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Nutzpflanzen im Ziergarten

April 2011 Früher waren Gärten aufgeteilt in Ziergarten, Gemüsegarten, Obstgarten. Das brauchte Platz, der auch nötig war in Zeiten des Selbstversorger-Anbaus und der großen Familien. Heutzutage werden große Gärten mitunter als Last empfunden, weil sie viel Arbeit machen. Also sind die Gärten heute meist kleiner.


Immer mehr Gartenbesitzer entdecken, dass Gemüse aus dem eigenen Garten besonders gut schmeckt. Und Küchenkräuter sind unentbehrlich, um das Essen zu würzen. Doch wie schafft man es, auch auf kleiner Fläche Gemüse zu ziehen? Die Lösung: durch einen Gemüse-Ziergarten-Mix.

Beginnen wir einfach, mit bunten Salaten. Davon gibt es so viele Sorten, dass man nach Herzenslust aussuchen kann: grün-, gelb-, rotblättrige Schnitt-, Pflück- und Kopfsalate. Praktisch für angehende Gemüsebauern sind so genannte Salatwiesen aus Samentüten mit entsprechenden Sorten. Der Anbau bereitet selbst blutigsten Anfängern keine Schwierigkeiten. Man sät mehrmals von Frühjahr bis Sommer, damit man bis Herbst entsprechend ernten kann.

nach obenKunterbunter Kohl

Bild 4: Rotkohl
© Jaehner, Ilse
Bild 4: Rotkohl
Noch nie war Kohl so bunt wie heute. Außerdem sind selbst gewöhnliche Weiß- und Rotkohlköpfe mit ihren großen Umblättern schön anzusehen und Blumenkohl ist schon vom Namen her eine Zierpflanze. Zudem lässt sich sein Weiß einfärben, und so hat 'Grafitti' leuchtend violette Köpfe, 'Universal' hellgrüne und 'Shannon' ebenfalls hellgrüne mit pyramidenförmigem Aufbau der einzelnen Sprosse. Zum Anbeißen sehen diese Blumenkohlpflanzen aus, fast zu schade zum Essen. Grünkohl wurde inzwischen zu Rotkohl. 'Red Bor' hat dunkelrote Blätter mit roten Blattstielen. In Bild 4 steht ein stattliches Exemplar zusammen mit Knorpelmöhre auf einem Sommerblumenbeet. Die Farbe der Blätter verliert sich beim Kochen, doch er lässt sich auch zu hübschen Dekorationen arrangieren, beispielsweise an Erntedank oder Halloween. Übrigens: Viele Menschen wissen nicht, dass die Blätter ausgesprochener Zierkohlsorten ebenfalls essbar sind. Zumindest bei selbst gezogenen Pflanzen. Im Blumenhandel erhältlicher Zierkohl ist häufig mit Pflanzenschutzmitteln für Zierblumen behandelt.

Optisch sind 'Red Bor' und Knörpelmöhre ein schönes Paar. Doch damit es keine Unsicherheiten gibt: Knorpelmöhre ist keine essbare Möhre wie Daucus carota. Knorpelmöhre, botanisch Ammi majus, ist ein einjährig zu ziehender Sommerblüher, eignet sich für üppige, bunte Pflanzungen und zum Schnitt. Die weißen, schirmförmigen Blütenstände auf den stattlichen Stielen machen sich sowohl in frischen Sträußen als auch haltbaren Gestecken gut. Die alten Ägypter setzten diese Pflanze zur Linderung von Hautkrankheiten ein. Neuerdings testet man sie wohl auf ihre Wirkung gegen AIDS.

nach obenSchön und schmackhaft

Bild 6: Süßkartoffeln mit rot blühenden Zinnien
© Jaehner, Ilse
Bild 6: Süßkartoffeln mit rot blühenden Zinnien
Bleiben wir bei Einjahrsblumen. In den letzten Jahren wurde die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) zu einer interessanten Bereicherung von Sommerblumenbeeten mit vorwiegend niedrigen Pflanzen. Mit mehr oder weniger intensiv grün gefärbten Blättern – Blüten gibt es hier nicht – stehen sie als neutrale Bodendecker gut zwischen blühenden Einjährigen, zum Beispiel roten Zinnien Bild 6. Im Herbst nimmt man die Knollen aus der Erde. Ausreichend große Exemplare kann man verspeisen – wieder eine Mahlzeit aus dem Ziergarten!

Gleich für mehrere Mahlzeiten ist die Feuerbohne gut. Überall dort, wo es im Garten etwas zu Beranken gibt, sollte man Feuerbohnen ziehen. Am besten solche, die man schon im April säte und als Jungpflanzen an Ort und Stelle setzte. Feuerbohnen sind allgemein widerstandsfähiger als gewöhnliche Stangenbohnen, erfreuen mit zahlreichen, schönen roten Blüten und vielen Hülsen, die, jung gepflückt, hervorragend schmekken – und das bis zum Frost. Ebenfalls reizvoll ist eine Stangenbohnensorte mit blauen Hülsen. Sie heißt 'Blauhilde' und würde sich an einer Pergola gut machen, wo die blauen Früchte direkt auf Augenhöhe hängen.

