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Sedum: Fetthenne und Mauerpfeffer

Sedum cyaneum
© Jaehner, Ilse
Sedum cyaneum

Juli 2010 Ein weites Feld tut sich dem auf, der sich mit Sedum-Stauden einlässt. Der botanische Name Sedum geht zurück auf das lateinische sedare = abhalten. Bezogen auf diese Staude bedeutet das: Abhalten der unliebsamen Folgen von Gewittern für Haus und Hof. Die alten Römer machten keinen Unterschied zwischen Donnerwurz (Sempervivum) und Sedum und pflanzten beide schutzbildend auf Dächer.


Der deutsche Name "Fettkraut" oder "Fetthenne" hängt zusammen mit den wasserspeichernden, dicken Blättern. Sedum-Arten sind sukkulente Pflanzen, wahre Hunger-, aber vor allem Durst-Künstler, weil sie im Blattgewebe Wasser speichern können und sie so auch Dürrezeiten unbeschadet überstehen.

nach obenMauerpfeffer

Sedum acre, der eigentliche Mauerpfeffer, verdankt seinen botanischen Namen dem scharfen (lateinisch acer, acris) Geschmack seiner dicklichen Blättchen. Mauerpfeffer ist klein aber oho, wächst rasenförmigniedrig und blüht goldgelb von Juni bis August. Er ist ein echter Überlebenskünstler, der sich sogar von Unkrautbekämpfungsmitteln nicht beeindrucken lässt, wie man mitunter an Straßenrändern beobachten kann. Mauerpfeffer wäre durchaus für den Garten interessant, wenn er nicht die weniger angenehme Eigenschaft hätte, sich gern selbstständig zu machen und in andere Stauden hinein zu wachsen, wo er nur sehr schwer wieder wegzubekommen ist.

nach obenGenügsamer Sedum

Der Umgang mit Sedum-Arten gestaltet sich recht unkompliziert: Die Pflanzen sind winterhart und durchweg anspruchslos, besonders die niedrigen Arten, während die hohen sich doch besser entwickeln und reicher blühen, wenn sie nicht hungern. Um die Wuchsfreudigkeit zu erhöhen, erhalten niedrigere Arten gelegentlich geringe Gaben von nicht zu nährstoffreichem Kompost oder ähnlichen Bodenverbesserern.

Unkraut wie Quecke darf nicht in die Stauden wachsen. Geschieht dies doch, bleibt nur, aufzunehmen, Unkrautwurzeln auszulesen und neu zu pflanzen. Wer häufig Ärger mit Schnecken hat, wird sich freuen, dass Sedum-Arten Schnecken offenbar nicht schmecken. Sedum-Arten lassen sich leicht vermehren, vornehmlich durch Teilung, aber auch durch Ausläufer oder Stecklinge. Saat wäre ebenfalls möglich, doch benötigt man im Garten meist keine großen Mengen.

nach obenNiedrige Sedum-Arten

Sedum ist im Garten vielseitig verwendbar: Für niedrige Arten ergeben sich Pflanzplätze in Steingärten und Fugen von Trockenmauern, auf Mauerkronen, im Bereich felsiger Hänge, auf Schutt- und Geröllfeldern. Es ist empfehlenswert, die ersten Exemplare in einen besseren Boden zu setzen, damit sie sich zunächst etablieren, und ihnen dann die weitere Ausbreitung mit Ausläufern mehr oder weniger selbst zu überlassen.

Ferner bewährte sich niedriger Sedum kleinflächig als Rasenersatz und zur Unterpflanzung höher werdender Stauden, ebenso von Stammrosen. In diesem Fall sollte allerdings genügend Platz bleiben zur Vorbereitung der Rosen auf den Winter. Sedum-Arten eignen sich für Wegeinfassungen und zur Grabbepflanzung an sonnigen Standorten und in leichtem Boden. Einmal gut eingewachsen, brauchen sie wenig Pflege.

  • Sedum floriferum 'Weihenstephaner Gold' | © Jaehner, Ilse
  • Sedum lydium 'Glaucum' | © Jaehner, Ilse
  • Sedum hybridum 'Immergrünchen' | © Jaehner, Ilse
  • Sedum hybridum 'Immergrünchen' | © Jaehner, Ilse
  • Sedum cauticolum | © Jaehner, Ilse

Aufgrund ihrer Genügsamkeit eignen sich niedrige Sedum-Arten gut für die Dachbegrünung. Zu diesem Zweck werden häufig nicht Pflanzen angeboten, sondern Sprosse, die, in entsprechendes Substrat verteilt, in meist kurzer Zeit zu einem geschlossenen Teppich zusammenwachsen.

nach obenHohe Sedum-Arten

Die höheren Arten wie Sedum telephium und Sedum spectabile nebst deren Sorten sind unverzichtbare Bestandteile der Staudenrabatte. Ihre Blütezeit ab August bis weit in den Oktober macht sie wertvoll als Begleitpflanzen anderer herbstblühender Stauden wie beispielsweise Edelraute, Sonnenhut, niedrige Astern. Auch in einen Heidegarten passen sie gut und lockern dessen breitgelagerten Eindruck mit ihrer abweichenden Pflanzengestalt wirksam auf.

Die hohen Sedum-Arten sind auch außerhalb der Blütezeit sehr ansehnlich. Das gilt sowohl für die Zeit von Frühjahr bis Blüte als auch für den Winter. Die fetten, mehr oder weniger graublauen Blätter an den kräftigen Stielen ergeben rundliche, gleichmäßig aufgebaute Gebilde, die fast architektonisch anmuten. In diesem Zustand kann man einige Sedum-Sorten mit Recht als Blattschmuckstauden verwenden, sodass sie den Vordergrund von Staudenrabatten verschönern. Nach der Blüte lässt man die Fruchtstände stehen. Sie halten sich oft trotz massiven Schneedrucks bis in den Vorfrühling aufrecht und zieren den winterlichen Garten. Und schließlich taugen die Blütenstiele hoher Arten als lang haltende Schnittblumen.

Zwischen Garten und Haus wächst Sedum sieboldii, "Oktoberle" genannt. Er hat graublaue, bei der Sorte 'Mediovariegatum' blassgelb gefleckte Blätter. In günstigen Weinklima-Gegenden ist Oktoberle an geschütztem Platz winterhart. Anderswo schätzt man es als hübsche Zimmerpflanze, setzt sie vorzugsweise in Ampeln und überwintert hell und kühl. Die rosa Blüten des Oktoberles erscheinen im September/Oktober.

nach obenWürzige Ausnahme

Sedum reflexum
© Jaehner, Ilse
Sedum reflexum
Eine Ausnahmestellung nimmt der Sedum reflexum, "Tripmadam" genannt, ein. Diese Art blüht gelb im Juni bis August und bildet an bis 30 cm hohen Trieben hechtgrüne, walzenförmige Blättchen, die Gerbstoffe sowie Schleim enthalten und fein säuerlich schmecken. Sie dienen zum Würzen von Salaten, Soßen, Kräutersuppen, und – gemeinsam mit Butter – von neuen Kartoffeln. Man nimmt die Blätter immer frisch von nichtblühenden Trieben; trocknen lässt sich Tripmadam nicht.

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Schlagworte dieser Seite:

Fetthenne, Fettkraut, Mauerpfeffer, Sedum, Trockenmauer

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