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Bonsai: Kunst in Töpfen

Ein Extrem: Gummibaum auf Lava. Weil dies jedoch nicht ganz so einfach ist, überlässt man solch einen Bonsai besser den erfahrenen Könnern.
© Jaehner, Ilse
Ein Extrem: Gummibaum auf Lava. Weil dies jedoch nicht ganz so einfach ist, überlässt man solch einen Bonsai besser den erfahrenen Könnern.

Januar 2011 Bonsai heißt, frei übersetzt, Baum (oder auch Landschaft) in der Schale. Bonsais sind also kleine Bäume in Töpfen. Die Bonsai-Kultur ist eine hohe Kunst – wobei Kunst von Können kommt.


Im Rahmen eines verstärkten Interesses an fernöstlichen Traditionen und Bräuchen erhalten Bonsai-Bäumchen immer mehr Aufmerksamkeit. Von ihnen geht ein ganz besonderer Reiz aus, dem sich Pflanzen-Freunde kaum entziehen können. In Japan ist diese Gartenkunst Jahrtausende alt. Tatsächlich gibt es dort Bonsais, die 200, 300 oder gar 500 Jahre alt sind.

nach obenKlassik im Freien

Klassische Bonsais sind künstlich klein gehaltene Freilandgehölze wie Kirsche, Ahorn, Kiefer und dergleichen. Diese Bonsais wachsen zwar in Töpfen oder vielmehr in Schalen, sind jedoch keine Zimmerpflanzen, selbst wenn sie im Winter vorübergehend bei großer Kälte unters Dach kommen. Wer solche Bonsais ganzjährig im Zimmer hält, wird nur kurz Freude an den meist nicht gerade günstigen Pflanzen haben. Falls im Sommer ein Platz im Freien geboten werden kann, jedoch keine Möglichkeit zur Überwinterung in einem kühlen, gerade noch frostfreien, dazu hellen und luftigen Raum besteht, sprechen die Verhältnisse gegen den Erwerb eines klassischen Bonsais. Diese gehören grundsätzlich nach draußen. Da jedoch der Wunsch nach Bonsais eher zu- als abnimmt, bekamen "echte" Bonsais starke Konkurrenz von Bonsais fürs Zimmer. Kenner nennen diese Pflanzen Indoor-Bonsais im Gegensatz zu den klassischen Outdoor-Bonsais für die Freiland-Kultur.

Zwergapfelbaum
© Jaehner, Ilse
Zwergapfelbaum
Der ostasiatische Buchsbaum hat schon etliche Jahre auf dem Buckel.
© Jaehner, Ilse
Der ostasiatische Buchsbaum hat schon etliche Jahre auf dem Buckel.

nach obenHäusliche Bäume

Die Stralenaralie eignet sich gut für ganzjährig warme Räume.
© Jaehner, Ilse
Die Stralenaralie eignet sich gut für ganzjährig warme Räume.
Bei der Auswahl eines Indoors spielen die Standortverhältnisse eine wichtige Rolle. Man unterscheidet drei Gruppen nach ihren Temperaturansprüchen:

Zunächst sind da jene Pflanzen, die ganzjährig in warmen Räumen stehen können – bei Temperaturen von 18 bis 25 Grad. Diese Pflanzen stellt man zwar hell, doch geschützt vor direkter, praller Sonne auf. Typische Vertreter sind schwachwüchsige Gummibäume (Ficus) und Fiederaralie (Polyscias fruticosa).

Die zweite Gruppe sind Pflanzen, die mehr Sonne vertragen, aber auch gleichzeitig Frischluft benötigen. Sie mögen es nicht gar so warm, mit Temperaturen zwischen Frühjahr und Herbst von 18 bis 22 Grad, im Winter um 12 Grad. Die Pflanzen können im Sommer auch gut draußen an einem sonnigen Platz stehen, vertragen allerdings keinen Dauerregen. In diese Gruppe gehören Serissa foetida (Junischnee) und Trichodiadema stellata.

Mitglieder der dritten Gruppe erinnern mit ihren Bedürfnissen betreffs Sommer- und Winterstand an Kübelpflanzen: Sie lieben im Sommer viel Sonne, viel Wärme und viel frische Luft. Im Winter benötigen sie eine deutliche Ruhezeit, in der es 10 bis 12 Grad kühl sein sollte. Manche dieser Bonsais werfen dann ihr Laub ab. Vertreter sind unter anderem Granatapfel, Chinesische Ulme, Buchsbaum (Buxus harlandii) und Steineibe.

nach obenIndoor-Bonsai: Pflege

Staunässe ist Gift für Indoor-Bonsais – schon manches Bäumchen wurde mit zu viel Wasser ertränkt. Bonsais werden entsprechend der Temperatur gegossen, am besten indem man gründlich gießt und dann gut abtrocknen lässt, ehe es wieder Wasser gibt. Oder man stellt die Schale in Wasser, bis sich das Substrat vollgesogen hat und wiederholt dies erst, wenn das Substrat ziemlich trocken ist.