Zucchinipflanzen entwickeln sich in nahrhaftem Boden und an sonnigem Platz zu attraktiven Blattpflanzen. Mit ihnen lassen sich noch bestehende Lücken zwischen Blütenstauden gut füllen. Schöne gelbe Blüten und grüne oder gelbe Früchte verstecken sich ein bisschen zwischen den Blättern. Für einen normal großen Haushalt liefern schon zwei Pflanzen ausreichend Früchte. Jung geerntet schmecken sie am besten und es entstehen laufend neue Blüten und Früchte.

Mit Kürbis haben wir Besonderes vor: Wir ziehen ihn als Bodendeckpflanze, die auch mit einer Unkrautecke fertig wird – und die gibt es ja fast in jedem Garten. Seine großen Blätter an wuchernden Ranken werden mit allem fertig, und wenn erst dicke Früchte behäbig aus dem Grün schauen, kann man sie vielfältig nutzen; für Kürbissuppe, Kürbisgemüse, Kürbisauflauf, Kürbisbrot, Kürbismarmelade, süßsauer Eingelegtes. Sehr gut eignen sich Hokkaido-Früchte mit ihrem etwas nussigen Aroma. An einem standfesten Zaun lassen wir zudem essbare Zierkürbisse ranken.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Bild 5: Spaliertomaten, Cherrytomate ‘Dolce Vita’
© Jaehner, Ilse
Bild 5: Spaliertomaten, Cherrytomate ‘Dolce Vita’
Auch Tomaten machen sich im Ziergarten gut, beispielsweise vor einem Sichtschutzzaun, wo sie in voller Sonne und Wärme gedeihen und man sie bei eventuell weniger günstiger Witterung mit Folienabdeckung schützen kann. Besonders hübsch machen sich kleinfrüchtige Spaliertomaten wie die Cherrytomate 'Dolce Vita' Bild 5 mit leuchtendroten, zuckersüßen, 15 bis 20 g schweren Früchten. Eine andere Möglichkeit wäre, drei Pflanzen dieser Sorte zu einer Pyramide aus zusammengesteckten Pfählen, inmitten niedriger Sommerblumen zu ziehen – selbstverständlich an einem vollsonnigen, warmen Platz.

nach obenEssbares Erlebnis

Bild 1: Artischocke
© Jaehner, Ilse
Bild 1: Artischocke
Für Feinschmecker empfiehlt sich die Artischocke Bild 1 als Dauergast im Garten. Attraktiv gezackte, tiefgrüne Blätter weisen die Pflanze als Distelart aus. Sie wird bis 150 cm hoch, wirkt ausgesprochen stattlich und muss warm, sonnig sowie geschützt stehen. In der Nähe einer Palmlilie oder ähnlichen Gewächsen ist sie besonders passend. Will man die Knospen beziehungsweise deren Böden essen, muss man ernten, bevor sie sich lila färben und solange die Knospenschuppen noch etwas abstehen. Danach werden die Blütenböden hart und schmecken nicht mehr. Blühen die Knospen auf, zieren schöne lilafarbene Distelblüten den Garten.

Bild 2
© Jaehner, Ilse
Bild 2
Auch Küchen- und Gewürzkräuter eignen sich wunderbar, um den Ziergarten stellenweise zum Nutzgarten zu machen. Favoriten dafür sind Salbei, Thymian, Currystrauch Bild 2, Bohnenkraut, Dost, Majoran, Oregano und Kamille. Besonders ergiebig ist Salbei, mit dem man einen ganzen Steingarten aufs Hübscheste füllen kann. Salbei gibt es mit wolligen Blättern, mit bunten Blättern, mit und ohne Blüten, bis hin zu wüchsigen Sorten, regelrechten Sträuchern. Das blüht und duftet hundertfach. Bienen und Schmetterlinge danken es. Steingärten bieten sich als optimale Standorte an, am besten an sonnigen, warmen Hängen über humosem, durchlässigem Boden, der ruhig etwas schottrig sein kann. Das Sortiment an leckeren und gesunden Kräutern wird immer umfangreicher. Am besten recherchiert man im Vorfeld anhand von Katalogen spezialisierter Gärtnereien.

Natürlich gibt es noch weitere farbenfrohe Gemüsesorten wie bunter Mangold, bunte Rote Bete, bunte Möhren. Alle zusammen ergeben ein üppiges kunterbuntes Beet, das durchaus neben jeder Zierpflanzung besteht. So wird der ganze Garten zu einem auch essbaren Erlebnis. Oder sagt man mittlerweile zeitgemäß Event?

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Schlagworte dieser Seite:

Artischocke, Feuerbohne, Gewürzkräuter, Kohl, Kopfsalat, Kräuter, Kürbis, Möhre, Salat, Süßkartoffel, Tomate, Zucchini

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