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Schneeballeffekt im Garten

Schneeballeffekt im Garten
© Ratschinski, Ilja
Schneeballeffekt im Garten

Februar 2009 Eine Kettenreaktion von ähnlichen Ereignissen nennt man "Domino-Effekt". Beim so genannten "Schneeballeffekt" können wir ein ganz ähnliches Phänomen beobachten. Allerdings ist die Kettenreaktion mit einer zunehmenden Intensität verbunden. Demnach kann ein leise vor sich hin rollender Schneeball, erst langsam und dann immer schneller, die Ausmaße einer Lawine annehmen.


Wer aufmerksam ist, kann Schneeball-Effekte in allen Bereichen des täglichen Lebens entdecken. Im Garten kann die sich steigernde Abfolge von Ereignissen besonders gut beobachtet werden. Als Gärtner ist man sogar darauf angewiesen, dass dieser Effekt funktioniert. Beruht doch schon das Pflanzenwachstum an sich auf dem Schneeballeffekt: Aus einem winzigen Samenkorn kann schließlich ein riesiger Baum werden.

nach obenBodenpflege

Fachgerechte Entnahme einer Bodenprobe mit einem Bohrstab.
© Ratschinski, Ilja
Fachgerechte Entnahme einer Bodenprobe mit einem Bohrstab.
Die Kunstfertigkeit des Gärtners zeigt sich vor allem darin, dass er es versteht die richtigen Impulse zu setzen und, falls notwendig, zu unterstützen. Wer zum Beispiel durch regelmäßiges Kompostieren für ausreichend Humus sorgt und am besten noch mit den Empfehlungen einer Bodenanalyse kombiniert, der hat den Keim für eine weitreichende Entwicklung seines Gartens gelegt.

Besonders deutlich werden die sich steigernden Effekte beim Vergleich dieses Gartens mit einem Garten, in dem die Bodenpflege unterbleibt: In dem gepflegten Gartenboden wachsen die gesünderen Pflanzen, da sie optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Organismen, die im Boden leben, erhalten durch Humusgaben ausreichend Nahrung und sorgen für den bestmöglichen Pflanzenstandort. Gesunde Pflanzen sehen besser aus und blühen länger. Bei den Nutzpflanzen sind die Erträge höher und qualitativ besser. Hochwertiges Obst und Gemüse schmeckt besser, ist gesünder und auch länger lagerfähig. Pflanzenschutzmaßnahmen werden seltener nötig, da Schädlinge sich immer die schwächsten Pflanzen aussuchen. Der Gärtner wird auch weniger Probleme mit so genannten "Unkräutern" haben, weil viele Wildkräuter vor allem bei einem unter- oder einseitig versorgten Boden eine Chance bekommen. Weiterhin werden auch Umwelt und Geldbeutel geschont, weil weniger Pflanzenschutzmittel und mineralische Dünger zur Pflege des Gartens nötig sind. Diese Produkte werden zudem mit hohem Energieaufwand produziert und können bei Anwendung unser Grundwasser belasten. Letztendlich führen ein gepflegter Boden und gesunde Pflanzen zu einem schöneren Garten und glücklicheren Gartenbesitzer. Und ein glücklicher Mensch ist fast zwangsläufig Auslöser von weiteren Schneeballeffekten.

Betrachten wir einen anderen Garten, der keine Humusgaben erhält und mit willkürlichen Dünge- und Kalkgaben behandelt wird, haben wir einen Schneeballeffekt, der sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Die Bodenorganismen sterben ab, weil die Nahrung fehlt. Die Überlebenskünstler unter ihnen ziehen sich in tiefere Schichten zurück und warten auf bessere Zeiten. Die Bodenstruktur verschlechtert sich erheblich. Schwere Böden verdichten sich, leichte Böden verlieren ihre Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit. Die Vitalität der Pflanzen lässt nach.

nach obenWeitere Impulse

Am Beispiel der Bodenpflege wird deutlich, wie man im Garten mit einfachen Maßnahmen große und weitreichende Effekte erzielen kann. Weitere wichtige Impulse können gesetzt werden, indem man schon bei der Bepflanzung auf gesunde Sorten achtet und die richtige Standortwahl trifft. Junge Gehölze können schon mit wenigen kleinen Schnitten einen Erziehungsschnitt erhalten, der spätere Fehlentwicklungen verhindert. Schon bei der Gartenplanung kann die weitere Pflege berücksichtigt werden. Pflegemaßnahmen sollten grundsätzlich auf ihre Notwendigkeit und den richtigen Zeitpunkt überprüft werden. Bei der Pflanzenauswahl kann man sich an Pflanzengesellschaften orientieren, wie sie auch in der Natur anzutreffen sind. Manchmal ist es auch sinnvoll, sich von gewohnten Vorstellungen zu verabschieden und die Gartenarbeit nicht als Kampf gegen die Natur zu verstehen. Leichter und schöner ist es, positive Impulse zu geben und mit der Natur gemeinsam den Garten zu bestellen.

Dieser theoretische Exkurs über den Schneeballeffekt im Garten soll uns aber nicht hindern, eine ordentliche Schneeballschlacht zu veranstalten. Eine gewisse Fairness vorausgesetzt, ist hier die einzige Folge ein erfrischender Spaß.

Ihr Gartenfachberater
Ilja Ratschinski

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