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Alles Geschmackssache

So können sich Pflanzen in manch einem Garten präsentieren!
© Titze
So können sich Pflanzen in manch einem Garten präsentieren!

Juni 2000 Wer ein solches Foto sieht, muss stutzig werden: Warum sind 5 Pflanzen (außerhalb des Bildausschnittes waren es noch mehr) auf dem Beet radikal abgefressen und eine nicht? Waren hier "Schwächeparasiten" am Werk (sie vermögen meist nur Pflanzen zu befallen, wenn diese durch irgendwelche Umstände in ihrem Gesundheitszustand beeinträchtigt sind)? Aber: Vor Vitalität strotzt auch das ganz gebliebene Exemplar nicht, insofern wäre eine solche Annahme wohl nicht richtig. Sagte es etwa den Gaumen der Schädlinge nicht zu?


"Haben bestimmte Bestandteile natürlicher Stoffe in manchen Gewächsen einen so abstoßenden Geschmack, dass sie die Fresssucht schädlicher Insekten bremsen?" Das war die Kernfrage einer kürzlich durchgeführten Doktorarbeit an der Universität Wageningen (Niederlande). Der Doktorand konnte sie nach der Auswertung ausgeklügelter, umfangreicher Versuche bejahen. Wenn Insekten die Wahl zwischen "leckeren" und (im Experiment) geschmacksbeeinträchtigten Pflanzen hatten, "griffen" sie meistens zu den erstgenannten. Und das wird wohl auch des Foto-Rätsels Lösung sein.

Man weiß seit längerem um die Anwesenheit von Metaboliten, chemischer Substanzen, die während des Stoffwechsels in den Gewächsen entstehen und eine solche "Fraßhemmung" bewirken. Mindestens eine bestimmte Stoff-Gruppe erscheint dabei als interessanter Quell der natürlichen Schädlingsabwehr. (FuG 51/1999) Und was Insekten recht ist, dürfte Schnecken oder beispielsweise den "höherentwikkelten" Tauben billig sein.

Übrigens: Es passiert auch umgekehrt. Oft wird beobachtet, dass die Pflanzen bestimmter Sorten bevorzugt vom Wild geschädigt werden. So fiel etwa bei einer umfangreicheren Buschbohnen-Prüfung, die wir vor vielen Jahren von seiten der Landwirtschaftskammer des nördlichsten Bundeslandes durchführten, auf, dass von den etwa 15 Sorten im Versuch allein eine konkrete – haarscharf gegen die anderen abgegrenzt – sehr stark "verbissen" worden war.

Weil jede dieser Spezies in unregelmäßiger Verteilung sechsmal über das Versuchsfeld gestreut lag, ließ sich schon vom Feldrand aus genau erkennen, wo sich die Parzellen mit der beliebten Züchtung "X" befanden. (Ein im darauffolgenden Jahr angelegter Parallelversuch mit der favorisierten und einer anderen Sorte im Institut für Gemüsebau der Universität Hannover bestätigte die Beobachtung).

Dies war Anstoß zu mehreren Analysen in einem mit Lebensmitteluntersuchungenen befassten Uni-Institut. Sie ergaben, dass die in Frage stehende Kulturvarietät einen reichlicheren Zucker-, bestimmten intensiveren Aroma-, vor allem aber höheren Kaffeesäure-Gehalt als ihre Konkurrentinnen besaß. Und das wussten Dam-, Rehwild bei uns sowie Wildkaninchen in Hannover offenbar sehr wohl zu schätzen.

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