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Rote Spinne unter Kontolle bringen!

Eigelege der Roten Spinne.
© May
Eigelege der Roten Spinne.

Juni 2000 Die Rote Spinne ist ein Universalschädling, der fast alle Obstarten befällt und schwere Schäden hinterlässt.


nach obenSchadbild

Das Laub verliert sehr schnell – je nach Befallsstärke – seine grüne Farbe und wechselt nach braungrau (bronzefarbig) über. Auf der Blattunterseite befinden sich gelbliche oder rote Milbenlarven. Die zahlreich vorhandenen Sommereier weisen die gleichen Farbtöne auf.

Geschieht nichts, reifen die Früchte, obwohl sie unbefallen sind, nicht aus, weil vorzeitiger Laubfall einsetzt. Die Entwicklung von Blütenknospen wird dadurch gehemmt.

nach obenBiologie

In der vegetationslosen Zeit findet man hauptsächlich am Fruchtholz und schwächeren Zweigen etwa 0,1 mm große glänzendrote Wintereier. Im Frühjahr um die Blütezeit schlüpfen daraus Jungmilben, die jeweils sechs Beine besitzen. Nach Ruhestadien und mehrfachen Häutungen entstehen achtbeinige Geschlechtstiere.

Während des Sommers werden zahlreiche gelbrote Eier abgelegt. Innerhalb der Vegetationsperiode können sich bis zu sechs Generationen entwickeln. Aufgrund der ungeheuren Vermehrungskspazität ist die Laubzerstörung entsprechend groß, da sämtliche Altersstufen der Roten Spinnen nebeneinander leben.

Außer der Spinnmilbe tritt in den letzten Jahren eine entfernte Verwandte auf, die als Rostmilbe bezeichnet wird. Ihr Schaden entsteht vornehmlich an den Früchten.

nach obenBekämpfung

Jeder Gartenbesitzer kann an seinen Bäumen im Laufe des Winters feststellen, ob er in der kommenden Vegetationszeit einen Großbefall befürchten muss. Dazu benötigt er eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung, um die Anzahl der abgelegten Wintereier zu kontrollieren. Findet man an zehn etwa 20 cm langen Zweigstücken, die von verschiedenen Bäumen zu entnehmen sind, mehr als zweitausend Wintereier, ist – wenn keine Raubmilben vorhanden sind – gegen den Schädling vorzugehen.

Im Erwerbsobstbau werden die Raubmilben häufig zusätzlich angesiedelt. Im allgemeinen lassen sich diese Nützlinge im Laufe der Zeit nieder, wenn folgendes genauestens beachtet wird:

  1. Falls eine chemische Bekämpfung vorgesehen ist, dürfen nur nützlingsschonende Präparate wie Apollo oder Ordoval verwendet werden.
  2. Der Einsatz von insektenbekämpfenden Pflanzenschutzmitteln (Pyrothroide) muss völlig unterbleiben.
  3. Wird eine Bekämpfung unumgänglich, sind die Termine, die von der Art des Pflanzenschutzmittels abhängen, exakt einzuhalten. Der Wirkungsschwerpunkt von Apollo liegt in der Bekämpfung von Eiern und Junglarven, d. h. z. B. bei der Apfelkultur zwischen grüner Knospe und Ballonstadium (bei letzterem werden die Blütenblätter in geschlossener Form sichtbar). Ordoval wirkt gegen Eier, Larven und Nymphen der Roten Spinne. Bei sämtlichen Präparaten sind die Gebrauchsanweisungen strengstens einzuhalten.

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Obstbaum, Obstgehölz, Rote Spinne
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