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Steinwälle und Trockenmauern − Grundstücks- und Rabatt-Einfassungen

Steinwälle und Trockenmauern - Grundstücks- und Rabatt-Einfassungen
© Opitz, Wolfgang
Steinwälle und Trockenmauern - Grundstücks- und Rabatt-Einfassungen

Juni 2009 Steinwälle, Trockenmauern sowie andere Stützelemente aus Holz oder Beton sind gut geeignet, niedrige Erdhänge abzustützen. Mit ihnen können jedoch auch bestimmte Bereiche im Garten abgegrenzt werden. So kann mit einem von beiden Seiten aufgesetzten Steinwall oder einer entsprechenden Trockenmauer, die in der Mitte mit Erde verfüllt ist, eine Begrenzung des Grundstücks zum Bürgersteig erfolgen. Dadurch ergibt sich einerseits die Möglichkeit einer farbenfrohen Bepflanzung, andererseits entsteht so auch eine Barriere, vor allem gegen die häufig vertretenen und öfter auch freilaufenden vierbeinigen Freunde des Menschen.


Das Abfangen von leicht hängigem Gelände mit den oben genannten Materialien kann auch genutzt werden, um abgegrenzte, besondere Gartenräume, wie zum Beispiel einen Sitzplatz, zu schaffen.

Steinwälle und Trockenmauern aus Natursteinen fügen sich harmonisch in das Gartenbild ein. Findlingssteine und Steine aus Brüchen der Region sind zudem wegen der kürzeren Wege meist preiswerter und passen gut in das vorherrschende Landschaftsbild.

nach obenSteinwälle

Einfassung eines Vorgartens mit einem Steinwall.
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Einfassung eines Vorgartens mit einem Steinwall.
Steinwälle, in Norddeutschland auch Friesenwälle genannt, werden aus Findlingssteinen errichtet. Um ein Hochfrieren im Winter zu verhindern, kommt unter die Fundament-Steine eine 20 cm starke, kapillarbrechende Kiesschicht – diese muss auf gewachsenem Boden erfolgen. Die Erstellung des Walls geschieht ohne Bindemittel wie Zement oder Kalk. Die Fugen werden mit Erde verfüllt. Deshalb ist es im Hinblick auf die Stabilität wichtig, dass die Mauer eine Neigung von 20 bis 30 % der Mauerhöhe nach innen bzw. nach hinten hat. Außerdem erhalten die Pflanzen dadurch eine bessere Zufuhr mit Regenwasser.

Die erste Steinschicht befindet sich 15 bis 20 cm unter der Boden oberfläche. Die großen Steine kommen an den Fuß und an die Enden der Mauer. Der Einbau der Steine erfolgt unregelmäßig. Das bedeutet, die Fugen von zwei oder mehr Steinen bilden keine waagerechten und senkrechten Linien. Einzelne, so genannte Bindesteine, lässt man zur besseren Verankerung möglichst tief in das hintere Erdreich hineinragen. Zum Verfüllen und Hinterfüllen der Steinwälle und Trockenmauern sollte ein lehmiger, also mittelschwerer, nicht zu sandiger Gartenboden verwendet werden. Ein sandiger Boden trocknet schnell aus und gibt den Steinen weniger Halt.

Niedriger Abschluss mit Findlingsteinen.
© Opitz, Wolfgang
Niedriger Abschluss mit Findlingsteinen.
Beeindruckender Abschluss mit großen Findlingsteinen
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Beeindruckender Abschluss mit großen Findlingsteinen

nach obenTrockenmauern

Schnurgerüst
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Zum Bau von Trockenmauern aus Naturstein, wie Granit, Kalkoder Sandstein werden leicht bearbeitete, lagerhafte, in der Regel flache Steine mit ebenen Bruchflächen verwendet. Bei Mauern bis etwa 60 cm Höhe genügt eine 20 bis 40 cm starke Schotterschicht als Fundament, die bis zum gewachsenen Boden reicht. Die Mauer erhält eine leichte Neigung von 10 bis 20 % zur Böschung hin. Der Erddruck wird so besser aufgefangen. Die Bruchsteine werden wie beim Steinwall ohne Mörtel und damit "trocken" aufgesetzt. Bei der Verlegung der Steine sollen möglichst enge Fugen und wenig Hohlräume entstehen. Letztere werden mit kleinen Steinen, so genannten Steinkeilen, ausgefüllt, sodass eine stabile Lage der Steine entsteht. Zum Einhalten der Flucht und des Neigungswinkels wird ein Schnurgerüst erstellt.

Pflastersteinmauer mit Schwung.
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Pflastersteinmauer mit Schwung.
Die Steine werden auf Lücke verlegt. Die senkrechten Fugen sollen möglichst nicht über einen Stein hinweggehen. Der Einbau längerer Bindesteine erfolgt quer zur Mauer. Ist eine Bepflanzung der Mauer geplant, werden hierfür verbreiterte, senkrechte Fugen vorgesehen. Wenn man gleich während des Mauerbaues die Pflanzen einsetzt (Topfballen flach drücken), braucht man die Wurzeln später nicht mühsam in die Lücken einbringen. Ist mit Hangdruckwasser zu rechnen, wird zwischen Mauer und Hang eine Dränschicht aus Kies oder Schotter und am Fuß ein Dränrohr eingebracht.

Das Erstellen von Steinwällen und Trockenmauern erfordert handwerkliches Geschick. Leichter ist der Bau mit vorgefertigten, künstlichen Steinen, die es in verschiedenen Farben sowie auch mit Nut und Feder gibt. Sie lassen sich gleichfalls trocken aufsetzen.

Für höhere Stützmauern über 60 cm an Hanglagen wird zunächst am Hang eine bewehrte Betonwand und davor die Natursteinmauer errichtet. Die Ausführung setzt allerdings zusätzliche Fachkenntnisse voraus.

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Wirkungsvoll und zugleich attraktiv – so präsentiert sich eine geschickt angelegte Grundstücksbegrenzung. In der letzten Ausgabe von Familienheim und Garten stellten wir Ihnen Ideen für die Gestaltung von Steinwällen und Trockenmauern aus Naturstein, Granit, Kalk- oder Sandstein vor. Dass die Optik Ihres Grundstücks auch durch Rundholz- und Betonpalisaden gewinnen kann, zeigen wir Ihnen hier, im Teil 2 des Artikels.

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Schlagworte dieser Seite:

Begrenzung, Rabatte, Steinwall, Trockenmauer, Zaun

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