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Schnittblumen im Winter

November 2010 Wenn draußen nichts oder nur noch wenig blüht, möchte man sich erst recht Blumen ins Haus holen. Und sie sollen lange halten. Die erste Voraussetzung: Vasen oder Gefäße müssen peinlich sauber sein. Nicht die kleinste Spur von Schmutz oder Bakterien, die sich von einer Vasenfüllung in die nächste hinüberretten, ist erlaubt.


Von Pflanzen abgetrennte Blüten verdunsten viel Wasser, das sie nur unvollkommen ersetzen können. Deswegen schränkt man die Verdunstung ein: überflüssige Blätter entfernen, Blumen – zumindest nachts – kühl halten, Wasseraufnahme durch leicht schrägen Anschnitt fördern.

Verwenden Sie stets sauberes Wasser zum Füllen der Gefäße. Es sollte nicht kalt, sondern zimmerwarm sein, weil die Zellwände für warmes Wasser durchlässiger sind. Zudem können viele Schnittblumen auch durch ihre Stängelwände Wasser aufnehmen, nicht nur durch die Schnittstelle am Stängelende. Eventuell sollte das Wasser täglich gewechselt werden. Entfernen Sie sämtliche Blätter, die ins Vasenwasser ragen. Andernfalls faulen sie und Bakterien vermehren sich.

nach obenFrische Pracht

Schnittblumennahrung oder Haltbarkeitsmittel erleichtern die Pflege und vergrößern gleichzeitig die Haltbarkeit. Handelsübliche Mittel ähneln sich in der Zusammensetzung. Ihre wichtigsten Bestandteile sind
  • Zucker
  • Aluminium
  • Stoffe zur Bekämpfung von Fäulniserregern

Der Zucker ernährt die Blüten. Sie öffnen sich gut, blühen voll auf und erfreuen lange.

Aluminium sorgt dafür, dass die ursprünglichen Farben andauern, was besonders bei Rosen auffällt.

Weitere Zusätze halten die Leitungsbahnen in den Stängeln durchgängig. Diese speziellen Mittel sind sicherer als alte Hausmittel wie reiner Zucker – er fördert Fäulniserreger –, Kupfervitriol, Chinosol, Holzkohle und dergleichen.

Mit der Verwendung von Frischhaltemitteln erübrigt sich ein häufiger oder sogar täglicher Wasserwechsel. Es wird nur jeweils die verbrauchte Lösung ersetzt. So gestaltet sich die Pflege einfacher und erfolgreicher.

nach obenWinterblüher

Noch spät im Herbst blühen Nerinen.
© Jaehner, Ilse
Noch spät im Herbst blühen Nerinen.
Schnittblumen aus dem Garten gibt es selbst im Winter. Im späten Herbst bis frühen Winter sind Nerinen wunderbare Schnittblumen. Da die Pflanzen nur bedingt winterhart sind, muss man Vorkehrungen treffen: Nerinenzwiebeln werden im April bis Mitte Mai an einen besonders geschützten Platz gepflanzt, 10 bis 15 cm tief, gern direkt vor eine warme, sonnige Hauswand. Nur wenn es im Sommer sehr trocken ist, wird gegossen. Außerdem benötigen die Pflanzen zu Beginn des Wachstums einige Male flüssigen Dünger. Im September vergehen die Blätter, zugleich erscheinen die ersten Blütenstängel, weitere im Oktober, die letzten Anfang November. Vor dem Winter schützen eine hohe Laubschütte und zusätzlich eine Doppelstegplatte als Dach vor Kälte, Regen, Schnee. Abgeschnittene Blüten halten sich bis zu drei Wochen.

nach obenBesondere Blüten

Flamingoblume

Anthurium andraeanum, die große Schwester der Flamingoblume (Anthurium scherzerianum), gefällt als attraktive Schnittblume bei besonderen Anlässen. Anthurien sind schnittreif, wenn sich die ersten weiblichen Blüten am Kolben geöffnet haben. Insgesamt sollte der Kolben frisch sein, die Blüten "saftig" und nicht schon dunkel und halb vergangen. Ein weiteres Indiz für die Schnittreife ergibt sich aus der Beschaffenheit des Blumenstieles an der Basis der Blütenscheide. Ist er beim Schnitt an dieser Stelle noch weich, hält sich der Stängel nicht so viele Wochen wie es sonst der Fall ist.

Chrysanteme

Chrysanthemen erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie auch im Winter günstig zu haben sind.
© Jaehner, Ilse
Chrysanthemen erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie auch im Winter günstig zu haben sind.
Chrysanthemen gehören zu den sogenannten Ganzjahresblumen, die immer zu haben sind. Groß- und mittelblumige Sorten sollen zum Zeitpunkt des Schnitts voll erblüht sein.

