlt sich daher mit viel Sonne, Wärme, Windschutz und in kalkhaltigem Boden wohl. Sie verträgt weder Nässe noch Kühle! Schwarzäugige Susanne mit den dunkelgeäugten, intensiv gelben Blüten passt gut dorthin, wo für wüchsigere Schlinger nicht genug Platz ist.

Prunkwinde Bild 4 (Ipomoea tricolor) und Schönranke Bild 1 oder Hängefruchtranke (Eccremocarpus scaber) brauchen von den einjährigen Schlingern am meisten Wärme. Prunkwinde stammt aus Mexiko, Schönranke aus Chile. Bei den Prunkwinden gibt es viele Arten und Sorten. Die verbreitetste ist Ipomoea tricolor, die 2 bis 3 m hoch wird und recht große Trichterblüten hat. Sie blühen reich, wenn es warm und trocken ist, ansonsten mäßiger. Trichterwinden sind Morgenpflanzen, ihre Blüten öffnen sich morgens und schließen sich häufig gegen Mittag. Deswegen sollte man sie an einen Platz mit voller Morgensonne setzen.

Prunkrebe
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Prunkrebe
Bild 1: Schönranke
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Schönranke

Meint es der Sommer gut, unterstützt ein Gartenbesitzer das Gedeihen der Schönranke Bild 1 mit reichlich Nährstoffen und Wasser. Sie macht sich an jedem geeigneten sonnigen, warmen Platz gut. Mit ihr, sowie mit allen anderen einjährigen Schling- und Kletterpflanzen, wird der Garten noch schöner.

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Glockenrebe im Porträt

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Duftwicke, Flaschenkürbis, Glockenrebe, Hopfen, Kletterpflanze, Prunkbohne, Prunkwinde, Schlingpflanzen, Schwarzäugige Susanne, Schönranke, Spätfrost, Zierhopfen, Zierkürbis

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
1. April 2013

bernd

Auf Bild 1 handelt es sich eindeutig um Ipomea quamoclit, die Sternwinde.

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