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Wildfrüchte aus dem eigenen Garten − Es muss nicht immer Apfel sein

Kornelkirsche
© Görlitz, Sven
Kornelkirsche

Februar 2010 "Die sind doch giftig!", kommt es von mehreren Mitgliedern wie aus einem Munde, als ich ein paar Beeren von der Felsenbirne nasche – ein öfter wiederkehrendes Ereignis bei Gartenbegehungen und Schnittkursen. Nachdem dann alle probiert haben, folgt das Erstaunen darüber, was für wohlschmeckende Früchte man über Jahre ausschließlich den Vögeln überlassen hat.


Neben den bekannten Obstarten gibt es eine Vielzahl von so genannten Wildobstarten, die sich im Hausgarten anbauen lassen. Sie stellen eine Bereicherung für den Garten dar und liefern gleichzeitig vitaminreiche Früchte zum sofortigen Genießen und zur Verarbeitung.

Unter Wildfrüchten versteht man verschiedenste Gehölze, deren Früchte züchterisch wenig oder gar nicht verändert sind. Wildfruchtsträucher sind meist sehr robust, optisch reizvoll, ihre Früchte sind gesund und außergewöhnlich im Geschmack. Die Sträucher können im Garten gleichzeitig als Sicht- und Windschutz dienen und sind wichtige Nähr- und Schutzgehölze für Vögel und Insekten.

Viele Gründe also, sich im Hinblick auf die bald beginnende Pflanzsaison näher mit einer kleinen Auswahl an Wildfrüchten zu beschäftigen und sich vielleicht ein paar der folgenden Pflanzen in den Garten zu holen.

nach obenFelsenbirne

Felsenbirne – schöner Strauch mit leckeren Früchten.
© Görlitz, Sven
Felsenbirne – schöner Strauch mit leckeren Früchten.
Amelanchier-Sorten z. B. Amelanchier lamarckii oder Amelanchier ovalis
Weiße Blüten im Frühjahr, wohlschmeckende Beeren im Sommer, eine tolle Herbstfärbung und eine schöne Wuchsform, damit ist dieser Strauch eigentlich ein "Muss" für jeden Gartenbesitzer. Die Früchte schmecken leicht nach Heidelbeere und lassen sich zu Marmelade, Kompott und Süßspeisen verarbeiten. Roh sollten sie nur in kleinen Mengen gegessen werden, sie enthalten geringe Mengen von Blausäure.

nach obenEberesche (Sorbus aucuparia)

Eberesche – Farbtupfer im Schnee.
© Görlitz, Sven
Eberesche – Farbtupfer im Schnee.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Die beste Sorte für die Verarbeitung ist 'Edulis'. Die rohen Beeren sind, wie beim Holunder, leicht giftig. Abgekocht und verarbeitet eignen sie sich jedoch zur Herstellung von Süßmost, Gelee, Sirup, Marmeladen auch in Mischung mit Brombeere, Apfel oder Quitte. Dieser Kleinbaum ist ökologisch wertvoll und eine Zierde für den Garten.

nach obenMispel (Mespilus germanica)

Mispel
© Görlitz, Sven
Mispel
Ein Strauch, der früher fast in jedem Garten stand, denn die Früchte wurden als Zusatz für Most und Wein verwendet. Nach dem ersten Frost werden die weichen Früchte mit ihrem süß-säuerlichen Geschmack geerntet und lassen sich dann zu Marmeladen, Mus oder Gelee verarbeiten. Auch als Ziergehölz, mit seinen schönen, weißen Einzelblüten verdient dieser Strauch wieder einen Platz in unseren Gärten.

nach obenKornelkirsche (Cornus mas)

Kornelkirsche
© Görlitz, Sven
Kornelkirsche
Dieser Großstrauch zeigt im Frühjahr als einer der Ersten seine gelben Blüten. Die roten Früchte enthalten sehr viel Vitamin C, sind geschmacklich der Sauerkirsche ähnlich und lassen sich zu Marmeladen (Mischung z. B. mit Birne), Gelee, Wein, Likör und Schnaps verarbeiten. Mit Gewürzen und Weinessig eingelegt, schmecken sie auch als besonderer Olivenersatz.

nach obenApfelbeere (Aronia melanocarpa)

Der robuste Strauch aus Nordamerika ist anspruchslos und bekommt eine schöne Herbstfärbung. Die säuerlichen Früchte schmecken leicht nach Heidelbeeren, sie werden für Saft, Marmeladen, Kompott, Soßen und als Färbemittel verwendet.

nach obenSibirische Blaubeere oder Kamtschatkabeere (Lonicera kamtschatica)

Dieser kleine Strauch sollte im Obstgarten nicht fehlen. Bereits im Mai reifen die vitaminhaltigen Beeren, die sich besonders als Naschobst für Kinder eignen, aber auch für Saft, Kompott, Mus und Marmelade Verwendung finden.

nach obenGemeiner Bocksdorn (Lycium barbarum)

In China schon lange als nährstoffreiche und gesunde Beeren geschätzt, galten die Früchte dieses stacheligen Strauches bei uns lange als giftig. Seit einiger Zeit ist die Frucht aber unter ihrem englischen Namen Gojibeere ein echtes Treuobst. Verwendung finden diese sowohl frisch, als auch getrocknet für Müsli, Fruchtsalate und Joghurt. Ein Rückschnitt des Strauches zur Verzweigung ist empfehlenswert. Treibt Ausläufer.

Auch exotische Früchte wie Kaki Diospyros kaki (auch Honigapfel oder Sharonfrucht) oder die aus Nordamerika stammende so genannte Indianerbanane (Pawpaw bot. Asimina triloba) lassen sich in unseren Gärten anbauen und bereichern das Angebot an Früchten.

Ihr Gartenfachberater
Sven Görlitz
Tipps zu diesem und vielen weiteren Gartenthemen unter: www.Gartenfachberatung.de
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Bild 5: Rosinenbaum
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Apfelbeere (Aronia).
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Schlagworte dieser Seite:

Apfelbeere, Eberesche, Felsenbirne, Gemeiner Bocksdorn, Honigapfel, Indianerbanane, Kaki, Kamtschatkabeere, Kornelkirsche, Mispel, Pawpaw, Sharon, Sibirische Blaubeere, Wildfrucht, Wildobst

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