Überblühte Chrysanthemen halten sich in der Vase ebenso schlecht wie zu früh geschnittene. Die innersten Blütenblätter gefüllter Sorten müssen dicht zusammenstehen. Ein weiterer Hinweis: Bei weißen und hellfarbigen Sorten sollten die innersten Blütenblätter noch etwas grün sein. Der Zustand der Laubblätter zeigt, wie es mit der Frische steht. Es gibt nichts zu beanstanden, wenn grüne, gesunde Blätter beim Brechen geradezu knacken. Sind die Blätter schlaff oder gar gelblich, hält sich die Pflanze nicht mehr lange.

nach obenKlassiker

Rose

Die Rose ist als Ganzjahresschnittblume immer gefragt, enttäuscht aber vor allem im Winter häufig, weil die Blüten nach kurzer Zeit den Kopf hängen lassen. Rosenknospen sollten zum Schnittzeitpunkt anfangen, sich zu öffnen, also "angeblüht" sein. Fühlt sich die Knospe noch hart an, hält sich die Blüte meist nicht gut und kippt leicht. Schneiden Sie gekaufte Rosen zu Hause frisch an – eventuell sehr lange Stängel kürzen – und stellen Sie die Blumen für einige Stunden bis zum Hals in Wasser. Gerade Rosen reagieren auf den Zusatz von Frischhaltemitteln zum Vasenwasser äußerst positiv, die Anwendung lohnt sich also grundsätzlich.

Gerbera

So hochwertige Gerberablüten bleiben mehrere Wochen schön.
© Jaehner, Ilse
So hochwertige Gerberablüten bleiben mehrere Wochen schön.
Gerbera machen Rosen als Ganzjahresblumen Konkurrenz. Wie lange Gerberablüten in der Vase halten, hängt fast noch mehr als bei Rosen von guter Qualität ab. Einwandfreie, frische Blüten halten bis zu drei Wochen. Die Blüten werden normalerweise geschnitten, wenn drei äußere Kränze der Röhrenblüten geöffnet sind. Je mehr Kränze aufgeblüht sind, desto älter ist die betreffende Blüte und umso kürzer die noch verbleibende Lebensdauer. Stängel von Gerberablüten sollten nicht tiefer als 8 cm ins Wasser reichen, weil sie vergleichsweise weich sind und leicht faulen. Daher stehen Gerbera grundsätzlich besser in Schalen mit zwangsweise niedrigem Wasserstand als in Vasen und müssen immer wieder frisch angeschnitten werden. Wichtig ist, unbedingt zimmerwarmes, kein kaltes oder stark gechlortes Wasser zu verwenden und die Blumen vor Zugluft zu schützen.

Nelke

Nelkenblüten blühen gut nach und halten erfreulicherweise auch die Farbe lange.
© Jaehner, Ilse
Nelkenblüten blühen gut nach und halten erfreulicherweise auch die Farbe lange.
Alte "Tante" Nelke! Wo ist sie geblieben, diese früher so beliebte Blume mit hohem Symbolgehalt? Während der Französischen Revolution trugen zum Tod durch die Guillotine verurteilte Royalisten auf dem Gang zum Schafott eine rote Nelke im Knopfloch und bezeugten so ihren ungebrochenen Mut. Sozialdemokraten tragen nach wie vor rote Nelken zum Zeichen der Verbundenheit und Treue. Als die Amerikanerin Ann Jarvis 1907 den Muttertag erfand, meinte sie, dass Nelken am besten zu diesem Tag der Dankbarkeit und Liebe passen. Heute gelten diese Blumen häufig als spießig oder neudeutsch uncool. Nelken sehen tatsächlich mitunter etwas steif aus, stellt man sie Stängel neben Stängel in eine Vase, ohne zusätzlichen Schmuck. In Schalen hingegen wirken sie zwangloser. Auch im Zusammenspiel mit anderen Blumen wie etwa Rosen verlieren sie ihre Steifheit. Nelkenblüten werden kurz vor ihrer Entfaltung geschnitten und blühen in abgeschnittenem Zustand gut nach.

Wenn man die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen beachtet, erfreut uns also auch in den kalten Herbst- und Wintermonaten frischer Blütenschmuck und bringt Farbe ins dunkler werdende Licht.

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Chrysantheme, Flamingoblume, Gerbera, Nelke, Nerine, Rose, Schnittblumen, Vase, Winterblüher

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