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Erbsen nach Erbsen

Juli 2000 So sehr die Gartenerbse als Pflanze von gutem Vorfruchtwert für andere Gemüsearten geschätzt wird (Tiefwurzler, "Nährstoffaufschließer", Stickstoffsammler und -lieferant für die Folgekultur), so unverträglich ist sie mit sich selbst. Das haben auch schon unsere Altvorderen vor über 200 Jahren gewusst. In einem Gemüsebuch aus dem Jahre 1781 heißt es u. a. "… Die Pächter in Frankreich haben sich's daher zum Gesetz gemacht, alle 6 Jahre ihre Erbsen auf ein nemliches Erdreich wieder auszusäen und das in folgender Ordnung …" (angegeben wird ein sechsjähriger Plan mit vorwiegend landwirtschaftlichen Kulturen).


Erbsen bei ausreichender Fruchtfolge zeigen einen reicheren Hülsenansatz und liefern mehr Ertrag.
Erbsen bei ausreichender Fruchtfolge zeigen einen reicheren Hülsenansatz und liefern mehr Ertrag.
Etwas länger zurückliegende schweizerische Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass bei einer Erbsenfolge auf derselben Parzelle nach 9 bis 11 Jahren keine "Fußkrankheiten" (= Pilzkrankheiten) zu befürchten sind.

Werden dagegen nach 7 bis 9 Jahren Erbsen auf Erbsen angebaut, muss stets mit einem schwachen Befall gerechnet werden. Bei ungünstigen Bedingungen (= mäßig feuchte Flächen, hoher pH-Wert, Temperaturen um 23, teilweise 28 °C) ist dann eine Ertragsverringerung möglich.

Wiederholt sich die Aussaat dieser Pflanzenart aber alle 5 bis 7 Jahre, steigt das Befallsrisiko stetig, und bei noch engerem Nacheinander ist meistens mit einem spürbaren Ertragsrückgang zu rechnen.

Zahlenmäßig sieht das in einem anderen Versuch so aus:

Erbsenanbau

Ertrag in %

Einmalig

100

Alle drei Jahre

96

Alle zwei Jahre

76

Alljährlich

54


Erbsen-Ertagsrückgang bei mehrjähriger Monokultur: Der extreme Versuchsanbau zeigt den rapiden Ertragsabwärtstrend bei dieser Gemüseart. Er deutet aber auch an, dass dieser nicht auf dem Nullpunkt landet.
Erbsen-Ertagsrückgang bei mehrjähriger Monokultur Der extreme Versuchsanbau zeigt den rapiden Ertragsabwärtstrend bei dieser Gemüseart. Er deutet aber auch an, dass dieser nicht auf dem Nullpunkt landet.
Ein weiteres Beispiel zeigt das Diagramm. Aus ihm geht auch hervor, dass es bei ständigem Anbau auf demselben Beet (Monokultur) nach größeren Ernteeinbrüchen wieder zu einem Gleichgewicht zwischen Schaderregern und anderen Bodenpilzen kommen kann, in deren Folge sich die Schäden abschwächen und die Erträge – in diesem Falle auf dem Niveau von 50 bis 55 % (praktisch identisch demjenigen in der Tabelle!) des Ausgangswertes – eine Stabilisierung zu erfahren scheinen (vergleiche die Körnermengen im 6. und 8. Anbaujahr! Nach Daten in v. Hößlin u. a. 1964). Doch so weit sollte man es gar nicht erst treiben. Daher gilt heute, wie vor zwei Jahrhunderten, die "sichere" Empfehlung einer möglichst sechsjährigen Anbaupause auf demselben Beet!

Das Stichwort ist bereits gefallen: Fuß- (und Welke-)krankheiten! Die Pflanzen vergilben, welken und sterben ab. Die Wurzeln können schlecht, der Wurzelhals bräunlich verfärbt sein. Diese Erscheinungen sind oft Mischinfektionen von Fusarium- und anderen Pilzarten. So erkranktes Kraut ist zu entfernen und zu verbrennen, in keinem Fall aber auf den Komposthaufen zu bringen. Die Sporen einzelner Fusarium-Arten können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern.

Es lohnt also, sich den Platz im Gemüsegarten zu merken, auf dem diese Hülsenfruchtart heuer steht, und dann zu versuchen, mit einem auch so groß wie möglich räumlichen Abstand der Beete die empfohlene Anbaupause einzuhalten, was auf den meist nicht so großen Flächen nicht ganz einfach ist.

Zu anderen Gemüsearten aus der Familie der Leguminosen (z. B. Gartenbohnen) sollten Anbaupausen von mindestens 2 Jahren eingehalten werden.

Die selbstverträglicheren Busch- und Stangenbohnen benötigen Pausen von 2 bis 3 Jahren bis sie wieder aufs selbe Beet kommen können.

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