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Fruchtbehang regulieren!

Juli 2000 Fast alle Obstarten, insbesondere das Kernobst, liefern in der Vollertragsperiode ungleichmäßige Erträge, die im wesentlichen durch drei Faktoren gesteuert werden:

  1. Ererbte Alternanz (Abwechslung zwischen einem Vollertrags- und einem Ausfalljahr)
  2. Witterungsschwankungen, vor allem um die Blütezeit
  3. Kulturmaßnahmen


nach obenErerbte Alternanz

Typische Alternanzsorten findet man bei der Apfelkultur bei alten bewährten Sorten wie 'Cox-Orangenrenette', 'Laxtons Superb', 'Alkmene', 'Goldparmäne' u. a. Bei neu gezüchteten krankheitsresistenten Sorten ist die Alternanz kaum vertreten.

nach obenWitterungsschwankungen

Unregelmäßigkeiten beim Fruchtansatz entstehen in erster Linie durch Blütenfröste zur Zeit der Eisheiligen. Kleine Bäume (Spindeln) lassen sich in Frostnächten durch Beregnen oder Einzelten schützen, bei größeren Baumformen ist im Garten Kälteeinwirkung nicht viel entgegenzusetzen. Auch Jungfrüchte bekommen Frostzungen und platzen auf. Leider gibt es in Deutschland keine spätfrostsicheren Gebiete, so dass stets ein Risiko bleibt.

nach obenKulturmaßnahmen

Sind die Bäume ungefährdet durch die Blüte gekommen, hat man mehrere Möglichkeiten, den Fruchtansatz zu regeln. Ist er zu schwach, besteht die Gefahr, dass die Früchte mastig werden und nicht aufzubewahren sind. Hier hilft eine Reduzierung das Laubes durch Sommerschnitt Anfang September, um Übergrößen auszuschließen und gefärbtes Obst zu erhalten.

In Vollertragsjahren ist zur Vermeidung einer periodischen Fruchtbarkeit eine Ausdünnung des Fruchtansatzes vorzunehmen; Oben: vor der Ausdünnung. Unten: Die gleiche Triebpartie nach dem Ausdünnen. Lediglich die beste Frucht eines Blütenstandes wurde belassen.
© May
In Vollertragsjahren ist zur Vermeidung einer periodischen Fruchtbarkeit eine Ausdünnung des Fruchtansatzes vorzunehmen;
Oben: vor der Ausdünnung.
Unten: Die gleiche Triebpartie nach dem Ausdünnen. Lediglich die beste Frucht eines Blütenstandes wurde belassen.
Häufig ist der Ansatz nach gutem Blühwetter viel zu stark, so dass ein frühzeitiges Ausdünnen das Fruchtbehanges notwendig ist, wenn es sich um typische Alternanzsorten handelt. Darunter versteht man eine Reduzierung der Früchte vor dem letzten Fruchtfall Ende Juni.

Bei einem späteren Termin ist kein alternanzbrechender Einfluss zu erwarten. Der Grund ist, dass die Jungfrüchte durch Hemmstoffe, die von der Krone in Richtung Wurzeln fließen, den Ansatz von Blütenknospen, der in der Zeit von Juli bis Oktober erfolgt, unterbinden. Je mehr Jungfrüchte Hemmstoffe in die unter ihnen liegenden Zweige senden, desto eher wird die Blütenbildung unterbleiben und das Ausfalljahr ist vorprogrammiert.

Hat man dagegen Sorten vor sich, die nie oder kaum alternieren, wie beispielsweise 'James Grieve', 'Golden Delicious' oder 'Jonagold', ist es besser, die Ausdünnung in den August zu verlegen. Zu diesem Zeitpunkt kann man die besten Früchte hängen lassen und nur schorfbefallenes oder angefressenes Obst entfernen.

Die Technik des Ausdünnens ist sehr einfach. Man nimmt den Stiel der zu entfernenden Frucht zwischen Daumen und Zeigefinger und stößt sie mit dem Daumen vom Fruchtholz ab.

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Alternanz, Apfelbaum, Ausdünnen, Kernobst, Obstbaum, Obstgehölz
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