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Winterfutter für Vögel − sinnvoll?

Gartenrotschwanz
© Ratschinski, Ilja
Gartenrotschwanz

Dezember 2009 Vögel sind gern gesehene Gäste in unseren Gärten. Besonders im tristen Winterhalbjahr bringen sie ein wenig Leben und Farbe in den Garten. Wenn man, aus der Perspektive der warmen Stube, die Vögel draußen in der Kälte beobachtet, ist man gerne bereit, die gefiederten Freunde in ihrem Wohl zu unterstützen.


Futterstelle
© Ratschinski, Ilja
Futterstelle
Über einen kleinen Heizkostenzuschuss, in Form von Vogelfutter, freuen sich die Vögel bestimmt. Energiereiches Futter für die Heizung unterm Federkleid hilft den grazilen Geschöpfen bestimmt den Winter zu überleben. Doch unter Vogelfreunden wird kaum ein Thema so kontrovers diskutiert wie die Fütterung von Vögeln. Die Empfehlungen reichen von gar nicht füttern bis hin zur ganzjährigen Rundumversorgung.

Die "darwinistische Fraktion" lehnt eine Fütterung ganz ab und pocht auf die natürliche Auslese. Dem könnte man entgegenhalten, dass echte Natur in Europa die Ausnahme ist. Wir leben in einer Kulturlandschaft. Viele natürliche Nahrungsquellen hat der Mensch aus der Landschaft eliminiert. Gleichzeitig wurde die Vogelwelt durch Landwirtschaft an neue Nahrungsquellen gewöhnt.

Weiterhin wird argumentiert, dass Vögel an ungeeignetem Futter und verunreinigten Futterplätzen erkranken und sterben. Wenn man sich aber um artgerechte Fütterung und hygienische Futterplätze bemüht, ist nichts gegen das Füttern von Vögeln einzuwenden. Auch Naturschutzverbände wie der NABU und der BUND befürworten ein maßvolles Füttern.

Seit ein paar Jahren entwickelt sich eine ganz neue Gruppe von Vogelfreunden, darunter namhafte Ornithologen, die sich für eine Ganzjahresfütterung einsetzen. In England ist es bei vielen Vogelfreunden schon üblich, den geflügelten Gartengästen das ganze Jahr über Vollpension anzubieten.

Ganz unabhängig von der Jahreszeit ist festzustellen, dass nur wenige Vogelarten an den Futterkrippen anzutreffen sind. Selten mehr als 15 Vogelarten wagen sich an den gedeckten Tisch. Vor allem Meisen, Finken, Rotkehlchen und Amseln haben keine Berührungsängste. Diese Vogelarten sind allerdings nicht in ihrem Bestand gefährdet, sondern haben stabile oder wachsende Populationen.

Ein direkter Beitrag zum Artenschutz oder gar einen Wiederaufbau der Artenvielfalt ist von der Fütterung daher nicht zu erwarten. Die Fütterung von Vögeln hat aber dennoch eine wichtige Funktion für den Naturschutz. Das Füttern und die Beobachtung von Vögeln im Garten können für Natur begeistern. Wo sonst kann man Natur noch aus nächster Nähe erleben? Die Begeisterung kann so groß werden, dass echtes Interesse und Engagement daraus erwachsen. Nur was man kennt, kann man schätzen und für schutzwürdig erachten.

Wer sich aktiv für den Vogelschutz einsetzen möchte wird entdecken, dass die Qualität des Lebensraumes nicht allein vom Nahrungsangebot abhängig ist. Viel wichtiger ist die Erhaltung und Förderung von naturnahen Lebensräumen. Besonders Gartenbesitzer können viel bewirken. Ganz gleich, ob in der Stadt oder auf dem Land, die Gestaltung eines Gartens wirkt auf die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung. Beerentragende Sträucher, Rückzugsmöglichkeiten, Nistgelegenheiten und eine artenreiche und naturnahe Gestaltung sind wichtig für die Vogelwelt. Ein Garten, der nur aus Thuja, Rasen und einem Vogelfutterhaus besteht, hat der Vogelwelt in Wahrheit nicht viel zu bieten.

Ein Grünling bevorzugt frische Sonnenblumensamen.
© Ratschinski, Ilja
Ein Grünling bevorzugt frische Sonnenblumensamen.
Sperlinge lieben Hanf.
© Ratschinski, Ilja
Sperlinge lieben Hanf.

Angesichts der Berge an Futtersäcken und Meisenknödeln, die schon in der Vorweihnachtszeit die Super- und Gartenmärkte schmücken, ist eine Hungersnot unter den Gartenvögeln unwahrscheinlich. Winterfütterung und Aufstellen von Nistkästen gehören zu den beliebtesten Aktivitäten im Vogelschutz und sind Hilfe und Naturerlebnis in einem. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, um den Rückgang gefährdeter Vogelarten zu stoppen. Sei es im eigenen Garten oder im Engagement für den Naturschutz.

nach obenTipps für einen vogelfreundlichen Garten

  • Nur geeignetes Futter verwenden
  • Nur nach langen Kälteperioden oder Schneephasen füttern
  • Nur "Ambrosiafreies" Vogelfutter verwenden
  • Anlage von Wildsträucherhecken
  • Teich mit Schilfbereich anlegen
  • Wildblumenwiese anlegen
  • Reisig- oder Holzhaufen anlegen
  • Nisthilfen anlegen (auch für Insekten)
  • Herbstlaub nur von Rasen und Wegen entfernen
  • Stauden und Gräser erst im Frühjahr zurückschneiden
  • Insektizideinsatz vermeiden
  • Exotische Gewächse meiden

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Schlagworte dieser Seite:

Grünling, Meisenknödel, Rotschwanz, Sperling, Vogel, Vogelfutter, Vogelfütterung, Vogelschutz

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