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Porreepflanzung: Die Löcher dürfen offen bleiben

Juni 2000
"Das ist für mich nichts Neues zu erfahren,
Das kenn' ich schon seit hunderttausend Jahren.
"
– so steht's in Goethes Faust. Und, wenn auch nicht ganz so übertrieben: Manches "Neue" im Gemüsebau ist schon alt, wiederbelebt."


Das gilt z. B. auch für die seit etwa 20 Jahren in Erwerbsbetrieben beim Herbst- und Winterporree verstärkt geübte Offenlochpflanzung. Von ihr heißt es bereits 1857 in einem deutschen Gemüsebuch: "… Verfahren ist in Frankreich ziemlich allgemein, und ich kann es aus eigener Erfahrung als das beste empfehlen …". In den rund 12 Jahrzehnten danach wurde solcherlei Pflanzung in der einschlägigen Literatur zwar immer wieder einmal erwähnt, aber nie als bevorzugt zu praktizieren herausgestellt. Und mit einem Male ist sie wieder "in!". In einigen mir vorliegenden Hobby-Gemüsebaubüchern der letzten Jahre wird sie jedoch noch gar nicht erwähnt, in einem einzelnen dagegen als die ausschließliche Verfahrensweise genannt.

… hat unter anderem etwas längere Schäfte, vor allem aber einen höheren Weißantil zur Folge.
© Titze
… hat unter anderem etwas längere Schäfte, vor allem aber einen höheren Weißantil zur Folge.
Poree: Das setzen der Pflanzen in offen bleibende Löcher …
© Titze
Poree: Das setzen der Pflanzen in offen bleibende Löcher …
Auf derartige Weise lassen sich nämlich die Schäfte (besonders beim Winterporree; Pflanzung bis spätestens Anfang/Mitte August) etwas verlängern und vor allem deren begehrter Weißanteil um etwa 30 bis 50 % vergrößern. Er ist von der Pflanztiefe abhängig; die Sortenunterschiede sind gering. Außerdem wurde in Schweizer Versuchen ein besseres Überwinterungsergebnis des weiter in den Boden gesetzten Porrees festgestellt. Nachteile dieser Art des Kultivierens sind dünnere Schäfte mit einem durchschnittlich geringeren Stangengewicht. Eine um etvva zwei bis drei Wochen spätere Ernte schafft aber so ziemlich den Entwicklungsausgleich.

Ausreichend tief gelockerte, genügend wasserhaltige Böden in günstigem Feuchtigkeitszustand sind Voraussetzung dafür, dass die vermittels ausreichend langer Pflanzhölzer zu stanzenden Löcher von etwa 3 cm Durchmesser und 15 bis 20 cm Tiefe "stehenbleiben". Vierkanthölzer sollen gegenüber runden standfestere Löcher schaffen.

In sie werden große, kräftige, möglichst gerade Jungpflanzen mit etwas eingekürzten Wurzeln auf die Sohle des Loches(!) gesetzt. Kleine Pflanzen sind für diese Methode ungeeignet. Zu ihrem Anwachsen ist danach das Beet nur anzugießen und zwei Wochen nicht zu hacken. Die Pflanzlöcher sollen sich nach und nach durch Begießen und Regen selbst schließen. Das Anhäufeln der Reihen entfällt.

Eine neuere Variante dieser Methode ist das Eindrücken der Löcher in zuvor nach Kartoffelhäufelmanier geformte Dämme, die sich bis zum Pflanztermin gesetzt haben sollen. Durch das schnellere Erwärmen der kleinen Wälle am Tage werden ein besseres Wachstum der Pflanzen und eine frühere Ernte erzielt.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Holländische Vergleiche verschiedener Verfahren (Lochpflanzung, Direktsaat mit a) gar nicht und b) zweimal angehäufelten Pflanzenreihen) ergaben eine stärkere Verschmutzung der Schäfte hinter den röhrigen Unterblättern bei den Pflanzen der Offenlochparzellen. Längerschäftige Sorten kamen dabei besser weg als ihre kürzere "Konkurrenz".

Das in dem Buch von 1857 erwähnte Verfahren, bei der Unkrautbekämpfung mit der "Schurfhacke" alles, auch die herausragenden Laubteile der Porreepflänzchen, abzuhacken – und das angeblich zwei- bis dreimal schadlos – wird heute beileibe nicht mehr empfohlen, weil Versuche, bei denen den Gewächsen die Blattfläche reduziert worden ist, Ertragsminderungen belegen. Deshalb sind die Kulturmaßnahmen (Bodenlockerung, Unkrautbekämpfung, Kopfdüngung, Bewässerung) so zu gestalten, dass der Porree möglichst schnell genügend Blattmasse bilden kann.

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