Nährstoffe und Substrat sollten den speziellen Bedürfnissen entsprechen. So haben bestimmte Substrate (Bonsaierde) einen hohen Anteil an Sand und Ton und nur einen schwachem Nährstoffgehalt. Jüngere Pflanzen werden jährlich im Frühjahr, ältere nur nach Bedarf in frisches Substrat umgesetzt. Von Austrieb bis Sommer düngt man etwa vierzehntägig, sparsam mit der halben der sonst für Zimmerpflanzen vorgeschriebenen Konzentration – hier ist auch gewöhnlicher Blumendünger möglich. Es gibt allerdings auch spezielle Bonsai-Dünger, ferner Kugeln, Stäbchen und dergleichen, die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum abgeben.

nach obenDer richtige Topf

Steineibe mit Verdrahtung.
© Jaehner, Ilse
Steineibe mit Verdrahtung.
Pflanze und Gefäß ergeben die charakteristische Einheit. Typische Bonsai-Gefäße sind flach. Je flacher das Gefäß und je ausdrucksvoller die Pflanze bis zu einer Höhe von maximal 60 cm, desto besser. Normalerweise ist die Zeit des neuen Triebs (Frühjahr) auch die beste Umtopfzeit. Anschließend dürfen die umgetopften Pflanzen nicht in die Sonne gestellt und müssen zunächst besonders vorsichtig gegossen werden.

Beim Umtopfen können die Wurzeln, vor allem schon etwas älterer Exemplare, vorsichtig beschnitten werden. Besonders Laubgehölze werden mit schwächerem Rückschnitt der Triebe während des Austriebs klein gehalten. Auch durch Reduzierung von Blättern und Ästchen lässt sich die Entwicklung beeinflussen, das Wachstum bremsen. Man kann außerdem Bonsais formen, indem man beispielsweise Triebe von Buchsbaum oder Steineibe drahtet und dadurch in jede gewünschte Richtung bringt. Dies alles erfordert selbstverständlich viel Aufmerksamkeit, dazu ein gewisses Fingerspitzengefühl, das sich mit der Zeit aber lernen lässt.

nach obenFiederaralie wird Bonsai

27 Jahre alte Fiederaralie.
© Jaehner, Ilse
27 Jahre alte Fiederaralie.
Wer selbst ein Bonsai-Bäumchen im Zimmer heranziehen möchte, wählt dazu am besten als "Versuchskaninchen" eine Fiederaralie (Polyscias fruticosa). Es handelt sich dabei um einen in der Karibik beheimateten Strauch oder kleinen Baum, der normalerweise 2 bis 3 m hoch wird. Die fein zerschlitzten Blätter erinnern ein wenig an Farnwedel und signalisieren, dass diese Pflanze keine pralle Sonne liebt, dagegen hellen Schatten und hohe Luftfeuchtigkeit. Außerdem benötigt sie ganzjährig einen warmen Stand, ist also als Indoor-Bonsai ideal. Von Vorteil ist auch, dass die Fiederaralie in verhältnismäßig kleinen Gefäßen gut gedeiht.

Das Foto der Fiederaralie dokumentiert, was in 27 Jahren aus einer jungen, kleinen Pflanze im Laufe der Zeit geworden ist: ein 40 cm hoher, schön buschig gewachsener Indoor. Sie war in all den Jahren keinen Tag draußen, ist also tatsächlich eine Zimmerpflanze, hat unbeschadet mehrere Umzüge überstanden und wurde im Laufe der Jahre lieb und teuer. Die Pflanze wird entsprechend der Temperatur gegossen, im Sommer etwa alle 2 bis 3 Wochen, sparsam gedüngt, am besten flüssig, im Winter etwas weniger. Muss sie umgesetzt werden, was nur alle 3 bis 4 Jahre nötig wird, gibt es dazu entweder spezielle Bonsai-Erde oder ein lockeres, humusreiches, doch nicht zu leichtes Gemisch. Vor dem Umsetzen erfolgt ein Wurzelschnitt, sodass das alte Gefäß weiterhin passt. Nach dem Winter, wenn die Pflanze zu treiben beginnt, hält ein entsprechender Rückschnitt die Triebe kurz und gedrungen. Hat man mit einer Fiederaralie derart Erfolg, liegt es nahe, das Bonsai-Ziehen auf weitere für die Zimmerkultur taugliche Gehölze auszudehnen.

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Schlagworte dieser Seite:

Bonsai, Fiederaralie, Humus, Indoor-Bonsai, Outdoor-Bonsai, Rückschnitt, Umtopfen, Zimmerpflanze

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