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Der Kranz als Symbol

Blütenkranz mit Hortensienblüten.
© Jaehner, Ilse
Blütenkranz mit Hortensienblüten.

Dezember 2009 Im Herbst beginnt die Kranzzeit: Sie beginnt am Erntedankfest mit dem Erntekranz, geht weiter mit Kränzen zu den Totengedenktagen und dann folgen die festlichen Adventskränze. Auch kennen wir Frühlings- und Sommerkränze, Kränze zum Geburtstag, zu Jubiläen und Hochzeiten. Wir binden Sieger-, Mai- und Richtkränze. Und Türkränze empfangen Besucher freundlich.


Die roten Ilexbeeren leuchten auf dem gesteckten grünen Moos.
© Jaehner, Ilse
Die roten Ilexbeeren leuchten auf dem gesteckten grünen Moos.
Warum immer wieder Kränze? Der Kranz ist stets Sinnbild, vor allen Dingen des Glaubens an die Unsterblichkeit des Lebens. In der Ringform, die weder Anfang noch Ende kennt, nimmt dieser Glaube Gestalt an. Unabhängig davon, wann und wo wir Kränzen begegnen, spielt dieser Glaube an das Bestehende im Wechsel der Zeit, an Erfüllung und Erneuerung die tragende Rolle – sicher häufig unterschwellig, doch immer vorhanden.

nach obenKlassische Form

Kranz ist ein Sammelbegriff für kreisförmige Dinge, besonders für Gebinde aus Pflanzenteilen, immer unter Einhaltung der sinnbildlichen Ringform. Für den klassischen Kranz gibt es bestimmte Regeln: Das Verhältnis von Kranzkörper und Kranzöffnung muss stimmen. Der Kranzkörper soll zwar füllig, doch nicht dicht erscheinen. Ist die Kranzöffnung zu groß, wird die Geschlossenheit des Gebildes aufgehoben – ein solcher Kranz hat nur Rahmenwirkung. Ist die Kranzöffnung zu klein, geht die Bewegung des Kranzes, die er in sich haben muss, verloren. Es entsteht ein ruhender Körper mit einem Loch in der Mitte.

nach obenDas richtige Verhältnis

Es gibt ideale Verhältnisse von Gesamtdurchschnitt, Breite des Kranzkörpers und Durchmesser der Kranzöffnung. Zum Beispiel Kranzkörper zu Kranzöffnung gleich 1:1,6. In einem ausgeglichenen Verhältnis von Kranzkörper zur Kranzöffnung stellt sich im Kranzrund fast zwangsläufig ein gleichmäßiger Fluss ein, der normalerweise im Uhrzeigersinn verläuft.

Türkranz mit Spiraldraht.
© Jaehner, Ilse
Türkranz mit Spiraldraht.
Kränze haben auch ein Profil, je nachdem welchem Zweck sie dienen. Schmückt ein Kranz einen hohen Sockel (etwa eines Ehrenmales) und ist auch von der Seite sichtbar, muss er vollkommen rund sein. Trauerkränze hingegen haben meist ein drei-viertel-rundes Profil mit drei Vierteln der Kranzkörperbreite als Höhe, weil das Auge dieses Verhältnis als rund erkennt, während es einen vollrunden Kranz in der Aufsicht als zu hoch empfinden würde. Ein Kranz, der an einer Wand hängt, zum Beispiel als Türkranz, ist nur halbrund, sodass er sich gut mit dem Untergrund verbindet und fast reliefartig wirkt. Der Kranzkörper ist in diesem Fall nur halb so hoch wie breit.

nach obenRuhige Symbolik

Der Umriss des Kranzes sollte ruhig und geschlossen sein. Je einfacher und klarer die Ringform, umso ausdrucksstärker wirkt sie. Nun hat es sich mit der Zeit ergeben, dass der Kranz allein offenbar nicht genügt. Es muss eine Garnierung her, und hier wiederum wird oft des Guten zu viel getan. Große, überdimensionale Tuffs heben bei Trauerkränzen oft die Ringform auf, sprengen sie gewissermaßen. Dann jedoch ist der Kranz nicht mehr in seiner klassischen Form zu erkennen und sein Symbolgehalt geht verloren. Gerade bei Trauerkränzen sollte die Ringform als Symbol der Unsterblichkeit des Lebens besonders deutlich erscheinen.

Grabkranz mit verschiedenfarbigen Beeren und Blättern.
© Jaehner, Ilse
Grabkranz mit verschiedenfarbigen Beeren und Blättern.
Grabkranz mit Islandmoos, Nadelholzgrün und Zapfen.
© Jaehner, Ilse
Grabkranz mit Islandmoos, Nadelholzgrün und Zapfen.

Ähnliches ist bei Adventskränzen zu beobachten. Auch sie wirken mitunter überladen, sodass man fast schon ein Adventskissen vor sich hat. Doch der Adventskranz ist immer noch der traditionellste und vielleicht schönste Adventsschmuck. Er versinnbildlicht das Ende des alten und den Beginn des neuen Kirchenjahres, seine Ringform ohne Ende und Anfang symbolisiert das ewige Christentum. Die vier Kerzen stehen für die vier Adventssonntage.

Wie schon die Form des Adventskranzes haben auch seine klassischen Farben Symbolgehalt. Der Dreiklang Grün-Rot-Gelb tritt hier nicht zufällig in Erscheinung. Das Grün der Zweige ist die Farbe der Hoffnung, das Rot des Bandes die Farbe des Lebens, das Gelb der Kerzen die Farbe des Glücks. Form und Farbe des Kranzes stimmen auf Weihnachten ein.

nach obenFröhliches Sinnbild

Ursprünglich dienten Kränze dazu, vorrangig der Freude und nicht der Trauer Ausdruck zu verleihen. Meister im Umgang mit Kränzen waren die alten Ägypter. Sie feierten oft, sie feierten gern. Kränze in Hülle und Fülle schmückten all ihre Feste. Der gravierende Unterschied zwischen ihnen und uns ist wohl, dass man damals Kränze nicht nur zu bestimmten Zeiten und Anlässen einsetzte. Kränze waren etwas Alltägliches. Auch sich selbst schmückte man mit Kränzen, einfach weil der Tag schön war – sicher nicht die schlechteste Art, Lebensfreude auszudrücken.

Bei jedem Erntekranz dominieren Weizenähren als Symbol der Fruchtbarkeit, hier ergänzt durch intensiv duftenden Lavendel.
© Jaehner, Ilse
Bei jedem Erntekranz dominieren Weizenähren als Symbol der Fruchtbarkeit, hier ergänzt durch intensiv duftenden Lavendel.
Schade, dass Kränze im täglichen Leben so selten geworden sind. Kinder zeigen hin und wieder in aller Unbefangenheit ihre Lebensfreude, die ihnen niemand beizubringen braucht, und binden spontan Wiesenblumen zum Kranz. Unter Erntekranz, Maikranz und Richtkranz ist ebenfalls zuweilen noch eine von Herzen kommende Fröhlichkeit spürbar. Und auch die Blumenkinder der Hippiegeneration in den sechziger Jahren gaben mit ihren Kränzen dem Wunsch Ausdruck, in einer freien, friedvollen, naturbezogenen Gemeinschaft zu leben. Ein schöner Gedanke, nicht nur im Lichterschein des Adventskranzes.

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Adventskranz, Erntedank, Gebinde, Grabkranz, Herbst, Kranz, Totengedenken, Türkranz

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